Die umständliche Alternative: Umstieg in Frankfurt oder Fulda. Das Ärgerliche: Viele ICEs passieren Hanau, halten dort aber nicht an. Zum Fahrplanwechsel 2021/2022 verspricht die Deutsche Bahn endlich Besserung. Es sollen zusätzliche Halte der Linie Frankfurt Flughafen – Berlin kommen. Damit sind Hanau und die Hauptstadt fast den ganzen Tag über im Stundentakt verbunden. Auch die Verbindung Hanaus zum Flughafen wird verbessert. Die Deutsche Bahn beginnt, ihr Versprechen von 2017 einzulösen. Seinerzeit wurden die Halte der Linie Berlin-Stuttgart in Hanau gestrichen. Der Wermutstropfen: Bereits ab Juli 2022 zwingen Baustellen dazu, das Angebot schon wieder auszudünnen.

„Das ist ein Fortschritt in eine bessere Vergangenheit“ freut sich Dr. Gunther Quidde, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern. „Nur schade, dass ausgerechnet Frühaufsteher noch etwas früher aufstehen müssen, um nach Wolfsburg oder Berlin zu kommen. Denn die müssen noch immer umsteigen, da das Angebot in den Morgenstunden sehr dünn ist. Wenn wir mehr Autofahrer in die Bahn locken wollen, müssen die Verbindungen noch besser werden“, so Quidde.

Thomas Morlock, Stadtrat und Verkehrsdezernent der Stadt Hanau, lenkt den Blick auf kleinräumige Wirkungen eines verbesserten ICE-Angebots für Hanau. „Je besser das Angebot, umso eher können Menschen in Hanau sowie Besucher unserer Stadt die Bahn als Alternative zum Auto nutzen. Das bringt langfristig mehr Entlastung für unsere Straßen und kommt unserer Stadt in Gänze zugute. So gelingt die Verkehrswende.“ Hierzu brauche es zukünftig noch bessere Verbindungen in andere Teile der Republik. „Unsere Forderung nach zusätzlichen Halten der ICE-Linie Essen-München gilt weiterhin. Das ist mit Blick auf Fahrzeitreserven möglich, und dafür wir werden wir uns einsetzen“, so Morlock.

Trotzdem können die Hanauer sich freuen – und das nicht nur über die bessere Verbindung in Richtung Berlin. „Erstmalig wird eine ICE-Verbindung zum Flughafen ohne Umweg über den Frankfurter Hauptbahnhof geschaffen. So kann der Flughafen künftig nicht nur regelmäßiger, sondern auch schneller als bisher, nämlich in weniger als 30 Minuten erreicht werden. Das rückt Hanau und die Welt näher zusammen“, hält Morlock fest. Rüdiger Krenkel, Geschäftsführer der Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig, sieht mit dem Fahrplanwechsel im Fernverkehr auch positive Impulse für den ÖPNV. „Eine gute Fernbahnanbindung in Hanau stärkt die Rolle des Hauptbahnhofs für die Region. Die Nutzung des ÖPNV wird attraktiver, je weniger Umstiege nötig sind. Insbesondere für den stark wachsenden westlichen Main-Kinzig-Kreis ist das eine gute Nachricht, da Wege zum und vom Frankfurter Hauptbahnhof für Umsteigezwecke vermieden werden.“

Langfristig müsse aber mehr geschehen. Einerseits müsse der Hanauer Hauptbahnhof als ICE-Halt weiter gestärkt werden. „Das ICE-Angebot in Hanau gilt es so auszubauen, dass auch Verbindungen nach Süd- und Westdeutschland gestärkt werden. Für diese Verbindungen fungiert aktuell noch der Frankfurter Hauptbahnhof als Hauptumsteigepunkt. Zur Realität gehört aber auch“, so Krenkel, „dass für den östlichen Main-Kinzig-Kreis in und aus Richtung Berlin nach wie vor Fulda als Umsteigebahnhof in Frage kommt. Im Zuge des Ausbaus der Kinzigtalstrecke und eines besseren Nahverkehrsangebots auf dieser sollte daher langfristig ein Fernbahnangebot durch IC- und EC-Züge in Gelnhausen ermöglicht werden“, so Krenkel abschließend.


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