„100.000 Menschen, 100.000 Meinungen - 0 Stimmen“, unter diesem Motto haben am Sonntag hessenweit verschiedene Jugendorganisationen für das Wahlrecht ab 16 Jahren demonstriert.


„Immer noch werden rund 100.000 junge Menschen zwischen 16 und 18 Jahren vom Wahlrecht ausgeschlossen“, sagt Jakob Mähler, Vorstandssprecher der Grünen Jugend Main-Kinzig. „Wir haben deswegen am Tag der Kommunalwahl vor dem Hanauer Rathaus demonstriert, um auf dieses Problem aufmerksam zu machen.“
Die Liste der Bündnispartner ist lang: Neben der Grünen Jugend beteiligten sich in ganz Hessen Jusos, Junge Liberale, Jugend Wählt, die Hessische Union zur Stärkung von Kinder- und Jugendinteressen und die Landesschüler*innenvertretung an insgesamt zehn verschiedenen Standorten. In Hanau hat Mähler gemeinsam mit den Mitgliedern der Grünen Jugend, Mahwish Iftikhar, David Vydra und Dennis Bernhardt, auf dieses Problem aufmerksam gemacht: „Die Begründung ist nicht nachvollziehbar, warum 100.000 junge Menschen nicht über ihre Zukunft mitentscheiden können. Die Argumentation, es fehlt eine gewisse Reife, können wir so nicht stehen lassen. Unter 18-Jährige dürfen bereits ihren ersten Arbeitsvertrag unterschreiben, die eigene Religionszugehörigkeit wählen oder über den Gang an eine weiterführende Schule entscheiden. Nur darüber, wer zukünftig über sie und ihr Lebensumfeld entscheidet, haben sie keinen Einfluss. Auch in anderen Bundesländern gibt es bereits ein Wahlrecht ab 16“, kritisiert Mähler.
„Für eine generationengerechte Politik ist es wichtig, dass auch die Stimmen derjenigen gehört werden, die am längsten und stärksten von Entscheidungen der Politik betroffen sind. Wir wollen, dass auch endlich in Hessen diese Menschen an der Wahlurne mitbestimmen können.“ Für die Jugendorganisationen sei diese Aktion ein Startschuss für weitergehende Forderungen: „16- und 17-Jährige sollen bei allen Wahlen eine Stimme bekommen. Viele junge Menschen sind bereits in politischen Jugendverbänden aktiv und wollen endlich mitbestimmen, mitwählen und die Gesellschaft mitgestalten. Wir fordern daher die im Hessischen Landtag vertretenen Parteien dazu auf, die Initiative zu ergreifen und dafür zu sorgen, dass die Stimmen von über 100.000 HessInnen endlich Gehör finden“, so der Vorstandssprecher abschließend.
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