Weniger Geflüchtete: Notunterkünfte in Ronneburg und Bruchköbel schließen

Politik
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Der Verwaltungsstab des Main-Kinzig-Kreises hat in den vergangenen Tagen einen Stufenplan festgezurrt, wie es mit den Erst- und Notunterkünften im Kreisgebiet weitergeht. Seit Ende Februar hatten der Main-Kinzig-Kreis und die Stadt Hanau mit Unterstützung von Hilfs- und Rettungsverbänden sowie privaten Betreiberfirmen insgesamt sechs Standorte aufgebaut. In Birstein, Bruchköbel, Hanau-Mittelbuchen, Langenselbold, Wächtersbach sowie im Jugendzentrum Ronneburg wurden in den vergangenen zehn Wochen seit Beginn des Kriegs in der Ukraine viele hundert Vertriebene aufgenommen und versorgt, bevor sie in eine dauerhafte Bleibe wechseln konnten.

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„Die Flüchtlingszahlen, die uns das Land Hessen für die kommenden Wochen als Prognose vorgelegt hat, lassen es nun aus unserer Sicht zu, erste Standorte wieder ihrem eigentlichen Zweck zuzuführen“, kündigte Landrat Thorsten Stolz an. Konkret werden die Einrichtungen in Ronneburg bis Ende Mai und Bruchköbel bis Ende Juni wieder zurückgebaut. Für den Stufenplan hat der Main-Kinzig-Kreis verschiedene Faktoren berücksichtigt. Dabei spielten die Hallenkapazitäten, das Versorgungsumfeld, die Vertragssituation, das Thema Schulsport und auch die geografische Verteilung eine Rolle, neben der Reihenfolge der Eröffnung dieser Notunterkünfte. „Wir haben auf kurze Sicht genügend Kapazitäten zur Verfügung, um auf zwei Einrichtungen für die Erstunterbringung in unserem Kreisgebiet zu verzichten. Im nächsten Schritt sollen über den Sommer hinweg weitere Unterkünfte zurückgebaut werden. Aber wir müssen weiter vorsichtig planen, einen klaren Zeithorizont oder gar Endpunkt kann es mit Blick auf die Entwicklungen in der Ukraine nicht geben. Wir müssen in wenigen Wochen die Situation bewerten und dann auch erst entscheiden, was der zweite Schritt wirklich umfassen kann“, erklärt Thorsten Stolz.

Die Betreiber, die Rathäuser in Bruchköbel und Ronneburg sowie die Schulleitungen am Bruchköbler Schulzentrum hat der Main-Kinzig-Kreis bereits über den Rückbau der beiden Notunterkünfte informiert. Der Rückbau jeweils zum Monatsende hat mit laufenden Verträgen zu tun. Sofern es dem Main-Kinzig-Kreis bei der Aufnahme und Weitervermittlung der Geflüchteten in den kommenden Wochen aber möglich ist, insbesondere mit Blick auf die Schulsporthalle in Bruchköbel, könnte der Rückbau auch einige Tage früher beendet werden.
Bis Ostern hatte der Main-Kinzig-Kreis wöchentlich bis zu 250 neu ankommende Menschen aus der Ukraine untergebracht und versorgt, vorwiegend zentral. In den Wochen nach Ostern waren es bloß noch halb so viele Personen, zeitweise noch deutlich weniger, die dem Main-Kinzig-Kreis über den Königsteiner Schlüssel aus der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung zugeteilt wurden. Rund 4.100 Menschen sind von Kriegsbeginn bis diese Woche in den Main-Kinzig-Kreis gekommen. Von ihnen sind mittlerweile fast 90 Prozent in dauerhaften Wohnungen und Einrichtungen untergebracht.

Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler sieht die Fortschritte in der Vermittlung in Wohnungen als weiteren Faktor an, der den Rückbau erster Notunterkünfte begünstigt – gleichwohl „gibt es hier weiterhin jede Menge zu tun“. Der Main-Kinzig-Kreis hat sein Wohnraumversorgungsteam in der Koordinierungsstelle Ukrainehilfe zum Monat Mai um weitere drei Kräfte aufgestockt. Dass dennoch eine Reihe von angebotenen Wohnungen noch nicht belegt wurde, hänge mit der umfangreichen Detailarbeit, Ausstattungsnotwendigkeiten, Vertragsfragen oder auch der Komplexität der Bedarfe einzelner Familien zusammen. Das Interesse des Kreises an den Wohnungsangeboten bestehe unverändert fort und die Kontaktaufnahme und Vermittlung erfolge weiter mit Hochdruck.

„Ganz unabhängig, wie erfolgreich wir bei der Suche und Vermittlung von Wohnungen sind, werden wir voraussichtlich über den 30. Juni hinaus weiter flexible Erstaufnahme-Kapazitäten brauchen. Vielleicht sind es gegen Ende des Sommers nur noch zwei Standorte, vielleicht noch weniger. Je nachdem, wie sich der Krieg in der Ukraine entwickelt, kann es genauso sein, dass wieder mehr Menschen außerhalb der Ukraine Schutz und Hilfe suchen. Das kann im Moment eben keiner sagen. Deshalb gehen wir behutsam vor in der Planung der nächsten Schritte in unserem Stufenplan“, so Susanne Simmler.

Der Main-Kinzig-Kreis hat in seinem Plan nicht festgelegt, welche Unterkünfte im nächsten Schritt zurückgebaut werden. Die Hallen wiesen derzeit unterschiedliche infrastrukturelle Bedingungen auf und erfüllten auch für die weitere Koordination der Vertriebenen unterschiedliche Funktionen, entscheidend bleibe vor allem die Entwicklung der Flüchtlingszahlen. Dies alles werde in den kommenden Wochen in die Überlegungen einbezogen und mit den weiteren Prognosezahlen für die Monate Juni und Juli in Einklang gebracht. Noch vor den Sommerferien will der Verwaltungsstab den nächsten Schritt im Stufenplan beschließen.


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