Main-Kinzig-Kreis sieht sich in Teststellenstrategie bestätigt

Politik
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Die rasante Ausbreitung der Coronavirusvariante Omikron setzt sich im Main-Kinzig-Kreis fort. Alleine in den vergangenen sieben Tagen hat sich weit mehr als ein Prozent der Bevölkerung im Kreisgebiet nachweislich mit dem Virus angesteckt, insgesamt 5546 Bürgerinnen und Bürger. Sie haben also einen konkreten Verdacht oder das Ergebnis eines positiven Selbst- beziehungsweise Schnelltests noch einmal per PCR-Test überprüfen lassen.

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Nach Plänen der Bundes- und Landesregierungen soll vielfach die Überprüfung per PCR-Testung entfallen und durch einen professionell durchgeführten Schnelltest genügen. Aus Sicht von Landrat Thorsten Stolz (SPD) „kann dies nur eine Übergangslösung für die Zeit der Laborengpässe sein“.

Stolz kann die Abwägung der Gesundheitsminister und der Bund-Länder-Gespräche nachvollziehen. Wenn nicht alle Betroffenen versorgt werden können, hätten sensible Bereiche und vulnerable Gruppen einen besonderen Vorrang. „Mittelfristig wird es aber gar nicht ohne ein Hochfahren der Laborkapazitäten gehen, denn gerade mit PCR-Tests sind Infektionen früher und sicherer zu erkennen“, erklärt der Landrat. Parallel dazu werde auch der Main-Kinzig-Kreis eine Ausweitung des PCR-Angebots an den Teststellen im Kreisgebiet vorantreiben.

Wie die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler (SPD) erläutert, setzt der Main-Kinzig-Kreis auf eine Test- und Teststellenstrategie, in der die Testqualität über allen anderen Gesichtspunkten stehe. Über das gesamte Kreisgebiet verteilt seien derzeit rund 130 Teststellen in Betrieb, die mit einer Beauftragung durch den Main-Kinzig-Kreis arbeiten, und zwar als Ergänzung zu den Testmöglichkeiten, die beispielsweise Arztpraxen bieten würden. Es kommen gelegentlich Teststellen hinzu, andere schließen. Die Schließungen sind überwiegend in Überlegungen zur Wirtschaftlichkeit seitens der Teststellenbetreiber begründet. Nur in Einzelfällen mussten Teststationen nach Überprüfungen des Amts für Gesundheit und Gefahrenabwehr schließen. In der Regel entdecken die Kontrolleurinnen und Kontrolleure nur geringfügige Mängel, die bis zur Nachkontrolle behoben sind.

„Wenn künftig die Antigen-Schnelltests an den Teststellen für einen größeren Teil der Bevölkerung maßgeblich sein sollen, dann kommt es noch einmal mehr darauf an, dass die Qualität stimmt und vor allen anderen Erwägungen stehen muss“, sagt Simmler. In den vergangenen Wochen hatten den Main-Kinzig-Kreis Anfragen von Teststellenbetreibern und teils auch von Bürgermeistern erreicht. Sie wollten gerne mehr Testangebote in den Kommunen umsetzen. Simmler kann das Ansinnen verstehen und versichert, dass diese Anliegen geprüft werden. „Qualität steht an erster Stelle, dann die Quantität, dann die Wohnortnähe für die Bevölkerung. Hätten wir eine Ballung der Testangebote vor den Toren Frankfurts, ohne Qualitätsprüfung vorab, hätten wir für den weiteren Infektionsschutz wenig erreicht“, so Simmler.

Das heißt aus Sicht des Main-Kinzig-Kreises, dass neben der erwiesenen Sachkunde eine ausgeprägte medizinisch-fachliche Qualifikation und Erfahrung stehen muss. „Wer seine Symptome mittels Antigen-Schnelltest abklären möchte, muss sich auf das Ergebnis anschließend – im Rahmen der vertretbaren Varianz – verlassen können“, betont Simmler. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt seien, könne die gestiegene Anzahl der Anträge schon recht kurzfristig dazu führen, dass mehr Schnelltest-Stationen eröffnen. An den neuen Stellen wie auch an den bisherigen soll die Möglichkeit ausgeweitet werden, sich per PCR-Test testen zu lassen. „An der Verfügbarkeit der PCR-Testmöglichkeiten wird es auch weiterhin nicht scheitern. Wir stellen uns aber genauso darauf ein, dass dauerhaft und verstärkt mit Antigen-Schnelltests der Nachweis über eine Infektion erbracht wird“, sagt Simmler.


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