Kavai verweist auf Benachteiligung von Frauen

Politik

Der durchschnittliche Stundenlohnunterschied zwischen den Geschlechtern, der „Gender Pay Gap“, betrug in der Privatwirtschaft 2012 rund 22 Prozent. 

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„Mit diesen Zahlen liegt die Bundesrepublik Deutschland weit hinter dem europäischen Durchschnitt“, bedauert der Erste Kreisbeigeordnete Dr. André Kavai. Auch 2013 sei die Gleichstellung von Frauen und Männern noch in weiter Ferne. Dies versucht der Equal Pay Day bereits seit 2008 ins Bewusstsein der Unternehmen zu bringen. Bis zum 21. März mussten Frauen über den letzten Jahreswechsel hinaus länger arbeiten, um an den Vorjahresverdienst der Männer heranzukommen.

Nach einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2011 lassen sich rund zwei Drittel dieser eklatanten Ungleichheit durch Arbeitsstrukturen begründen. Einerseits verdienen Frauen weniger, weil sie niedrigere Positionen innehaben oder in einem Beruf mit geringerem Entgelt arbeiten. Andererseits spielt die weitgehend geschlechterstereotype Aufgabenteilung eine Rolle, in der die Frau die Hauptverantwortung für Haushalt, Kindererziehung und Pflege eines Familienmitgliedes trägt, während der Mann die Rolle des Hauptverdieners einnimmt.

„Gründe für die klaffende Schere zwischen den Einkommen und den  Karrierechancen sind neben der Unterbrechungen von Berufstätigkeit auch flexible, oft geringer bezahlte Teilzeitjobs“, weiß Christine Hechler, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt zu berichten. Ein veränderter Blick auf den Wert von bestimmten Tätigkeiten sei dringend erforderlich.

Der Teil an Lohndifferenz, der sich nicht durch geschlechterspezifische Berufswege erklären lässt, ist im „Führungskräfte Monitor“ des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ausgewiesen: Dieser Gender Pay Gap beträgt im Durchschnitt etwa 21 Prozent.

Für die Frauenbeauftragte des Kreises, Ute Pfaff-Hamann, sind daher gesetzliche Regelungen für eine gleiche Bezahlung von Frauen und Männern unabdingbar. Denn aus den geschildertten Nachteilen der Frauen ergebe sich auch die daraus resultierende Rentenlücke, die am Equal Pay Day mit bis zu 60 Prozent angegeben wird. „Die Erkenntnisse aus dem Ersten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung dürfen nicht in der Versenkung verschwinden“, darin sind sich der Erste Kreisbeigeordnete die Mitglieder der Bündnis-AG „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ mit den Initiatorinnen vom Verein „Business and professional Women – Germany“ einig.

Seit einiger Zeit gibt es im Internet kostenlose Lohntests für Betriebe und Beschäftigte wie beispielsweise „eg-check“, „Logib-D“ vom Bundesfamilienministerium oder „Lohnspiegel“ von der Hans-Böckler-Stiftung, mit denen Betriebe ihre Gehaltsstruktur prüfen können.


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