Energiekrise: Sportvereine existenziell bedroht

Politik
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Der Landessportbund Hessen (lsb h) fordert die Landesregierung auf, schnellstmöglich Hilfsprogramme für Sportvereine zu entwickeln, die wegen der Energiekrise in Not geraten. Dass kurzfristige finanzielle Entlastungen zwingend erforderlich sind, betont das Präsidium in einem Positionspapier zur Energiekrise im Sport, das am Donnerstag einstimmig beschlossen wurde. „Spätestens ab Anfang kommenden Jahres müssen unsere Vereine finanzielle Hilfen des Landes in Anspruch nehmen können“, sagt lsb h-Präsidentin Juliane Kuhlmann und fügt hinzu: „Ansonsten besteht die Gefahr, dass viele Vereine ihre Abschläge für Strom und Gas nicht mehr bezahlen können.“

Das Land habe den organisierten Sport während der Corona-Krise vorbildlich unterstützt, doch ohne weitere Hilfe könnten viele Vereine die zusätzlichen finanziellen Belastungen schon bald nicht mehr stemmen. „Die Energiekrise ist für den organisierten Sport bedrohlicher als die Corona-Krise. Besonders Vereine mit eigenen Anlagen befürchten das Aus“, betont die hessische Sportchefin. Zudem sieht sie das soziale Miteinander in Gefahr. „Die Vereine leisten unglaublich viel für den Zusammenhalt in ihren Kommunen, dies ist in Krisenzeiten notwendiger denn je.“

Dass Sport in Vereinen Menschen miteinander verbinden, die Gesellschaft im Ganzen stabilisieren kann, heben politische Entscheidungsträger immer wieder hervor. Doch in den Debatten der vergangenen Wochen fand der Sport kaum Berücksichtigung oder wurde sogar abgewertet. Der Deutsche Städtetag rückte den Sport in die Nähe eines „Komfortthemas“. Der Bund stellte indes seinen Investitionspakt Sportstätten, mit dem er sich bis 2026 für eine flächendeckende Modernisierung der Infrastruktur einsetzen wollte, ein. Diese Missachtung gipfelte darin, dass der Sport im dritten Entlastungspaket der Bundesregierung komplett außen vor blieb. Und das, obwohl die Sportministerkonferenz (SMK) an den für Energiethemen zuständigen Bund appelliert hatte, die Betreiber von Sportstätten und somit auch Vereine bei Hilfsprogrammen zu berücksichtigen. „Da der Bund der Aufforderung der Länder nicht folgt, müssen wir uns mit unserem Hilferuf jetzt an das Land Hessen wenden, das den organisierten Sport seit vielen Jahren mit Förderprogrammen unterstützt“, erläutert Kuhlmann.

Die Lage in der Vereinslandschaft wird zunehmend schwierig. Dies hatten zahlreiche Vereine in Gesprächen und Treffen mit dem lsb h deutlich gemacht. „Wir haben uns mit vielen Vorständen ausgetauscht, die einen großen Beitrag zur Bewältigung der Energiekrise leisten“, unterstreicht Kuhlmann. Viele Vereine investieren in die Modernisierung ihrer Anlagen, um mittelfristig unabhängiger von teuren fossilen Energieträgern zu werden und zugleich zum Klimaschutz beizutragen. Zudem erhöhen die Vereine Beiträge und setzen Energieeinsparempfehlungen um. Auch dem jüngsten Aufruf des DOSB, in den kommenden Monaten bis zu 20 Prozent weniger Energie zu verbrauchen, werden die Vereine gerecht werden, ist sich die lsb h-Präsidentin sicher. „Unser Vereinssystem ist innovativ und kreativ und setzt sich für unsere Gesellschaft ein. Spezielle Sportangebote für Geflüchtete ist nur eines von vielen Beispielen“, sagt Kuhlmann. Doch eines können die Vereine nicht: die Energiekrise alleine bewältigen. „Über höhere Mitgliedsbeiträge und Energieeinsparungen lässt sich nur ein kleiner Teil der Zusatzkosten stemmen. Zudem besteht die Gefahr, dass auch treue Mitglieder austreten, wenn sie selbst erheblich unter der Energiekostenkrise leiden“, meint Kuhlmann und schiebt nach: „Wenn jetzt keine Hilfen vom Land kommen, gehen wohl bei vielen Vereinen die Lichter aus.“


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