„Die Pandemie holt viele Menschen aus der Komfortzone“

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„In den vergangenen Wochen habe ich mich viel beruflich, ehrenamtlich, am Arbeitsplatz und auf der Straße mit Menschen unterhalten können. Wir leben in einer schwierigen Zeit und da ist es mir als Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt des Main-Kinzig-Kreises wichtig, die mir entgegengebrachten Themen aufzunehmen und zu bearbeiten“, berichtet Jörg Mair, Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Main-Kinzig.

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Aus diesem Grund hat er sich an Sozial- und Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler gewandt, um von ihr eine Einschätzung seiner Wahrnehmung zu erhalten. Da die beiden sich seit 15 Jahren kenne, sind sie per Du.

Jörg Mair: "Liebe Susanne, die Pandemie holt viele Menschen aus der Komfortzone, ich möchte dahingehend ein paar Punkte ansprechen. Aus den Medien erfahren wir, dass die Infektionszahlen zwar schwächer werden, aber es gibt durch die Mutationen ein hohes Maß an Verunsicherungen in der Bevölkerung, z. B. in Bezug auf Schulöffnungen. Konkret haben mich Eltern angesprochen, die große Bedenken haben, ihre Kinder in die Schule zu schicken, gerade wenn diese noch jünger sind. Wie beurteilst du das?"
Susanne Simmler: "Zunächst bin ich selbst Mutter zweier Kinder im Schulalter und kann die Sorgen vollkommen verstehen. Wir alle müssen hier in einem enormen Kraftakt den Spagat hinbekommen, zum einen die Sicherheit unserer Kinder höchstmöglich zu gewährleisten, auf der anderen Seite muss der Unterricht funktionieren. Das Beschulen der Kinder zu Hause am Computer ist für Schüler*innen und Eltern gleichermaßen eine an die Grenzen bringende Herausforderung. Ich bin froh, dass wir uns im Main-Kinzig-Kreis die letzten Jahre verstärkt um die digitale Infrastruktur gekümmert haben, so dass wir technisch weiter als viele andere sind. Das ersetzt trotzdem nicht den Präsenzunterricht, denn Eltern sind nun mal keine Lehrerinnen und Lehrer. Grundsätzlich ist die Bildung unserer Kinder ein sehr hohes Gut, kommt aber nach dem Schutz von Leib und Leben. Daher ist es zwar schwierig, aber aus meiner Sicht richtig, als erstes die Schulen in kleinen Schritten wieder zu öffnen."

Jörg Mair: "Und wie bekommen wir die Pandemie in den Griff?"
Susanne Simmler: "Das Wichtigste ist glaube ich, dass wir aufeinander achten. Abstand halten, Maske tragen und Hände waschen. Und, auch wenn es schwer fällt, unnötige Begegnungen weiterhin vermeiden. Vor allem wichtig ist auch, dass bei Krankheitssymptomen wir nicht zur Arbeit gehen, nicht den einen oder anderen Termin mehr machen, das Kind nicht in die Schule schicken oder in die Kita geben.  Bei allem Unmut, den ich nachvollziehen kann, denn Corona belastet auch unser Privatleben enorm, auch meine Mutter gehört in die Risikogruppe, ist das Nichteinhalten dieser Regeln eine riesige Gefahr für uns Alle. Bis zu einem ganz großen Maß sind wir alle es, die in Eigenverantwortung für uns und unsere Liebsten dazu beitragen können und müssen. Wenn erst eine Infektion statt gefunden hat, dann greifen andere Maßnahmen und Notwendigkeiten, aber dann ist es für den Einzelnen nicht mehr zu ändern. Wir schaffen das nur zusammen – wenn wir selbst uns so verhalten, wie wir es von anderen auch erwarten – eigentlich ein Grundwert unserer GEsellschaft. Und natürlich müssen die Impfungen schnellstmöglich funktionieren und gut organisiert sein. Wir sind als Main-Kinzig-Kreis so optimal wie möglich mit unseren Impfzentren in Hanau und Gelnhausen vorbereitet. Dass die Landesregierung zunächst nur sechs Standorte hessenweit vorgesehen hatte, macht mich heute noch fassungslos. Zum Glück sind tausende von Menschen durch Unterschreiben der Petition diesem Irrsinn entgegengetreten. Dafür allen vielen, vielen Dank. Meine Kolleg*innen im Gesundheitsamt gehen derzeit jeden Tag, wie alle in den medizinischen Berufen, an ihre Leistungsgrenze, um mit dazu bei zu tragen die Pandemie in den Griff zu bekommen. Dafür bin ich ihnen dankbar. Aber wir haben noch ein gewaltiges Stück Weg vor uns."

Jörg Mair: "Ich bin unlängst einer alleinstehenden Dame in den 70ern begegnet, die ohne mich zu kennen zu mir sagte: 'Corona ist so schrecklich. Ich bin so einsam.' Dabei hat sie angefangen zu weinen. Welche Möglichkeiten siehst du da als Sozialdezernentin?"
Susanne Simmler: "Ja, genau das habe ich in vielen Telefonaten gerade mit älteren Menschen auch gehört und in Briefen gelesen. Corona trägt unbestritten zur Vereinsamung bei. Und es ist schwierig, Abstand halten und Nähe zeigen zusammenzubringen. Auch das können wir nur gemeinsam lösen. Ich kann nur an alle appellieren, sich in der Nachbarschaft mit der notwendigen Einhaltung der Regeln gegenseitig zu unterstützen, sich anzurufen oder auch mal gemeinsam mit Abstand einander zu sehen. Die Wetterverhältnisse lassen es jetzt auch Draußen wieder zu. Zudem müssen wir hier an der digitalen Infrastruktur weiter arbeiten. Senior*innen dürfen nicht abgehängt werden, auch nicht im Internet. Ich habe in den letzten Wochen auch viele schöne Ideen gesehen, wie gerade vor Ort in den Städten und Gemeinden da einiges entstanden ist, was mich zuversichtlich macht und auch an unsere gemeinsame Kraft glauben lässt.    Am Ende hilft bei allen Themen, das gilt auch für die vielen Menschen, die durch Corona an ihre wirtschaftlichen Grenzen gebracht werden und da ist der Staat in der Verantwortung ist, nur der Zusammenhalt."
Jörg Mair: "Vielen Dank und viel Kraft weiterhin für die Aufgabe und Gesundheit für Deine Familie und Dich."

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