Kreisbeigeordneter Matthias Zach hat in den vergangenen Tagen mehrere Bescheide zum Ausbau der U3-Betreuung an die Bürgermeister der Kommunen des Main-Kinzig-Kreises überreicht.




Mit den Bewilligungsbescheiden mit einer Gesamtsumme von rund 1,8 Millionen Euro sollen in den nächsten Monaten in Maintal, Gründau, Neuberg, Biebergemünd, Ronneburg, Freigericht, Nidderau und Gelnhausen insgesamt 233 weitere Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren in kommunalen Einrichtungen, kirchlichen Kindergärten und Tagespflegeprojekten entstehen. „Der Ausbau der U3-Betreuung ist eine Herkulesaufgabe, der sich die Städte und Gemeinden stellen“, betont Matthias Zach und wünscht sich für kommende Aufgaben eine neue Form der Finanzierung.


Ab dem 1. August dieses Jahres haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für ihre Kinder unter drei Jahren. Für 35 Prozent der Kinder eines Geburtenjahrgangs müssen die Kommunen einen Betreuungsplatz vorhalten. Allerdings sei die Marke von 35 Prozent seinerzeit bei den Krippengipfeln zwischen Bund und Ländern „eher willkürlich festgelegt worden“, wie der Jugenddezernent betont. Zach geht davon aus, dass schon in naher Zukunft wesentlich mehr Plätze benötigt werden. „Kinderbetreuung ist eines der Schlüsselthemen unserer Zeit“, hebt Zach hervor. Der Kreisbeigeordnete schätzt, dass bereits in den kommenden drei Jahren der Bedarf an den Betreuungsplätzen deutlich ansteigen wird. „Er wird kontinuierlich steigen. In einigen Städten und Gemeinden reichen 35 Prozent schon im August nicht aus. In zehn Jahren wird der Bedarf meiner Einschätzung nach eher bei 90 bis 95 Prozent eines Jahrganges liegen, so wie wir es heute schon von der Betreuung der Kinder ab drei Jahren kennen“, berichtet Zach.
Für die Kommunen ist die Kinderbetreuung eine Herzensangelegenheit – und stets defizitär. In der Stadt Gelnhausen beispielsweise beträgt die jährliche Unterdeckung in Summe knapp drei Millionen Euro, in Freigericht liegt sie nur wenig darunter. „Wenn man sich diese Zahlen anschaut, wird deutlich, dass der Bund und das Land die Kommunen künftig in diesem Bereich besser unterstützen müssen“, macht Zach deutlich. Die Beteiligung am Ausbau der U3-Betreuungsplätze sei die eine Seite, der Betrieb und der Unterhalt eine ganz andere. „Jede Kommune muss zusätzlich Erzieherinnen und Erzieher einstellen, muss die Einrichtungen betreiben und unterhalten, Reparaturen und Instandsetzungen durchführen. Und zwar Jahr für Jahr. Das überschreitet die finanziellen Möglichkeiten der Kommunen deutlich“, unterstreicht der Kreisbeigeordnete. Skeptisch ist Zach, die Eltern noch mehr zu belasten, stattdessen fordert er ein neues System der Finanzierung der Kinderbetreuung. So sei man sich bundesweit einig, dass frühkindliche Bildung im Kindergarten beginne, und auch der Bildungs- und Erziehungsplan des Landes Hessen umfasse die Altersstufen null bis zehn Jahre; Argumente genug, die Finanzierung auf mehrere Schultern zu verteilen, „da Bildung vom Land bezahlt wird“. Daher sieht Zach ebenso wie jetzt beim Ausbau der Einrichtungen Bund und Land in der Pflicht, die Kommunen zu unterstützen. „Wir werden nicht umhin kommen, dies neu zu ordnen“, ist sich Zach sicher.
In den Kommunen überreichte der Kreisbeigeordnete Bescheide für Anträge der Kommunen aus den Jahren 2012 und 2013. Hier hat sich die Praxis mittlerweile verändert. Während der Jugendhilfeausschuss in der Vergangenheit eine Prioritätenliste zum Ausbau der U3-Betreuungsplätze erstellte, nach der sich die Höhe der Zuschüsse richtete, fungiert der Main-Kinzig-Kreis mittlerweile nur noch als „Überbringer“ der Anträge an das Hessische Sozialministerium. Die Entscheidung, welche Anträge bewilligt werden, wird in Wiesbaden getroffen und richtet sich nach dem Zeitpunkt des Antragseingangs. Dieses „Windhundprinzip“ hatte der Kreisbeigeordnete in der Vergangenheit bereits öfter kritisiert.
Die Bescheide und Projekte
Maintal: Die Stadt Maintal erhält für den Umbau und die Ausstattung der Kindertagesstätte Moosburger Weg 63.000 Euro (14 neue Plätze), für den Umbau und die Ausstattung der Kindertagesstätte Kilianstädter Straße 210.000 Euro (14 neue Plätze).
Gründau: Die Gemeinde Gründau erhält für den Anbau und die Ausstattung der Kindertagesstätte Sonnenschein in Rothenbergen 300.000 Euro (20 neue Plätze).
Nidderau: Die Stadt Nidderau erhält für den Anbau und die Ausstattung der Kindertagesstätte Eichen 135.000 Euro (12 neue Plätze).
Ronneburg: Die Gemeinde Ronneburg erhält für den Anbau und die Ausstattung der Kindertagesstätte „Die kleinen Ritter“ 120.500 Euro (20 neue Plätze).
Neuberg: Die Gemeinde Neuberg erhält für den Umbau und die Ausstattung der Dependance der Kindertagesstätte Tabalugaland im Alten Rathaus in Rüdigheim 30.000 Euro. (10 neue Plätze)
Biebergemünd: Die Gemeinde Biebergemünd erhält für den Neubau und die Ausstattung der Katholischen Kindertagesstätte Nepomuk in Kassel 150.000 Euro (10 neue Plätze) und für den Anbau und die Ausstattung der Katholischen Kindertagesstätte Kolibri 300.000 Euro. (20 neue Plätze).
Gelnhausen: Die Stadt Gelnhausen erhält für den Umbau und die Ausstattung der Kindertagesstätte Freche Früchtchen 67.000 Euro (20 neue Plätze) und für den Umbau und die Ausstattung der Kindertagesstätte Obermarkt ebenfalls 67.000 Euro (10 neue Plätze).
Freigericht: Die Gemeinde Freigericht erhält für den Anbau und die Ausstattung der Kindertagesstätte „Schatzkiste“ 336.000 Euro (30 neue Plätze) und für Anbau, Umbau und Ausstattung der Katholischen Kindertagesstätte St. Wendelin 119.000 Euro. (12 neue Plätze).
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