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Der Main-Kinzig-Kreis arbeitet an der Verbesserung der ärztlichen Versorgu0ng und fördert Praxisneugründungen, Weiterbildungen von medizinischem Personal sowie Modellprojekte. Mit umfassenderen Kompetenzen könnte der Landkreis aber mehr erreichen, ist die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler überzeugt.

Zu einem lebenswerten Wohnort gehört eine gute ärztliche Versorgung – die ist abseits der Ballungsräume aber nicht immer gegeben. Wie kann man junge Ärzte begeistern, auch in ländlichen Regionen des Kreises zu arbeiten? Mit dieser Frage beschäftigt sich unter anderem Julia Fock, die seit zwei Jahren im Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr eine sogenannte Koordinationsstelle für die ärztliche Versorgung innehat. Sie ist zuständig für das kreiseigene Förderprogramm, unterstützt bei Projekten zur Verbesserung der ambulanten Versorgung und ist Ansprechpartnerin und Beraterin für alle Akteure, die an der Gesundheitsversorgung beteiligt sind; seien es Gemeinden, der Allgemeinmedizinische Weiterbildungsverbund Main-Kinzig, die Kassenärztliche Vereinigung Hessen, niedergelassene Ärzte, Medizinstudenten oder Weiterbildungsassistenten. Eine solche Stelle ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber die Kreisspitze mit Landrat Thorsten Stolz und der Ersten Kreisbeigeordneten Susanne Simmler (SPD) will die Herausforderungen des Ärztemangels proaktiv angehen.

Seit einem Jahr wird mithilfe von Interviews in einer umfassenden Analyse erfasst, wie die ärztliche Versorgung aussieht und welche Entwicklung, etwa durch den Ruhestand von Ärzten, zu erwarten ist. In Gesprächen mit diversen Gruppen wird ermittelt, welche Unterstützung vor Ort benötigt wird. Im Rahmen eines Förderprojekts hat der Landkreis bereits mehrere Neuniederlassungen von Einzel-, Gemeinschaftspraxen oder Medizinischen Versorgungszentren unterstützt. Gefördert wurden in den letzten zweieinhalb Jahren Ärztinnen und Ärzte aus 19 Gemeinden mit einer Gesamthöhe von 723.000 Euro. Susanne Simmler sieht hier großes Potenzial: „Die Landkreise und Kommunen kennen die regionalen Bedürfnisse, daher sollten sie auch bei der Sicherstellung der ärztlichen Versorgung eine wichtigere Rolle spielen“, betonte die Gesundheitsdezernentin kürzlich in einem Gespräch mit der Bundestagsabgeordneten Bettina Müller. Denn derzeit haben die Landkreise im Sozialgesetzbuch V, das das Thema Gesetzliche Krankenversicherung behandelt, keine nennenswerte Bedeutung. „Hätten wir jedoch Kompetenzen in der Versorgungsplanung mit entsprechenden finanziellen Mitteln, könnten wir effizienter agieren“, so Susanne Simmler. Julia Fock ergänzt: „Mit Modellprojekten, beispielsweise im Bereich der Telemedizin oder der sektorenübergreifenden Versorgung, können wir viel anstoßen. Ist aber das Projekt befristet, ist es schwer, dafür Gesundheitsakteure zu gewinnen. Gleichzeitig ist bei solchen alternativen Versorgungsmodellen auch klar, dass mehrere Gemeinden zusammenarbeiten müssen und nicht eine alleine solche Angebote stemmen kann.“

Bettina Müller sieht das Thema ärztliche Versorgung ebenfalls als essentiell für den Landkreis. „Es reicht nicht aus, die Entwicklung zu beobachten. Wir brauchen eine Vision und müssen diese mit Leben füllen. Wir stehen vor einem Umbruch in der medizinischen Versorgung. Das betrifft nicht nur die Anzahl an Ärzten und ausgebildeten Fachkräften, sondern auch die Art der Versorgung. Eine moderne Betreuung wird dabei zunehmend wichtiger“, so die Politikerin, die auch Rechtsanwältin und als Krankenschwester ausgebildet ist.

Zu einer zukunftsorientierten Versorgung gehöre beispielsweise, die Bedürfnisse der jüngeren Generation zu berücksichtigen, wie Simmler betonte. Einige wollten nicht mehr Einzelkämpfer sein und alleine eine Praxis führen, sondern im Team einer Gemeinschaftspraxis arbeiten und sich damit die umfangreiche Arbeitszeit sowie das geschäftliche Risiko teilen. „Größere Versorgungsstrukturen mit mehreren Leistungserbringern könnten sowohl die Bedürfnisse der jungen Ärzte nach besseren Arbeitsbedingungen erfüllen als auch eine patientenorientierte Versorgung verbessern“, ist die Erste Kreisbeigeordnete überzeugt. Hebammen lassen sich leichter für eine Tätigkeit im Krankenhaus begeistern, wenn es verschiedene Arbeitsmodelle gibt, die mit dem Familienleben vereinbar sind. Patienten, die nicht mobil sind, könnten in unkomplizierten Fällen, zum Beispiel für ein Folgerezept, von Online-Sprechstunden profitieren.

Schließlich gehe es darum, im Ausbildungsbereich (Um-)Schulungen zu fördern, um mehr medizinische Fachkräfte zur Verfügung zu haben. Auch durch die zunehmend ältere Bevölkerung ist mit mehr Ärztebedarf zu rechnen. „Daher wird unser Engagement im Gesundheitsbereich weiterhin notwendig sein, aber als Landkreis alleine können wir die künftigen Herausforderungen nicht stemmen“, betont Susanne Simmler. Sie appelliere daher an die Bundespolitik, zur Erfüllung dieser Aufgaben die gesetzlichen und finanziellen Grundlagen zu schaffen.

Foto: Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Julia Fock sprachen mit Bettina Müller über die ärztliche Versorgung und welche Rolle den Landkreisen zukommt (von links).



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