FDP für schnellen Glasfaserausbau auch im Ostkreis

Politik
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Die Ausbau-Planungen des Main-Kinzig-Kreises für schnelles Internet haben Kommunalpolitiker der FDP aus dem östlichen Main-Kinzig-Kreis mit Vertretern der Kreis-FDP kurz vor Weihnachten in Bad Orb diskutiert.

Auslöser dafür war ein Zeitungsartikel des Hanauer Anzeigers über die kreiseigene Breitband Main-Kinzig GmbH, in welchem der CDU-Kreisbeigeordnete und Aufsichtsrats-Vorsitzende Wilfried Ottmann darlegt, dass der Glasfaserausbau (FTTH) für die Privathaushalte diesmal von West nach Ost stattfinden solle.

Der FDP-Kreisvorsitzende Daniel Protzmann erläuterte in dem Treffen eingangs technische Fragen zum Breitband-Ausbau. Insbesondere der Unterschied zwischen dem bisherigen Breitbandstandard durch Kupferkabel (FTTC) und der zukunftssicheren Glasfasertechnologie bis ins Haus (FTTH) ist in der Öffentlichkeit noch zu wenig bekannt.“ Bislang führen die Glasfasern nur bis zu den Verteilerschränken auf der Straße, der Hausanschluss erfolgt über teils jahrzehntealte Kupferkabel der Telekom. Zeitgemäß ist es, die Glasfasern bis in die Wohnung zu führen”, erklärte der Diplom-Informatiker.

Prof. Joachim Fetzer, stellvertretender Kreisvorsitzender, berichtete über die Finanzierungsmöglichkeiten durch Bundesmittel im Rahmen der sogenannten Gigabitrichtlinie. Deren Grundidee ist, dass private Investitionen sich naturgemäß auf eher lukrative Ausbaugebiete konzentrieren werden und sich der letztlich mit Steuergeldern finanzierte Ausbau auf die finanziell weniger attraktiven Regionen konzentrieren solle. „Wir Freie Demokraten wollen, dass alle im Kreis so schnell wie möglich einen echten Glasfaseranschluss ins Haus bekommen können“, fasst Fetzer die Kernforderung zusammen.

Für die Vertreter der Ortsverbände Bad Orb-Jossgrund, Steinau und Schlüchtern-Sinntal steht die Wichtigkeit einer guten Internetanbindung des östlichen Main-Kinzig-Kreises außer Frage. Zwar könne man den künftigen Bedarf von Privatpersonen und auch Unternehmen nicht genau einschätzen. „Aber auch nach der Pandemie werden Videokonferenzen und Home-Office weit mehr zum Alltag gehören als vorher“, betont Michael Otten aus Bad Orb. „Schnelles Internet ist kein Luxusgut, sondern selbstverständliche Infrastruktur wie Strom und Wasser“. Frisches Wasser hole man auch nicht mehr mit dem Holzeimer aus dem Dorfbrunnen und DVDs für größere Datenmengen werde irgendwann der Vergangenheit angehören.

„Der Bedarf in den Privathaushalten steigt eher langsam und läuft den neuen technologischen Möglichkeiten hinterher,“ präzisiert Marcus Pauli aus Steinau und kritisiert die häufig abwartende Haltung: „Was heute ausreichend ist, kann sich morgen schon als deutlicher Engpass erweisen.“ Daher sei nicht zu verstehen, warum von Seiten des Kreises nicht wieder der bewährte Weg von Ost nach West eingeschlagen werde, zeigt sich der FDP-Vorsitzende aus Steinau irritiert.

„In unseren Neubaugebieten findet der Glasfaserausbau im Wesentlichen durch private Anbieter statt“ berichtet Michael Otten aus Bad Orb und fragt: „Was wird aus den Bestandsgebieten?“ Eine abschließende Antwort hat darauf angesichts der komplexen Förderbedingungen niemand. Fetzer weist darauf hin, dass ein Ausbau in Gebieten und Straßenzügen jedenfalls dann nicht mit staatlicher Förderung möglich sei, wenn die Bewohner im Rahmen von Kabelfernsehversorgung mittels Koaxialkabel schon jetzt Zugang zu einigermaßen hohen Bandbreiten haben. „Das gilt auch für andere Kommunen, in denen ein geförderter Ausbau durch die Breitband GmbH stattfinden soll,“ zeigt der Kreispolitiker die Grenzen des Ausbaus mit öffentlicher Förderung auf.

Vor diesem Hintergrund betonen Protzmann und Fetzer, dass die Breitband Main-Kinzig als kreiseigene Gesellschaft ein großer Gewinn und eine große Chance für einen zügigen Ausbau der Infrastruktur im Main-Kinzig-Kreis darstellt. Am schnellsten werde das wohl dann möglich sein, wenn Privat und Staat sich nicht als Gegner, sondern als Partner verstehen, wie es in der Sozialen Marktwirtschaft üblich ist. Ein sich ergänzendes Miteinander von gefördertem Ausbau in den weniger dicht besiedelten Regionen und möglichst privater Ausbau in den betriebswirtschaftlich attraktiveren Räumen dürfte im Gesamtkreis den schnellsten Ausbau ermöglichen. „Wer exklusiv Steuergelder für Infrastruktur ausgeben kann, hat eine besondere Verpflichtung dort anzufangen, wo die privaten Anbieter kein Interesse zeigen.“ Die FDP-Vertreter aus den östlichen Kreisregionen forderten abschließend, mit dem FTTH-Glasfaserausbau wie bei den vergangenen Runden im Ostkreis zu beginnen.


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