"Altersdiskriminierung": Kreistag verteidigt Netscher gegen AfD

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Volle Unterstützung für den SPD-Kreistagsabgeordneten Karl Netscher: Nach dem die AfD in einem Flugblatt seine Leitung des Haupt- und Finanzausschusses bei der Suche nach einem Standort für die Gesundheitsakademie als „holprig“ bezeichnet und dabei sein Alter als Erklärung angeführt hatte, bekam er Applaus aus fast allen Reihen im Kreistag nach seiner persönlichen Erklärung. „Altersdiskriminierung“, bezeichnet der 80-Jährige aus Ronneburg das Vorgehen der AfD, die sich von fast allen Fraktionen deutliche Kritik anhören musste.

„Der Haupt- und Finanzausschuss (HFA) des Kreises erarbeitete dann in mehreren Sitzungen einen neuen Kriterienkatalog. Das erwies sich insgesamt als ziemlich holprig, da der Vorsitzende Karl Netscher (80) mit dieser Aufgabe offenkundig etwas überfordert war“, stand wörtlich in dem Flugblatt, das am vergangenen Samstag an alle Haushalte in Bad Soden-Salmünster verteilt wurde. Die Kurstadt war beim Auswahlverfahren für die Gesundheitsakademie leer ausgegangen, die Kreistagsabgeordneten hatten sich für Gelnhausen entschieden.

Erhard Rohrbach (CDU) stellte sich als Erster hinter Netscher und dankte ihm für seine Arbeit als Ausschussvorsitzender. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Schejna bezeichnete die Aussage im Flugblatt als „ungeheuerlichen Vorgang, der so nicht stehen bleiben kann“. Auch der Grünen-Fraktionsvorsitzende Reiner Bousonville kritisierte die größte Oppositionsfraktion, „sie sind das Gegenteil von bürgerlich, sie sind anti-bürgerlich“, warf er der AfD vor. Vom CDU-Fraktionsvorsitzenden Michael Reul wurde Dr. Wolfram Maaß, Fraktionsvorsitzender AfD, direkt angesprochen: „Sie begeben sich außerhalb des demokratischen Diskurses“, hätte er bei seinem Wortbeitrag zuvor zudem die Chance verpasst, sich von dem Flugblatt zu distanzieren und sich zu entschuldigen. Reul: „Es ist wieder ein Versuch der AfD, die Opferrolle einzunehmen. Aber sie sind Täter und nicht Opfer.“

Maaß hatte zuvor das Flugblatt als Retourkutsche bezeichnet, nachdem der AfD von Netscher in einer vorherigen Sitzung vorgeworfen worden sei, dass nach sie nach der Zustimmung im Haupt- und Finanzausschuss im Kreistag dann doch gegen den Standort Gelnhausen für die Gesundheitsakademie gestimmt habe. „Wie tief wollen sie noch sinken“, soll Netscher da laut Maaß gesagt haben.

Netscher hingegen bezeichnete Maaß als „Wolf im Schafspelz“, der ihm gegenüber immer sehr höflich und freundlich sei, dann in den AfD-Reihen aber ganz anders auftrete. „Wer auf solch‘ schäbige Art um Wählerstimmen buhlt, hat in einem demokratischen Parlament nichts zu suchen“, verwies er zudem darauf, dass er nicht der einzige 80-Jährige im Kreistag sei: „Ich und der Jürgen Heim haben kommunalpolitische Kompetenz, als sie und ihre gesamte Fraktion jemals haben werden.“

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