Corona-Lage: Landrat appelliert an Bevölkerung

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„Als Bewährungsprobe für die gesamte Gesellschaft“ und als zweifelsohne „weiteren deutlichen Einschnitt in das Leben auch der Bürgerinnen und Bürger im Main-Kinzig-Kreis“ hat Landrat Thorsten Stolz (SPD) die von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie bezeichnet.

Grundsätzlich sei diese übergreifende Entscheidung der richtige Weg, um die Wende bei den Infektionszahlen zu erreichen. „Ich weiß, dass durch die bis Ende November befristeten Maßnahmen den Menschen erneut viel zugemutet wird. Aber es muss jetzt jedem bewusst sein, dass die nächsten Wochen darüber entscheiden werden, wie es danach weitergeht. Jetzt kommt es auf jeden Einzelnen von uns an. Wir kriegen die derzeitige Situation nur gemeinsam in Griff: Durch ein gewisses Maß an Solidarität, Zusammenhalt, Achtsamkeit und Rücksichtnahme im Alltag“, sagt Landrat Thorsten Stolz in einer Bewertung der Bund-Länder-Beschlüsse.

Nach Meinung des Landrates geht es klar darum, die Corona-Pandemie beherrschbar zu halten und vor allem die Dynamik des Infektionsgeschehens auch im Hinblick auf die ambulante medizinische und stationäre Versorgung zu unterbrechen. Und es geht auch darum, dass es den Gesundheitsämtern in allen Landkreisen und kreisfreien Städten noch möglich, ist Infektionswege nachzuvollziehen, eine Weiterverbreitung zu unterbrechen, positiv Getestete abzusondern und Kontakte unmittelbar nachzuverfolgen.

Genau all das sei in den zurückliegenden Tagen immer schwieriger geworden. „Auch bei uns im Main-Kinzig-Kreis stoßen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes an Kapazitätsgrenzen, aber auch an persönliche Grenzen“, so Landrat Thorsten Stolz. Die Gesundheitsämter der 294 Landkreise würden tagtäglich alles in ihrer Macht Stehende tun, um auch mit zusätzlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den Verwaltungen die Infektionen im Griff zu behalten, aber es werde von Tag zu Tag schwieriger. „Es wird deshalb schwieriger, weil das diffuse Geschehen zunimmt, bei dem gerade nicht ermittelt werden kann, vom wem eine Infektion herrührt. Wir müssen die Menschen dabei mitnehmen und gut erklären, warum wir so handeln und für Mitwirkung werben“, erläutert Thorsten Stolz. Alleine mit immer mehr ordnungsrechtlichen Maßnahmen werde das nicht gelingen.

„Je konsequenter wir gemeinsam versuchen, persönliche Kontakte auf das notwendige Maß zu reduzieren und die gesellschaftliche Interaktion auf ein Minimum zurückzuführen, desto eher können diese drastischen Maßnahmen wieder beendet werden. Wir wollen erreichen, dass es nur notwendig ist, diesen Zustand für wenige Wochen aufrecht zu erhalten“, blickt der Landrat voraus. Man müsse sich allerdings vergegenwärtigen, dass „uns das Virus noch mindestens die nächsten Monate hinweg begleiten werde“. Ein Lockdown sei immer erst das allerletzte Mittel, um die Kontrolle zu behalten oder zurückzuerlangen. Schließlich führe diese Maßnahme zu erheblichen wirtschaftlichen Einbußen und habe auch direkte gesundheitliche Folgen – erinnert sei nur an die Zunahme psychischer Probleme und die Verschiebung von Operationen.

„Durchgängig wichtig sind daher umso mehr die allgemeinen Verhaltens- und Hygieneregeln. Auf deren Einhaltung kommt es entscheidend an, um den völligen Stillstand zu verhindern. Das ist unser bestes Mittel gegen Corona.“ In diesem Zusammenhang spricht der Landrat auch offen an, dass die jetzt durch Bund und Länder getroffenen Maßnahmen und Beschränkungen auch Bereiche treffen, die für die aktuelle Situation nicht verantwortlich seien. Im Sinne einer erfolgreichen Prävention könne aber nicht erst gehandelt werden, wenn etwas passiert sei. Denn in der augenblicklichen Situation sei es nur eine Frage der Zeit, wenn es auch in anderen Lebensbereichen zu Übertragungen komme.

„Am meisten tun mir die neuen verschärften Maßnahmen für die Menschen und Branchen leid, die sich in den zurückliegenden Monaten oftmals vorbildlich verhalten und teilweise auch neue Konzepte auf den Weg gebracht haben. Ich nenne hier beispielsweise die Gastronomie und auch die Veranstaltungs- und Kulturbranche. Diese trifft es jetzt erneut in voller Härte“, sagt der Landrat. Auch vor diesem Hintergrund appelliert Thorsten Stolz an die Bürgerschaft mitzuhelfen, damit die erneuten Beschränkungen wieder aufgehoben werden könnten.

Dabei macht der Landrat kein Geheimnis daraus, dass in Teilen der Bevölkerung die Akzeptanz für die erneuten Einschränkungen schwinde. „Genau deshalb sind Verantwortungsträger auf allen Eben gefordert, immer wieder zu erklären, zu versachlichen, zu informieren und die Menschen mitzunehmen. Und das Letzte, was wir derzeit brauchen, sind gegenseitige Schuldzuweisungen und Formulierung von Vorwürfen, vielmehr geht es jetzt darum in einer gemeinsamen Anstrengung die Situation in den Griff zu bekommen.“ 

Dabei gehe es auch immer darum, das richtige Maß derartiger Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu finden. „Das ist nicht einfach, da es mit jeder Beschränkung und Einschränkung immer Betroffenheit gibt. Vor diesem Hintergrund erachte ich es auch als eine richtige Verabredung, dass Schulen und Kitas offengehalten werden sollen. In diesen Einrichtungen werden die Zahlen mittels angemessener und nachvollziehbarer Maßnahmen unter Kontrolle gehalten, was bislang gut funktioniert hat.“ Bei einem Ausbruch in einer Klasse sei es daher auf der Grundlage entsprechender Konzepte möglich, nicht die ganze Schule in Quarantäne schicken zu müssen, sondern nur die Schülerinnen und Schüler der betroffenen Klasse. Genau das werde auch am Beispiel des Main-Kinzig-Kreises deutlich: Obwohl mehrere Schulen im gesamten Kreisgebiet von Corona-Virus-Infektionen betroffen sind, hat es in jüngster Zeit keine Schulschließungen mehr geben müssen.

„Hier haben alle Akteure in den zurückliegenden Monaten viel dazugelernt. Am Anfang hat ein Verdachtsfall an einer Schule bereits zur Schließung geführt. Heute wird im Zusammenspiel Gesundheitsamt und Schule viel differenzierter hingeschaut und Maßnahmen auf das notwendige Maß beschränkt“, führt der Landrat weiter aus. Abschließend appelliert Landrat Thorsten Stolz an die Bürgerinnen und Bürger zwischen Maintal und Sinntal: „Helfen Sie jetzt alle mit, die Corona-Fallzahlen deutlich zu reduzieren, das dynamische Geschehen auch bei uns hier im Main-Kinzig-Kreis zu verlangsamen und damit die Grundlage für eine Rückführung der erneuten Beschränkungen zu schaffen.“

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