Kita-Streik: Demo und Kundgebung in Hanau

Politik
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Vor der nächsten Verhandlungsrunde Mitte Mai erhöht ver.di den Druck im Bereich Sozial- und Erziehungsdienst. In der kommenden Woche lassen in Hessen zunächst Sozialarbeiter*innen die Arbeit ruhen, dann Kitabeschäftigte und schließlich Beschäftigte der Behindertenhilfe. Die Aktionen beginnen am Montag, 2.5., mit den Beschäftigten aus der Sozialarbeit. Der Schwerpunkt liegt in Kassel.

Am Mittwoch, 4.5., werden Kitabeschäftigte in Gießen, Frankfurt, Wiesbaden, Hanau und Kassel demonstrieren und am Donnerstag, 5.5., findet ein landesweiter Aktionstag von Beschäftigten aus der Behindertenhilfe in Marburg statt.

Die bundesweit geführten Verhandlungen sind aus Sicht der Beschäftigten bisher enttäuschend verlaufen. Die Arbeitgeberseite habe bei den ersten beiden Verhandlungsrunden kaum Entgegenkommen gezeigt. Dabei seien nachhaltige Verbesserungen der Arbeitsbedingungen, Entlastung und die finanzielle Aufwertung der Tätigkeiten enorm wichtig, so Gewerkschaftssekretärin Kristin Ideler, bei ver.di Hessen zuständig für Sozialarbeiter*innen und Erzieher*innen: „Es ist fünf nach zwölf und die Arbeitgeber handeln nicht. Es fehlt immer mehr Personal. Es muss jetzt gehandelt werden. Die Arbeitsbedingungen des Bestandspersonals müssen besser werden. Denn so geht´s nicht weiter. Deswegen startet ver.di am 4. Mai auch eine Buchreise durch hessische Kitas mit dem Titel „Die unendliche Geschichte des Personalmangels“. Damit zeigen Beschäftigte direkt und ungeschönt auf, wie schlimm es ist und dass es so nicht weitergeht.“

Streiks und Kundgebungen am 4.5:

In Gießen treffen sich die Streikenden aus Mittelhessen beim Parkplatz Hessenhallen 10:00 Uhr. Von dort aus zieht eine Demonstration zum Berliner Platz, wo es ab 11:00 Uhr eine Kundgebung gibt.

In Frankfurt Gewerkschaftshaus, Wilhelm-Leuschner Str. 69-77, 10:00 Start Fahrrad- und Fußgänger*innen-Demonstration zur Hauptwache, wo um 11:50 eine Kundgebung stattfindet.

In Hanau treffen sich die Streikenden der Region ab 10:00 Uhr am Freiheitsplatz. Dort startet um 10:30 Uhr eine Demonstration, die auch dorthin wieder zurückkehrt für eine  Abschluss-Kundgebung.

In Kassel sind alle Erzieher*innen der nordhessischen Kommunen zum Warnstreik aufgerufen. Um 10:00 Uhr findet eine Kundgebung auf dem Opernplatz statt.

In Wiesbaden gibt es am Vormittag eine Aktion.

Am 5.5. gibt es einen landesweiten Aktionstag der Behindertenhilfe in Marburg. Um 10 Uhr ist Treffpunkt am Parkplatz Georg-Gaßmann Stadion. Dort startet eine Demonstration mit Ziel Marktplatz am Rathaus. Bei der Kundgebung dort spricht das Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler.

Rund 40.000 Beschäftigte in Hessen sind direkt von der Tarifauseinandersetzung betroffen. Insgesamt arbeiten hier jedoch an die 100.000 Menschen in diesem Beschäftigungsfeld. Sie kommen zu rund 75 Prozent aus der Kindertagesbetreuung, zu 15 Prozent aus der Sozialarbeit und zu 10 Prozent aus der Behindertenhilfe. Da sich auch Arbeitgeber außerhalb des öffentlichen Dienstes direkt am Tarifvertrag orientieren, können Verbesserungen auch den dortigen Beschäftigten zu Gute kommen.

Die Tarifverhandlungen Sozial- und Erziehungsdienst öffentlichen Dienst der Kommunen für die bundesweit rund 330.000 Beschäftigten werden zentral geführt. In der zweiten Runde Ende März hatte es keine Annäherung gegeben. ver.di fordert in den Tarifverhandlungen eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel und die finanzielle Anerkennung der Arbeit der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst. Die dritte Verhandlungsrunde findet am 16./17. Mai in Potsdam statt.