SPD Main-Kinzig: Nachruf zum Tode von Erich Pipa

Politik
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Andreas Hofmann, Vorsitzender der SPD Main-Kinzig und Klaus Schejna, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion im Main-Kinzig-Kreis, haben den Tod des ehemaligen Landrats Erich Pipa als „schweren Verlust für die Sozialdemokratie im Main-Kinzig-Kreis und darüber hinaus“ bezeichnet.

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„Es ist eine traurige Nachricht für unseren Landkreis und alle Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten der SPD Main-Kinzig. Mit Erich Pipa verlieren wir einen engagierten Kämpfer für den Main-Kinzig-Kreis und seine Menschen. Sein unermüdlicher Einsatz für soziale Gerechtigkeit zog sich wie ein roter Faden durch seine gesamte politische Laufbahn. Unvergessen ist zum Beispiel sein Kampf für die Betreuung von Langzeitarbeitslosen in kommunaler Hand, der Anfang der 2000er Jahre schließlich dazu führte, dass der Main-Kinzig-Kreis deutschlandweit Vorreiter des sogenannten Optionsmodells wurde. Erich war immer ein Politiker der Leidenschaft, der nicht nur zuhören und reden, sondern auch konkret etwas verändern wollte“.

Dies wurde auch bei der Kommunalwahl 2016 und seiner letzten Spitzenkandidatur deutlich. „Bewegen statt reden“ lautete damals der Slogan der SPD Main-Kinzig als Pipa die Liste der SPD anführte. „Dieser Slogan beschreibt das politische Wirken von Erich Pipa genau und diese Einstellung zieht sich durch seine komplette politische Laufbahn“, so Andreas Hofmann. Diese begann schon 1965 im Alter von 17 Jahren mit seinem Eintritt in die SPD. Im selben Jahr begann er eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten bei der Stadt Hanau. Hier stieg er bis zum Oberamtsrat auf und wurde 1972 persönlicher Referent des Hanauer Landrates Martin Woythal. 1975 wurde er Geschäftsführer der SPD-Kreistagsfraktion und übernahm damit sein erstes politisches Hauptamt.

Diese Funktion hatte er zwölf Jahre inne, bevor er am 01. Februar 1987 zum Ersten Kreisbeigeordneten einer neuen Koalition aus SPD und Grünen gewählt wurde. In dieser Zeit machte sich Erich Pipa vor allem im Bereich der Umweltpolitik einen Namen. Bereits damals setzte er sich für die Errichtung zweier Blockheizkraftwerke in Rodenbach und Freigericht ein. Die Themen Nachhaltigkeit und die Nutzung von erneuerbaren Energien begleiteten während seiner gesamten Karriere. 1997 wurde er zum Vorsitzenden der SPD Main-Kinzig gewählt und stand damit an der Spitze der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Kreis. Dieses Ehrenamt übte er sieben Jahre aus. Als er 2004 bekannt gab, als Landratskandidat anzutreten, kandidierte er nicht weiter für den SPD-Vorsitz. 

2005 folgte dann der Konsequente nächste Schritt seiner beeindruckenden politischen Laufbahn. Erich Pipa wurde direktgewählter Landrat des Main-Kinzig-Kreises und trat damit die direkte Nachfolge von Karl Eyerkaufer an. 2011 wurde er mit großer Mehrheit im Amt bestätigt und begann seine zweite Amtszeit als Landrat. Erich Pipas politisches Wirken war immer geprägt von seinem Einsatz für die Menschen. „Der Satz - wir müssen immer an die Menschen und an das Ehrenamt denken - hat sich bei mir eingeprägt und war stets die Leitlinie seines politischen Handelns“, so Andreas Hofmann, Vorsitzender der SPD Main-Kinzig.

