FDP-Kreistagsfraktion fordert mehr eLearning

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„Wir könnten schon viel weiter sein. Jetzt in der Coronakrise sind eLearning-Angebote sehr hilfreich“, stellt der ehrenamtliche Kreisbeigeordnete und frühere Stadtrat der Stadt Hanau, Dr. Ralf-Rainer Piesold, fest.

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Ralf-Rainer Piesold selbst hat als Dozent an einer Frankfurter Hochschule sehr gute Erfahrungen mit eLearning gemacht. Beispielsweise wird die Plattform moodle schon seit Jahren an zahlreichen Hochschulen eingesetzt. Man könne ganze Kurse, Aufgaben usw. darüber zur Verfügung stellen und die Studierenden könnten auch ohne den direkten Kontakt arbeiten. Hierfür gibt es digitale Klassenräume, in denen sich Dozenten und Studierende wie in einem realen Kursraum treffen. Natürlich waren die jetzigen außergewöhnlichen Umstände nicht der Anlass für die Entwicklung der Module, aber sie würden jetzt unglaublich helfen.

„Leider ist Deutschland, was den Ausbau an digitalen Möglichkeiten angeht meist weit hinter anderen westlichen Ländern zurück. Die oft genannte ,German Angst‘ führt vielfach dazu, dass man sich mehr über etwaige mögliche Probleme Gedanken macht, als über die enormen Chancen die sich bieten“, stellt der Fraktionsvorsitzende der FDP-Kreistagsfraktion, Kolja Saß, fest. „Die Corona-Krise zeigt leider mal wieder auf, dass das Thema eLearning von den Ländern auch in der jüngeren Vergangenheit nur ein Nischenthema war. Bei der Digitalisierung waren die Schulen und der Lehrkörper sich zum Großteil selbst überlassen oder wurden wiederholt in ihren eigenen Bestrebungen von Seiten der Schulträger ausgebremst.“,

„Daher wurde das Schulsystem durch die Corona-Pandemie völlig kalt erwischt. In kurzer Zeit mussten individuelle Lösungen gefunden werden. Die Länder konnten keine e-Learning-Plattform final empfehlen, da diese alle nicht den Datenschutzvorgaben entsprachen bzw. nicht ausreichen geprüft werden konnten. Ob unsere Schülerinnen und Schüler aktuell eine gute Betreuung erfahren, hängt zum Großteil an der Kreativität der jeweiligen Lehrerkollegien vor Ort, überhaupt vorhandener digitaler Infrastruktur und den knappen Spielräumen, die den Schulleitungen im Rahmen der geltenden Verordnungen zur Verfügung stehen“,

„Um ein detaillierteres Bild der aktuellen Situation vor Ort zu erhalten, stellt unsere Fraktion nun eine Anfrage an den Kreis. Zuerst möchten wir wissen, wie die Bildung in Zeiten der Isolation organisiert wird und ob die Schulen des Main-Kinzig-Kreises vom Landkreis als Schulträger entsprechen ausreichend ausgestattet worden sind“, erläutert Saß. „Der Main-Kinzig-Kreis hat in den vergangenen Jahren den Glasfaserausbau vorangetrieben und die Schulen im Gegensatz zu anderen Schulträgern gut an das Netz angebunden. Dies ist lobenswert und ein wichtiger Schritt. In der aktuellen Situation, in der die Kinder zu Hause unterrichtet werden, müssen jedoch ganz andere Schritte eingeleitet werden, damit die Schülerinnen und Schüler nicht aufgrund ihres Wohnortes oder des Einkommens ihrer Eltern von der Bildung abgeschnitten werden“, definiert Dr. Piesold und ergänzt: „Hier darf nun auch keine Zeit verloren werden.“

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