Masterplan „Radwege an Bundesstraßen“ notwendig

Politik
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Nicht einmal entlang der Hälfte der Bundesfernstraßen in Deutschland sind Radwege ausgebaut.

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Dies ergab die Antwort auf eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung. Demnach sind landesweit 59% der Bundesstraßen nicht mit einem Radweg ausgestattet. Der ACE, Deutschlands zweitgrößter Auto Club, fordert von Bund und Ländern einen gemeinsamen Masterplan, um diesen Zustand schnell zu beseitigen.

Der Pressesprecher des ACE Kreisverbandes Main-Kinzig & Wetterau, Anton Hofmann, ist sich mit Stefan Heimlich, Vorsitzender des ACE, einig und stellt klar: „Tatsache ist: Es gibt zu wenig Radwege entlang von Bundesstraßen in Deutschland. An 59% der Bundesstraßen existiert kein Radweg. Wie sicher die vorhandenen Radwege sind, zeigt die Entwicklung der Unfälle mit Personenschaden unter Beteiligung eines Fahrrades auf diesen Strecken: Wurden 2010 insgesamt 7.005 Personen verletzt, waren es 2019 erschreckende 8.446 – davon 1.194 außerorts. Fest steht, dass Radfahren schnell deutlich sicherer werden muss. Wir fordern angesichts dieser Faktenlage die Landesregierungen und den Bund auf, einen signifikanten Ausbau von sicheren Radwegen und Radschnellwegen an Bundesstraßen gezielt voranzutreiben. Dazu gehören nicht nur Sonntagsreden voller Beteuerungen und die Bereitstellung von Finanzmitteln. Ein transparenter, durchdachter Masterplan mit bindendem Zeitrahmen muss her, dessen Umsetzung verpflichtend ist!“.

Derzeit weisen lediglich 41% der Bundesstraßen Radwege auf. Schlusslicht ist laut Bundesregierung Baden-Württemberg, mit einem Anteil von nur 17%. Pressesprecher Anton Hofmann weist darauf hin, dass der lange gültige Spruch „Hessen vorn“ in diesem Fall leider nicht mehr zutrifft, den „Hessen liegt mit nur 24% auf dem vorletzten Platz hinten“ – weit abgeschlagen von den anderen Bundesländern. „Einige Landesregierungen sind beim Radwegeausbau nicht gerade ruhmreich unterwegs“, ergänzt der ACE-Pressesprecher. Doch auch die erklärten Ziele der Radverkehrsoffensive der Bundesregierung – ein flächendeckendes Radverkehrsnetz, sichere und gut ausgebaute Wege, eine Entflechtung der Verkehre und eine Vernetzung der Verkehrsträger – sind in weiter Ferne.

Hofmann macht deutlich: „Verkehrssicherheit muss Priorität haben. Ganz egal, mit welchem Verkehrsmittel man unterwegs ist. Wo immer möglich, sollten der Radverkehr und Pkw- & Lkw-Verkehr deshalb auch voneinander getrennt werden. Der Main-Kinzig-Kreis ist dabei vorbildlicher dabei und unterstreicht dies mit der jährlichen Radveranstaltung >Kinzigtal total< (das in diesem Jahr wegen den steigenden Zahlen in der Corona –Pandemie wieder abgesagt werden musste). An Bundesstraßen gilt das ganz besonders.“

Foto: Jürgen und Edeltraud Zuschlag mit ihren E-Bike/ Pedelec auf dem Fahrradweg von Nieder- nach Oberrodenbach unterwegs.