Ukraine: Neue Zahlen zu Geflüchteten im MKK

Politik
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Neue Informationen zur Flüchtlingssituation im Main-Kinzig-Kreis nach dem Kriegsausbruch in der Ukraine. Bislang haben 4.044 Menschen Zuflucht im Kreisgebiet gesucht. Allerdings hat sich die Lage in den vergangenen acht Wochen nicht so dramatisch entwickelt wie befürchtet, so dass bereits mit dem Rückbau von Flüchtlingsunterkünften begonnen wurde.

38 Prozent der Geflüchteten sind minderjährig, was laut Landrat Thorsten Stolz (SPD) besondere Herausforderungen bei Betreuung, Begleitung und Versorgung nach sich ziehe. Eine große Erleichterung war allerdings die Unterstützung aus der Bevölkerung, da 64 Prozent der Geflüchteten privat untergebracht wurden. Der Kreis hat an ukrainische Staatsbürger mittlerweile über 3.000 Aufenthaltserlaubnisse herausgegeben, was diesen erlaubt, bis 2024 in Deutschland zu bleiben.

Von den Geflüchteten kamen zirka 1.000 über die Zuweisung des Landes in den Main-Kinzig-Kreis, der Rest flüchtete auf eigene Faust beziehungsweise fand direkt Unterschlupf bei Verwandten oder Bekannten. Das wiederum führt dazu, dass nicht mehr alle Notunterkünfte benötigt werden. Als erstes war das Jugendzentrum Ronneburg für Ukrainerinnen und Ukrainer reserviert worden, das im Frühjahr eigentlich zu 98 Prozent mit Schulklassen und anderen Gruppenreisen ausgelastet war. Laut der Ersten Kreisbeigeordneten Susanne Simmler (SPD) mussten 150 Absagen erteilt werden, was aber in den meisten Fällen auf Verständnis gestoßen sei. Ende Mai soll das Jugendzentrum nun wieder in den normalen Betrieb wechseln. Auch die Sporthalle in Bruchköbel soll zum 30. Juni wieder für Vereine und Schulklassen nutzbar sein. Als Notunterkünfte in Betrieb sind dann noch die Hallen in Wächtersbach, Langenselbold und Birstein.

Gekümmert wird sich auch um Haustiere, die aus der Ukraine mit nach Deutschland gebracht werden. Hunde, Katzen und Frettchen müssen unter ausreichendem Tollwutimpfschutz stehen, da die Ukraine nicht frei ist von dieser tödlich verlaufenen Zoonose. Für Tiere, bei denen dieser Impfschutz nicht nachgewiesen werden kann, wird durch das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz die unverzügliche Kennzeichnung per Mikrochip mit anschließender Impfung und 21-tägiger Quarantäne angeordnet.

Die zunächst für erforderlich erachtete Unterbringung von Heimtieren außerhalb der Gruppenunterkünfte wurde mit einer Containerlösung organisiert. „Da diese Unterbringungsmöglichkeiten weder von den Heimtierbesitzerinnen und Heimtierbesitzern, noch von den Betreibern der Unterkünfte in Anspruch genommen wurden und die vom Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz favorisierte Unterbringung der Tiere innerhalb der Unterkünfte mittlerweile akzeptiert wird, werden diese Container nun wieder abgebaut“, teilte der Kreisbeigeordnete Winfried Ottmann (CDU) mit.