„Globaler Klimastreik“ am Freitag im Main-Kinzig-Kreis

Politik
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Am Freitag, 23.09.2022, findet wieder ein „Globaler Klimastreik“ statt. "Weltweit werden nicht nur junge Menschen auf die Straße gehen, um zu zeigen: die Klimakrise steht nicht erst bevor, sie findet statt. Sogar wir Menschen im wohlhabenden Norden haben das nicht erst in diesem Jahr gespürt. Denn jetzt schon steht fest: Es war eins der drei heißesten Jahre seit der Klimaaufzeichnung 1881. Außergewöhnliche Trockenheit, Wassermangel, sterbende Wälder betrafen und betreffen auch den Main-Kinzig-Kreis“, sagen Bernd Schwandt und Dirk Wehrsig, Sprecher der „Psychologists For Future“ im Main-Kinzig-Kreis.

Die schwedische Schülerin Greta Thunberg habe die Bedrohung, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schon seit Jahrzehnten vorhersagen sowie das viel zu geringe Engagement politischer Institutionen nicht mehr länger ertragen können. Sie habe auf ihre Gefühle reagiert und als erste Jugendliche 2018 mit einem Schulstreik freitags begonnen. Hieraus sei eine weltweite Klimabewegung entstanden. Mehrere „For-Future“-Initiativen seien von Menschen gegründet worden, aus der Besorgnis und Erkenntnis heraus, dass endlich mehr getan werden müsse, um den Klimawandel zumindest noch einigermaßen zu begrenzen. Im Main-Kinzig-Kreis u.a. die „People For Future“ im Sommer 2019, die seitdem einige Maßnahmen angestoßen und umgesetzt haben. Darunter Bewusstseinsbildung über Öffentlichkeitsarbeit und Informationsveranstaltungen, Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs, Informationen rund um Sonnenstrom inklusive Balkonkraftwerke und Einiges mehr.

Aus der Psychologie wisse man schon lange, dass alleinige Kenntnis und Wissen für uns Menschen meistens nicht ausreichend sind, um ins Handeln zu kommen. Außerdem gebe es zahlreiche Hindernisse, mit denen unser psychisches Erleben notwendige Veränderungen unseres Lebensstils, die die meisten Menschen unserer Breitengrade auch kennen, erschwerten oder sogar blockierten, haben Klimapsychologinnen und -psychologen erkannt. Beispielsweise könne Angst vor dem was kommt eher begünstigen, wegzuschauen und darauf zu hoffen, dass die Technik oder die Politik die Klimaprobleme schon lösen würden; wenn wir erstmal eine nachhaltige Umstellung der Energiegewinnung erreicht haben, wird der CO2-Ausstoß schon sinken, werde oftmals fälschlicherweise angenommen. „Wir müssen unsere Gefühle, wie Angst, Trauer, Wut endlich beginnen, ernst zu nehmen! Wir müssen sie als Antriebskräfte nutzen, um Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger unserer Gesellschaft bei der Umsetzung unbedingt notwendiger Veränderungen zu unterstützen“ sagen die Diplom-Psychologen Bernd Schwandt und Dirk Wehrsig. Die Realisierung unserer Gefühle sei Voraussetzung, um dem Wissen über die Klimafakten Bedeutung zu geben. Deshalb hat sich 2019 eine weitere „For-Future“-Initiative gegründet: die „Psychologists & Psychotherapists For Future“ (www.psychologistsforfuture.org). Sie beschäftigen sich u.a. mit der Problematik, wie wir handlungs- und lösungsorientiert mit dem vorhandenen Wissen und den Emotionen, die die eindeutigen Zeichen der Klimakrise auslösen, umgehen können. Auch im Main-Kinzig-Kreis besteht mittlerweile eine aktive Regionalgruppe von Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen. Beide Initiativen rufen dazu auf, sich an dem globalen Klimastreik zu beteiligen.

Denn ausschließlich nachhaltigeres Handeln von uns einzelnen Menschen reiche nicht. Das Ziel der UN-Klimakonferenz in Paris 2015, die globale Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius bis zum Jahr 2100 gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung zu erreichen, erscheine bereits völlig unrealistisch, so Andreas Hlasseck, Sprecher der People for Future Gelnhausen. Sowohl die Politik, Kommunen als auch große Unternehmen müssten deutlich mehr Engagement zeigen. Jedes Zehntel Grad zähle, um gefährliche Kipppunkte im Klimasystem zu vermeiden. Die weltweite „Parking-Day“ Bewegung, bei der innerstädtische Parkplätze für eine bestimmte Zeit in menschenfreundliche Lebensräume verwandelt werden, mache darauf aufmerksam, dass zur Rettung eines lebensfreundlichen Klimas Veränderungen von Mobilität und Gestaltung des Stadtlebens gehörten.

In Gelnhausen versammelt sich dazu das breite zivilgesellschaftliche Bündnis „Klimainitiativen Main Kinzig“ um 17 Uhr auf dem Untermarkt. Dort informieren sie nicht nur zu verschiedenen Themen rund um Nachhaltigkeit. Ganz konkret zeigen sie, wie menschenfreundliche Städte zukünftig aussehen könnten, stünde hierfür mehr Raum, der aktuell vor allem durch Autoverkehr besetzt ist, zur Verfügung. An einer Magnettafel sind alle Menschen eingeladen, ihre Ideen und Wünsche zur Gestaltung der öffentlichen Räume einzubringen. Die Initiativen freuen sich auf einen regen Austausch. Für das leibliche Wohl ist auch gesorgt, die Fridays for Future Hanau servieren vegane Waffeln.

„Lasst uns am 23.09. auch im Main-Kinzig-Kreis zeigen, dass wir für uns und vor allem unsere Kinder eine Welt erhalten wollen, in der Menschen gesund und sicher leben können!“, so Dirk Wehrsig abschließend.

Hierzu finden folgende Veranstaltungen statt:

Hanau, Freiheitsplatz, 14:00 Uhr: Kundgebung und Demonstrationszug.
Gelnhausen, Untermarkt, 17:00 Uhr: Kundgebung und Infostände zum Thema, wie Städte menschenfreundlich gestaltet werden können.
Fulda, Uniplatz, 14:00 Uhr: Laufdemonstration.


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