Pflege: „Gemeinsame solidarische Finanzierung“

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Sozialdezernentin Susanne Simmler (SPD) spricht zum Tag der Pflege allen Beschäftigten in den pflegerischen Berufen ihren Dank für das außergewöhnliche Engagement aus.

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„Meine Anerkennung und mein großer Respekt gilt all denen, die mit großem persönlichen Einsatz dafür sorgen, dass unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger bestmöglich versorgt werden“, betont die Erste Kreisbeigeordnete. Susanne Simmler ist es zudem ein persönliches Anliegen, „dass das marode System der Pflege endlich umfassend modernisiert wird“, um für eine Entlastung der Beschäftigten und der zu Pflegenden gleichermaßen zu sorgen.

Daher fordert Sozialdezernentin Susanne Simmler zum Tag der Pflege am 12. Mai eine solidarische Finanzierung des Pflegesystems. „Wir haben nicht die Corona-Pandemie gebraucht, um die großen Probleme im Pflegebereich zu erkennen“, sagte sie. „Das beginnt bei der Bezahlung des Personals und führt über den qualitativen Pflegestandard bis hin zur Lastenverteilung zwischen den Generationen. Der Pflegebereich muss wie auch der Gesundheitsbereich weitgehend über die Solidargemeinschaft finanziert werden und nicht zum großen Teil über Angehörige.“

Die Erste Kreisbeigeordnete erinnert an die Systemrelevanz-Debatte im vergangenen Jahr, „als plötzlich alle Welt überrascht zu sein schien, wie sehr doch das Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen an seine Grenzen geht, und eben nicht selten weit darüber hinaus“. Die Wertschätzung sei groß gewesen, die Wertigkeit des Pflegeberufs habe gewonnen, was „gesellschaftlich längst überfällig war“.

„Es war ein wichtiges erstes Signal, dass das Pflegepersonal im vergangenen Jahr durch Sonderzahlungen auch finanziell einen werthaltigen Ausdruck des Dankes erhalten hat. Noch immer ist die Arbeitsbelastung aber sehr groß, zusätzlich erschwert natürlich durch die Pandemie“, so Simmler. Eine stärkere Anerkennung sei daher wichtig. „Pflege braucht aktuell aber noch so viel mehr. Wir brauchen die Digitalisierung zur Reduzierung des bürokratischen Aufwands. Wir müssen endlich in der Fläche das Pflegebemessungsverfahren mit einem Mehr an Personal beantworten. Wir müssen die Einrichtungen besser vernetzen und als mögliche Kooperationspartner zusammenarbeiten lassen, um dem Personal überall verlässliche Arbeitszeiten zusichern zu können. Alle diese Anforderungen und Arbeitspakete führen unweigerlich zur Frage der Finanzierung des Gesamtsystems, und vor der sollten wir als Gesellschaft nicht länger zurückschrecken“, so Simmler.

Susanne Simmler fordert in dem Zusammenhang die Bürgerversicherung, die für den Bereich Pflege ein deutlich größeres, vor allem auskömmliches Budget bereithalten kann. „Es kann in einer Gesellschaft mit einem immer größer werdenden Anteil an älteren und pflegebedürftigen Menschen auf Dauer nur ein gemeinsames, solidarisches Finanzierungssystem für die Pflege geben. Nur so schaffen wir auf der einen Seite eine angemessene Ausstattung und Bezahlung im Pflegebereich und verhindern auf der anderen Seite eine allzu hohe Belastung von Angehörigen“, so Simmler. Gute Pflege brauche gutes, zufriedenes Personal. Neben der Bezahlung sieht die Erste Kreisbeigeordnete daher in der Ausbildung einen Hebel, um den Beruf attraktiver zu machen und die Pflegstandards auf hohem Niveau zu halten. Der Main-Kinzig-Kreis sei mit dem Start der Main-Kinzig-Akademie den Weg der gemeinsamen und gestärkten Ausbildung des Pflegepersonals gegangen. Der Internationale Tag der Pflege wird jährlich am 12. Mai begangen. Der Tag erinnert an den Geburtstag der britischen Krankenpflegerin und Pionierin der modernen Krankenpflege, Florence Nightingale.

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