„Große Koalition verrät die Jugendlichen"

Politik
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Die Ablehnung ihres Antrages zur kurzfristigen Beschaffung mobiler Luftreinigungsgeräte für alle Klassenräume durch die Große Koalition (wir berichteten) stößt bei der FDP-Fraktion im Kreistag des Main-Kinzig-Kreises auf massive Kritik.

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Die Freien Demokraten hatten ihren Antrag zur Sitzung des Kreistages am 16. Juli am 24.06.2021 eingereicht, nachdem der Kreisbeigeordnete und Schuldezernent Winfried Ottmann (CDU), zuletzt Mitte Juni gegenüber der Fraktionsspitze klargemacht hatte, dass man im Kreis die Wirksamkeit der mobilen Geräte bezweifle und die Kosten zu hoch seien. „Unter wiederholtem Hinweis auf die seit Monaten existierenden Gutachten, die die Wirksamkeit von mobilen Luftreinigungsgeräten zur Beseitigung von Viren in Klassenräumen bewiesen haben, haben wir im Rahmen der Gespräche mit Vertretern von SPD und CDU nach der Kommunalwahl wiederholt die Ausstattung aller Klassenräume gefordert“, erläutert Anke Pfeil, Vorsitzende der FDP-Kreistagsfraktion.

„Die heutigen Koalitionäre haben dabei nicht ansatzweise Bereitschaft gezeigt, die Anschaffung der Geräte auch nur in Erwägung zu ziehen. Da ist uns der Geduldsfaden gerissen“, erläutert Pfeil die parlamentarische Initiative der Freien Demokraten. Dass die Kreisspitze sich zeitlich passend zur Kreistagssitzung, entschieden hat, für die Klassenräume der Schuljahrgänge 1- 6 nun doch mobile Luftreinigungsgeräte beschaffen zu wollen, ist für Anke Pfeil zweifelsfrei auf ihren Antrag zurückzuführen: „Es ist offensichtlich, dass diese Entscheidung unter dem Druck des FDP-Antrags gefallen ist. Es freut uns, dass wir mit unserer Beharrlichkeit gegenüber den Entscheidungsträgern bei CDU und SPD zumindest diese Einsicht generieren konnten.“

Leider habe sich die Kreisspitze in der Vergangenheit lediglich auf das die wissenschaftlichen Fakten geradezu störrisch bestreitende Umweltbundesamt berufen. Sich ernsthaft selbständig mit den seit Monaten vorliegenden Gutachten zur Wirksamkeit der mobilen Luftreinigungsgeräten in Klassenzimmern befasst, wie es die FDP-Fraktion forderte, hab man sich im Kreisforum scheinbar nicht. Inzwischen sei nun endlich auch das Umweltbundesamt zu einer Neubewertung der Wirksamkeit gekommen. "Hätte die Kreisspitze frühzeitig die Ratschläge der FDP-Kreistagsfraktion ernst genommen, könnte der Main-Kinzig-Kreis heute guten Gewissens von sich sagen, alles in seiner Macht Stehende getan zu haben, um den Schülerinnen und Schülern nach den Sommerferien eine möglichst sichere Rückkehr in die Schulen zu ermöglichen", so die FDP.

Stattdessen habe man mit der abwehrenden Haltung wertvolle Zeit verschwendet. Diese langwierige ausharren könnte aus Sicht der FDP für die Jugendlichen im Landkreis nun ernsthafte Folgen bedeuten. „Wir halten die Entscheidung, die Luftreinigungsgeräte nur für Klassenräume der unter 12-jährigen beschaffen zu wollen, für fatal“, erklärt Pfeil. Die Jahrgangsstufen ab der 7. Klasse werden vom Main-Kinzig-Kreis einzig mit der Begründung, dass für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahre bereits ein Impfstoff zugelassen sei, weiterhin im Stich gelassen.

„Eine Empfehlung der STIKO für unter 16-Jährige fehlt jedoch weiterhin, die Skepsis gegenüber einer Impfung ist bei Eltern und der betroffenen Altersgruppe selbst, daher nachvollziehbarer Weise groß“, merkt Pfeil an. „Selbst eine kurzfristig erfolgende Empfehlung der STIKO kann nicht garantieren, dass sich die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler zeitnah impfen lässt.“ Diesbezüglich darf von Politik und Verwaltung auch kein Druck ausgeübt werden. „Klar ist jetzt jedenfalls, dass weder die Kreisspitze noch die große Koalition im Main-Kinzig-Kreis bereit sind, auch die Jugendlichen über 12 Jahre so gut zu schützen, wie es nach dem Stand der Wissenschaft und der Technik möglich wäre“, wirft Pfeil SPD und CDU vor.

„Es bleibt also bei Sonntagsreden. Das empfinden wir als Verrat an den Jugendlichen“, schließt Pfeil besorgt und fordert erneut vehement ein Umdenken bei CDU und SPD im Sinne der Gesundheit der Kinder.



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