Es kann los gehen mit dem schnellen Internet im Main-Kinzig-Kreis: Gestern wurde im Main-Kinzig-Forum in Gelnhausen symbolisch der rote Knopf für die Freischaltung der Breitband-Verbindung in drei Pilotgemeinden gedrückt, anschließend machte sich Landrat Erich Pipa auf, um gemeinsam mit Vertretern der Firma M-net vor Ort die schnelle Anbindung zu testen und freizugeben.
Bis Ende dieses Jahres sollen 40.000 Haushalte in 60 Stadt- und Ortsteilen von 20 Kommunen des Main-Kinzig-Kreises in den Genuss einer Internetverbindung mit einer Bandbreite von bis zu 50 Mbit kommen.
300 der 3200 Haushalte in Hanau-Mittelbuchen, Bad Soden-Salmünster-Mernes und Wächtersbach-Aufenau haben bislang einen Vertrag mit M-net geschlossen und nutzen ab sofort die neue Verbindung. „Eine sehr gute Zahl für diesen frühen Zeitpunkt“, zeigte sich Geschäftsführer Jens Prautzsch damit zufrieden. 50 seiner Mitarbeiter seien derzeit mit der Umsetzung der Pläne für den Main-Kinzig-Kreis beschäftigt, bis dato sei alles „sehr, sehr nah an perfekt“ gelaufen.
In Aufenau hat M-net einen Betriebsraum für das technische Equipment zur Realisierung der Breitbandanschluss aufgebaut. Von dort wurden die Glasfaserkabel in die jeweiligen Erschließungsgebiete bis zu den Multifunktionsgehäusen verlegt, die mit weiterer Netzwerktechnik von M-net ausgestattet sind. In Frankfurt wurde der bereits bestehende Einwahlknoten (POP – Point of Presence) des Münchner Unternehmens erweitert und ein weiterer technischer Standort für die Zusammenschaltung mit mehreren öffentlichen Telefonnetzen (Interconnection) aufgebaut. Diese beiden technischen Standorte in Frankfurt wurden über hochleistungsfähige Lichtwellenleiter-Verbindungen mit dem Betriebsraum in Aufenau, von denen bis Juni dieses Jahres noch sechs weitere im Kreis aufgebaut werden, zusammen geschaltet.
Inzwischen steht auch genau fest, wie die Bürgerinnen und Bürger die schnelle Internetverbindung nutzen können. Wer bislang bei einem anderen Anbieter einen Vertrag hat, soll erst dann aktiv werden, wenn der Ausbau in der eigenen Ortschaft beginnt. Mit Flyern und Anzeigen will die Breitband Main-Kinzig GmbH die Haushalte darüber informieren, wenn der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel gekommen ist. Diesen übernimmt dann, vergleichbar zu einem Wechsel bei Strom oder Gas, die Firma M-net und gewährleistet, dass die Bürgerinnen und Bürger ihre bisherige Telefonnummer behalten.
Anschließend bekommt der neue Kunde ein Gerät („Fritz-Box“) zugeschickt, dass sich ganz leicht an die bestehenden Telefonkabel anschließen lassen und auch einfach zu konfigurieren sein soll. Klappt das nicht, kommt ein örtlicher Vertriebspartner von M-net vorbei und schließt die Box an. Der Anschlusspreis für eine 50 Mbit-Verbindung beläuft sich auf 42,90 Euro, alternativ wird eine 18 Mbit-Verbindung für 34,90 Euro angeboten. Jeder Kunde, der angeschlossen wird, soll übrigens die volle Geschwindigkeit erhalten. Aktuell kann es selbst innerhalb von Ortschaften zu erheblichen Unterschieden bei der Datenübertragung kommen.
4900 Haushalte haben im Main-Kinzig-Kreis ihr Interesse am neuen Internetangebot bekundet, für das Landrat Pipa auf 21 Bürgerversammlungen persönlich geworben hat. „Die Zukunft des Main-Kinzig-Kreises können wir nur mit schnellem Internet erhalten“, betonte er auch gestern noch einmal den Stellenwert dieses Projekts. Mit dem üblichen politischen Seitenhieb: Bis auf die FDP würden alle Parteien im Kreistag hinter der vor einem Jahr verabschiedeten Breitband-Initiative stehen.
Außen vor sind weiterhin die Bürger in den Städten und Gemeinden, in den von den politischen Entscheidungsträgern bereits vor dem kreisweiten Beschluss Verträge mit Internetanbietern geschlossen wurden. In Erlensee, Ronneburg, Teilen von Hanau und Maintal und auch dem Freigerichter Ortsteil Horbach darf die Breitband Main-Kinzig GmbH deshalb nicht aktiv werden. Dort sind allerdings längst nicht alle Bürger mit dem Angebot zufrieden, Abhilfe kann Pipa aber nicht versprechen. „Ab 2015 schauen wir uns die Gesamtsituation im Main-Kinzig-Kreis an und werden entscheiden, ob wir dort etwas tun können“, seien mögliche neue Investitionen in diesen Bereichen von den bisher veranschlagten 65 Millionen Euro allerdings nicht abgedeckt.
In der nächsten Woche werden 23 Baustellen freigegeben, die für die Verlegung der Glasfaserkabel eingerichtet werden. Nach Ostern soll dann als erste Bildungseinrichtung auch die Kreisrealschule Bad Orb in den Genuss von schnellem Internet kommen. Laut Pipa soll dort sogar rein technisch eine Anbindung von bis zu 1.000 Mbit möglich sein.
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