Schülervetretung und Lehrkräfte tauschen sich aus

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Die Lehrergewerkschaft GEW des Kreisverbandes Gelnhausen lud zu ihrer online-Vorstandssitzung Kreisschülersprecherin Michelle Franzel ein, um wesentliche Ergebnisse der durch den Kreisschülerrat initiierten Umfrage zur jetzigen Beschulungssituation im Main-Kinzig-Kreis zu besprechen.

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Gelobt wurde Michelle Franzel für die professionelle Umfrage des Kreisschülerrates, an der bereits viele Lehrkräfte des Main-Kinzig-Kreises teilnahmen. Michelle Franzel freute sich auch über die hohe Anzahl der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler. Über 800 Schülerinnen und Schüler des Main-Kinzig-Kreises hätten bereits an der Befragung teilgenommen. Schwerpunkte des Gespräches zwischen GEW und Kreisschülerrat waren Digitales Lernen und Homeschooling, die Ausstattung der Schulen und die Situation im Präsenzunterricht.

Einige GEW-Vorstandsmitglieder begrüßten die Initiative des Main-Kinzig-Kreises, seine Schulen zunehmend digital auszustatten. Hier sei unser Landkreis deutlich weiter als andere Schulträger Hessens. Begrüßenswert sei, dass die Schulen des Kreises Zugang zu Office365 und somit zu qualitativ hochwertigen Plattformen und Programmen hätten. Allerdings habe diese Software den Nachteil, dass sie nicht ausreichend den deutschen bzw. europäischen Bestimmungen zum Datenschutz genüge; der hessische Datenschutzbeauftragte habe sich entsprechend geäußert.

Weiterhin sei die Stabilität und Geschwindigkeit des Internets sowie des WLANs nicht an allen Schulen optimal. Die Kreisschülersprecherin zeigte sich darüber entsetzt, dass Lehrkräfte keine Dienst-Laptops oder –Tablets vom Land Hessen zur Verfügung gestellt bekommen. Die private mediale Ausstattung der Lehrkräfte variiere stark und kollidiere so mit den Anforderungen des Homeschoolings. „Eltern und Schüler beschweren sich bei uns Schülersprechern über die Flut an unterschiedlichen Programmen, die die Lehrkräfte zum Homeschooling nutzen.“, so Franzel. Lehrergewerkschaft und Kreisschülerprecherin waren sich einig, dass das Land Hessen in Kooperation mit den Schulträgern einheitliche, einfach zu benutzende und qualitativ hochwertige Programme und Geräte zur Verfügung stellen muss, die den Anforderungen des Datenschutzes hundertprozentig genügen. Ziel sei, die Qualität des online-Unterrichts zu verbessern und die Arbeitsabläufe für die Lehrkräfte zu verbessern.

Gestützt von Umfrageergebnissen fordern GEW und Kreisschülerrat vom Land Hessen den raschen Ausbau von qualitativ hochwertigen Fortbildungen zum digitalen Lernen für Lehrkräfte, Eltern und Schüler. Über die Qualität des Präsenzunterrichts tauschten sich Schülervertretung und Lehrergewerkschaft ebenfalls aus: Lehrkräfte berichten von ausschließlich frontalen Lernsituationen, die Partner- und Gruppenarbeit ausschließen. Auch der spontane Austausch von Lernmaterial sei derzeit nicht möglich. „Guter Unterricht“, so Franzel, „besteht aus Kommunikation untereinander, kooperativem Lernen und Schülerorientierung. Derzeit dozieren Lehrkräfte an der Tafel und dürfen nicht zu ihren Schülerinnen und Schülern an die Tische, um Arbeitsergebnisse zu prüfen. Sie geben sich große Mühe und sind aber selbst, so zeigt unsere Umfrage, äußerst unzufrieden mit ihrem Unterricht.“

Zurzeit sei es wichtig, den Fokus auf soziale Kompetenzen zu legen. Man sollte nicht versuchen, den Stoff durchzuziehen. Eine mögliche Lösung wäre zum Beispiel, bei den Abschlussprüfungen den nicht erarbeiteten Stoff zu kürzen. Eine weitere Möglichkeit bietet vor allem die Digitalisierung, denn durch gemeinsames und gleichzeitiges Arbeiten in den Klassen mit WLAN und entsprechender Vorbereitung auf das Homeschooling könne hochwertigerer Unterricht ermöglicht werden. Zudem fordern GEW und Kreisschülerrat auch für sozial benachteiligte Schülerinnen und Schüler Zugang zu Internet und digitaler Ausstattung. Der Gesundheitsschutz von Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schüler müsse im Mittelpunkt stehen, insbesondere angesichts der hohen Infektionszahlen nach einem Frankfurter Gottesdienstbesuch und dem Infektionsgeschehen in einem norddeutschen Restaurant. Gemeinsam stellte man fest, dass der gegenseitige Austausch daher nun kontinuierlich fortgesetzt werden wolle.

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