„Es gibt Dinge, die sind für uns unantastbar"

Politik

Einmal stellte sich Bruder Paulus tatsächlich hinter das überdimensionale Partei-Symbol der CDU in der Stadthalle Gelnhausen, „aber ich gehe besser schnell wieder weg, nicht dass noch die falschen Bilder in der Presse landen“. Der Priester aus Frankfurt wollte schließlich auf dem Neujahrsempfang der CDU Main-Kinzig keine Parteipolitik betreiben, sondern zum Thema „Wertvoll handeln auf gutem Grund. Wie das C lebendig wird für alle“ sprechen.

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Und da der katholische Ordensmann durch seine vielen Fernseh-Auftritte und Veröffentlichungen inzwischen bestens bekannt ist, reichten die Stuhlreihen für die zahlreichen Besucher nicht aus.

Eine Schelte für politische Entscheidungen, bei denen wenig auf das „C“ Rücksicht genommen wurde, blieb allerdings aus. Vielmehr ging der Kapuzinermönch auf die Entstehung von Werten und deren Umsetzung in der Gesellschaft ein. Die Basis für ihn ist dabei der christliche Glaube. „Werte kann man sich nicht aussuchen, Werte gehen einem auf“, habe er mit nicht einmal 17 Jahren die Erkenntnis gewonnen, dass in Jesus alles menschenmögliche gebündelt ist „und ich will nur noch von diesem Punkt aus in die Welt gucken“. Das machte er fortan auch und legte 1983 sein Ordensgelübde ab.

Freiheit, Gerechtigkeit, Liebe und eben auch Politik – überall würden Werte und das „C“ eine große Rolle spielen. „Das politische C bedeutet: Es gibt Vorgaben, über die können wir nicht drüber“, gebe es Werte für Leitbilder, die manchmal auch Stoppschilder seien. Und manchmal müssten für Werte auch lange Durststrecken überwunden werden, um sie ihm wahren Leben realisieren zu können. „Alle, die für eine Werteorientierung eintreten, kommen unter die Räder“, sei die Bereitschaft zum Verzicht aus religiöser Sicht gesehen auch die Bereitschaft zum Kreuz.

Viel diskutiert und kritisiert wurde eine Aussage von Bruder Paulus in einer Fernsehsendung zum Thema Sterbehilfe, die er auch gestern wiederholte. „Es gibt keinen Unterschied, ob zwei Damen ihrer Frau einen Giftbecher bringen oder sie ihr eine Rasierklinge reichen“, legte er Wert darauf, dass es sich um keine Seelsorge-Sendung, sondern um eine Show gehandelt habe. „Es gibt Dinge, die sind für uns unantastbar, die kann man nicht diskutieren“, vertritt er den Standpunkt des Kölner Kardinals Meißner: „Wir sollen an der Hand eines Menschen sterben und niemals durch die Hand“.

Das „C“ steht für Bruder Paulus aber auch für Gastfreundschaft und so wurde der 53-Jährige dann doch noch ein bisschen politisch. „Vielleicht sollten wir darüber nachdenken, ob es richtig ist, wenn es für alles eine Bundesregelung gibt“, sei es bei der Asylpolitik sinnvoller im Ort zu fragen: „Wie hätten sie es gerne geregelt?“ Ein Plädoyer für die Rückkehr zu kleinen Einheiten und gegen den Größenwahn. „Auch die Kirche verrät ihr eigenes soziales Prinzip“, verschonte er dabei auch seine eigene Institution nicht von Kritik.

Die erwartet er auch von Politikern, so zum Beispiel beim EU-Vorschlag, Wasserquellen zukünftig an private Unternehmen zu verkaufen. „Dafür brauchen wir Politiker, die dann sagen: Ihr habt sie doch nicht mehr alle“, erntete Bruder Paulus dafür von den Gästen des Neujahrsempfanges Applaus. Denen gab der Kapuzinermönch noch zwei Worte mit auf den Nachhauseweg, damit sie sich nicht vom Streben nach Geld, Besitz, Sex oder irgendwelchen Oberen abhängig machen. Bruder Paulus: „Seid frei!“

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