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Passende Software und Apps können Prozesse verkürzen und vereinfachen, „und deshalb setzen wir sie nicht nur gezielt ein, sondern arbeiten auch aktiv an der Weiterentwicklung mit“, erklärt Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler. Ganz aktuell erarbeitet das Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises mit einem Softwareunternehmen Verbesserungen an „Sormas“, dem Programm, das Bund und Länder für das bundesweite Corona-Management ausgewählt haben. Dabei kommt mit „Cluster-Diary“ zusätzlich eine eigens entwickelte App zum Einsatz.

Hintergrund: Bis Ende Februar soll in allen Gesundheitsämtern in Deutschland das Programm „Sormas“ („Surveillance Outbreak Response Management and Analysis System“) eingesetzt werden. Das geht aus einem Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz und dem daraus entstandenen „Pakt für die Nachverfolgung“ zwischen dem Land Hessen und der kommunalen Ebene hervor. Das Programm wurde ursprünglich für die Ebola-Epidemie entwickelt und später so erweitert, dass es dem öffentlichen Gesundheitsdienst die Kontaktnachverfolgung bei Covid-19-Fällen erleichtert. Der Main-Kinzig-Kreis hatte die Software früh in die Arbeit des Gesundheitsamts integriert, aber an vielen Stellen Verbesserungspotenziale festgestellt.

„Die Software erfüllt unsere Anforderungen noch nicht so, dass wir vom bestehenden System umsteigen können ohne Informationsverluste zu riskieren, die in der jetzigen Situation nicht vertretbar sind. Unser Team hat schnell Ideen zusammengetragen, wie die Anwendung optimiert werden kann. Wir haben uns daher entschieden, gemeinsam mit einer IT-Firma erforderliche Verbesserungen zu erarbeiten“, sagt Christoph Höhn, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin und kommissarischer ärztlicher Leiter des Sachgebiets „Hygiene und Umweltmedizin“ im Gesundheitsamt.

Das Pilotprojekt wurde Anfang Februar von einem Projektteam im Gesundheitsamt entworfen und wird in diesen Tagen mit dem Unternehmen „2mt Software Solutions“ aus Fronhausen (Landkreis Marburg Biedenkopf) abgestimmt. Dabei geht es darum, neben der normalen Fallbearbeitung mehrere reale Fälle in „Sormas“ einzugeben, die Programme zu vergleichen und die Vor- und Nachteile festzustellen. Bislang hat das Gesundheitsamt die Software „Survnet“ des Robert-Koch-Instituts verwendet.

„Einfach erklärt geht es darum, dass wir derzeit Personendaten eingeben und dort auch alle Informationen hinterlegen können. Bei ‚Sormas‘ hingegen kann ein und dieselbe Person an verschiedenen Stellen auftauchen, zum Beispiel mal als Infizierte, mal als Kontaktperson, ohne dass man alle Informationen über diese Person gleichzeitig aufrufen könnte. Das ist einer der Nachteile“, erläutert Geeta Chatterjee aus dem Projektteam. Dafür biete die neue digitale Plattform bessere statistische und grafische Auswertungen, die für Epidemien geeignet sind.

Für Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler sind die Erkenntnisse wegweisend für die weitere Arbeit nicht nur in der aktuellen Pandemie. „Die Digitalisierung ist im öffentlichen Gesundheitsdienst der Schlüssel zu einer schnelleren und effizienteren Eindämmung der Corona-Pandemie. Deshalb müssen wir mit Hochdruck daran arbeiten, die besten digitalen Lösungen für die Arbeit zu finden. Das heißt, dass wir aus der täglichen Praxis heraus Vorschläge zur Verbesserung machen müssen, das darf nicht graue Theorie bleiben“, erklärt sie auch das Krisenmanagement.

