Gigabit-Ausbau im Main-Kinzig-Kreis: Jetzt rollen die Bagger (Video)

Politik
Typographie
  • Smaller Small Medium Big Bigger
  • Default Helvetica Segoe Georgia Times

8.000 Grundstückseigentümer haben in den 19 Städten und Gemeinden im Main-Kinzig-Kreis, in denen die Breitband Main-Kinzig GmbH in den nächsten Jahren die Bagger rollen lässt, inzwischen ihre Einverständniserklärung erteilt, dass ein Glasfaserkabel direkt ins Haus verlegt werden darf. Das teilte Geschäftsführer Simone Roth beim offiziellen Spatenstich für das Projekt am Dienstag im Hasselrother Ortsteil Gondsroth mit. Über 50.000 Gebäude und über 80.000 Haushalte sollen bis 2026 ans Glasfasernetz angeschlossen sein.

Dass die Botschaft, dass die Anbindung kostenfrei ist, noch nicht bei allen angekommen ist, mahnten der Hasselrother Bürgermeister Matthias Pfeifer (Soziale Wählergemeinschaft) und sein Kollege aus Freigericht, Dr. Albrecht Eitz (SPD), an. „Mehr Marketing“, war ihre Botschaft, selbst bei der Antragsstellung wüssten viele noch nicht, an wen sie sich letztlich wenden müssen. Dass die über 200 Millionen Euro, die in den nächsten fünf Jahren investiert werden sollen, gut angelegt sind, war hingegen einhellige Meinung bei der kleinen Feierstunde unter freiem Himmel.

gigabmkkbreitb az

Die hessische Ministerin für digitale Strategie und Entwicklung, Prof. Dr. Kristina Sinemus (CDU), fand beim Spatenstich nur lobende Worte: „Sie sind hier im Main-Kinzig-Kreis quasi mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs, wenn es um die Schaffung von Glasfaseranschlüssen für alle geht. Schon seit vielen Jahren ist das Engagement aller Beteiligten vorbildlich. Daher war es auch keine Überraschung, dass der Landkreis der erste in Hessen war, der eine Förderung für das Programm ,Graue Flecken‘ erhalten hat und somit Internet in neuen Dimensionen für alle ermöglicht. Ich wünsche Ihnen, dass Sie dieses Tempo auch während des Ausbaus beibehalten können.“

gigabmkkbreitb az1

Breitband-Geschäftsführerin Simone Roth betonte: „Wir verlegen überall dort, wo es rechtlich möglich ist, bis 2026 kostenlos Glasfaser. Damit sorgen wir dafür, dass unsere Region und insbesondere der ländliche Raum langfristig attraktiv bleiben, die Unternehmen wettbewerbsfähig sind und wir zu internationalen Wirtschaftsregionen aufschließen. Ich freue mich, dass wir jetzt starten.“ Es lohne sich, seine Mitmenschen zu animieren, einen Anschluss zu bestellen. Das geht ganz einfach auf der Homepage breitband-mkk.de/gee – dort müssen die Eigentümer und Eigentümerinnen lediglich die sogenannte Grundstückseigentümererklärung (GEE) ausfüllen. Diese ist nichts anderes als die Erlaubnis, dass die Tiefbauunternehmen das Kabel bis ins Haus ziehen dürfen.

gigabmkkbreitb az2

Während Breitband Main-Kinzig sich darum kümmert, die Glasfaserkabel bis in die Wohngebäude zu legen, sorgt Kooperationspartner Vodafone anschließend dafür, dass über dieses Kabel Internet, TV oder Telefon ins Haus kommen. Michael Jungwirth, Mitglied der Geschäftsleitung von Vodafone Deutschland, erklärt: „Wir starten ein echtes Glasfaser-Rekord-Projekt: Gemeinsam mit der Breitband Main Kinzig GmbH machen wir den Main-Kinzig-Kreis zu einer der modernsten Gigabit-Regionen Deutschlands. Und setzen dabei starke Impulse für Wachstum, Wirtschaftsleistung und Wohlstand.“ Heißt das gleichzeitig, dass andere Anbieter raus sind? Nein. Da es sich um einen öffentlich geförderten Ausbau handelt, ist das Netz offen, es können theoretisch also alle Anbieter ihre Verträge offerieren, nicht nur Vodafone. Ob das in sämtlichen Winkeln des Main-Kinzig-Kreises passieren wird, bleibt abzuwarten.

Was wichtig ist: In 10 Kommunen darf die Breitband Main-Kinzig GmbH nicht tätig werden, weil sich private Anbieter den Ausbau gesichert haben. Und auch in den 19 Kommunen, in denen die Breitband Main-Kinzig GmbH ausbaut, gibt es Ortsteile, Neubaugebiete oder Straßen, die von privater Hand versorgt werden. Landrat Thorsten Stolz (SPD) machte allerdings deutlich, dass auch dort jedes Gebäude angeschlossen werden müsse: „Ein weiteres Marktversagen werden wir nicht zulassen“, erinnerte er an den Startschuss der Breitband-Gesellschaft, die der ehemalige und erst vor kurzem verstorbene Landrat Erich Pipa (SPD) gegründet hatte, weil die privaten Telekommunikationsgesellschaften damals noch einen weiten Bogen um den ländlichen Raum machten.

gigabmkkbreitb az3

Für die Grundstückseigentümer soll nicht nur der Anschluss kostenfrei sei, Breitband-Geschäftsführerin Roth verspricht auch eine reibungslose Abwicklung: Entweder soll mit einer Erdrakete der Kabelkanal ans Haus geschossen werden oder es wird ein 30 Zentimeter breiter und 60 Zentimeter tiefer Graben gebuddelt. Das Grundstück soll in beiden Fällen so hinterlassen werden, wie es vorgefunden wurde. Über 200 Millionen Euro stehen für den Gigabit-Ausbau im Kreisgebiet zur Verfügung, die Hälfte davon kommt vom Bund, 80 Millionen Euro steuert das Land Hessen bei und der Rest der Main-Kinzig-Kreis. Die Breitband Main-Kinzig GmbH ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Main-Kinzig-Kreises. Ihre Aufgabe ist es, die notwendige Infrastruktur für gigabitfähiges Internet herzustellen. Seit 2012 sorgt Breitband Main-Kinzig über ein eigenes Glasfasernetz mit den Partnern M-net und Vodafone für schnelles Internet im Main-Kinzig-Kreis. Bislang sind circa 900 Kilometer Glasfaser im Main-Kinzig-Kreis verlegt worden.


Anzeige
Anzeige

online werben

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

vogler banner

Anzeige
Anzeige

vogler banner

Online Banner 300x250px MoPo 2