Vor diesem Hintergrund sind auch die zahlreichen Leuchtturmprojekte einzuordnen die Erich Pipa im Main-Kinzig-Kreis initiiert hat. Der flächendeckende Breitbandausbau in kommunaler Verantwortung ist ein solches Leuchtturmprojekt. „Hier hat Erich Pipa ein absolutes Zukunftsthema erkannt und dafür gesorgt, dass dies in Rekordzeit umgesetzt wurde. Ihm hat es der Main-Kinzig-Kreis zu verdanken, dass wir heute über ein so gutes Glasfasernetz verfügen und damit einen herausragenden Vorteil für die Menschen und die Unternehmen gegenüber anderen Landkreisen vorweisen können. Dies zählt sicher zu einem seiner größten Erfolgsprojekte“, so Hofmann weiter. Dabei waren seine Zielstrebigkeit und sein klarer Kompass durchaus auch manchmal mit Herausforderungen für seine politischen Wegegefährten verbunden. „Wenn Erich von etwas überzeugt, war, konnte er mit dem Kopf durch die Wand gehen und war nicht zu bremsen“, so der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Klaus Schejna. „Zweiflern begegnete er mit hochgekrempelten Ärmeln und den Worten ‚net babbele, mache!‘ Er hatte die Energie, unmöglich scheinendes zu realisieren und selbst anfängliche Kritiker mussten am Ende meist eingestehen, dass er aufs richtige Pferd gesetzt hatte“.

Die Neufassung des kommunalen Finanzausgleichs war ein weiteres Thema, das den ausgewiesenen Finanzexperten Erich Pipa während seiner Zeit als Landrat beschäftigt hat. Die finanziellen Spielräume der Kommunen und damit ihre Handlungsfähigkeit für die Bürgerinnen und Bürger waren ihm immer besonders wichtig. Dieser Einsatz für die kommunale Familie, wie er sie immer wieder bezeichnete, drückte sich auch im Vertrauen aus, das die anderen hessischen Landkreise ihm entgegenbrachten und ihn für die Zeit von 2013 bis 2017 zum Präsidenten des Hessischen Landkreistages wählten. Zudem erhielt er für sein Engagement am 19. Oktober 2015 vom damaligen hessischen Finanzminister Dr. Thomas Schäfer das Bundesverdienstkreuz. Elf Organisationen und Privatpersonen aus dem Main-Kinzig-Kreis hatten „ihren Landrat“ für diese Ehrung vorgeschlagen.

Auch die SPD Main-Kinzig ehrte Erich Pipa 2017 für sein langjähriges Engagement und seinen Einsatz für die Werte der Sozialdemokratie, so bekam er im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung vom damaligen SPD-Vorsitzenden Christoph Degen die Willy-Brandt-Medaille übergeben. Dies ist die höchste Auszeichnung der SPD und wird nur an Mitglieder vergeben, die sich um die Sozialdemokratie in besonderer Weise verdient gemacht haben. Christoph Degen erklärte damals: „Wer, wenn nicht Erich Pipa, hat diese Auszeichnung verdient?“ „Erich Pipa hat sich in über 50 Jahren als Sozialdemokrat tatkräftig für die Belange der Bürgerinnen und Bürger im Main-Kinzig-Kreis eingesetzt. Insbesondere sein Einsatz für Langzeitarbeitslose und sein Lieblingsprojekt Breitbandausbau haben ihn weit über die Grenzen unseres Kreises hinaus bekannt gemacht“. 

Diese Auszeichnungen, der Respekt und die Anerkennung die Erich Pipa über den Main-Kinzig-Kreis und Parteigrenzen hinaus zu teil werden, zeigen, dass er sich in seinem jahrzehntelangen Engagement immer für das Gemeinwohl eingesetzt hat. Sein Rat war in der Sozialdemokratie im Main-Kinzig-Kreis und in der gesamten Kreispolitik gefragt und geschätzt. Jetzt gelten unsere Gedanken seiner Frau Eveline und seinen Angehörigen. Gemeinsam trauern wir um einen beeindruckenden Menschen, der für viele im Main-Kinzig-Kreis ein Vorbild war“, so Hofmann und Schejna abschließend.


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