Kreis nutzt eigene App zur Kontaktpersonennachverfolgung

Besonders wichtig im Corona-Management sind Informationen zur Kontaktnachverfolgung. Es gibt inzwischen mehrere Apps, auf denen sich Kontakte eintragen lassen. So bietet mittlerweile auch die Corona-Warn-App ein sogenanntes Kontakt-Tagebuch an. Darin notiert man, an welchen Tagen man wen getroffen hat und kann diese Personen im Falle einer Infektion informieren. Die Ausdifferenzierung dieser App-Angebote ist aber sehr unterschiedlich. „Mit den meisten Apps können wir nicht arbeiten, weil wir genaue Beschreibungen dieser Kontakte benötigen“, erläutert Dr. Siegfried Giernat, Leiter des Gesundheitsamts. Das Gesundheitsamt setzt daher seit etwa drei Monaten die kostenlose App „Cluster Diary“ ein, die gemeinsam mit dem Main-Kinzig-Kreis entwickelt worden ist und als einziges Programm die direkte Übermittlung der Daten zum Gesundheitsamt ermöglicht.

Susanne Simmler erklärt den Vorteil für das Gesundheitsamt wie auch für Betroffene. „Für uns alle ist es wichtig aus den Erkenntnissen des letzten Jahres zu lernen und im Sinne der Verbesserung ein zu setzen. So können wir für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitsamt, aber auch für die Betroffenen eine bessere und noch schnellere Kontaktverfolgung angehen“, so Simmler. Der Ablauf sei je mehr Kontakte es (wieder) gäbe zwar gleich und nicht an jeder Stelle notwendigerweise nur in einem Telefonat ab zu arbeiten. „Es dauert einfach länger der Reihe nach 50 Kontakte anzurufen: Wir müssen wissen, wie lange diese Kontakte bestanden, ob mit oder ohne Maske, was in der Zeit passiert ist und auch wo, ob im Freien oder in Räumen. Wenn das Gesundheitsamt das alles einzeln erfragt, ist es lange beschäftigt bis feststeht, bei wem ein großes Ansteckungsrisiko bestand und wer dringend informiert werden muss. Da kann jeder mithelfen das noch schneller und differenzierter zusammen zu tragen“, so die Erste Kreisbeigeordnete.

Die App „Cluster Diary“ beschleunigt die Kontaktpersonennachverfolgung auch hier. „Der große Vorteil ist, dass der Nutzer der App durch alle wichtige Fragen geführt wird und wir am Ende einen umfangreichen und relevanten Datensatz erhalten“, erläutert Dr. Giernat. Sobald sich ein Infizierter beim Gesundheitsamt meldet, wird er gebeten, die App herunterzuladen und alle wichtigen Informationen zu seinen Kontakten einzutragen. Die Daten werden verschlüsselt ans Gesundheitsamt übertragen. „Auf diesem direkten und schnellen Wege sind wir auch bei hohen Inzidenzen noch in der Lage, die Kontaktpersonen nachzuverfolgen“, sagt Christoph Höhn.

Das Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises ist bundesweit das einzige, das die digitale Daten-Übertragung der Cluster-Diary-App zur Software „Sormas“ ermöglicht. „Wir sind von den Chancen dieser digitalen Prozesse so überzeugt, dass wir das Pilotprojekt zur Optimierung von ‚Sormas‘ selbst finanzieren“, so Susanne Simmler. „Ich kann mir aber gut vorstellen, dass auch andere Gesundheitsämter Deutschlands von den Verbesserungen, die wir in diesem Projekt umsetzen lassen, profitieren werden und sich anschließen wollen.“ Ende Februar soll die Projektauswertung ans hessische Ministerium für Soziales und Integration geschickt werden. Nähere Informationen zur App „Cluster Diary“ finden sich im Internet auf der Seite www.clustertagebuch.info sowie auf der Internetseite des Main-Kinzig-Kreises, www.mkk.de (CoroNetz/Kontakt zu Infizierten).

Foto (von links): Geeta Chetterjee vom Projektteam im Gesundheitsamt bespricht mit den Entwicklern von 2mt Software Solutions, Sebastian Heuser und Jan Schwarz, die notwendigen Änderungen der Software.

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