Landratswahl ohne Linkspartei: "Wer hat das verbockt?"

Betrübte Gesichter: Dr. Thomas Maurer, Birgit Schlage, Matthias Okon. Foto: Siemon

Politik
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Mittwoch, früher Nachmittag. "Wer hat das verbockt?" Die erzürnte Frage eines Mitgliedes auf der Facebook-Präsenz der Main-Kinzig-Linken darf verständlich genannt werden. Waren die Linken doch mit dem sicheren Bewusstsein in die neue Woche gegangen, dass die Partei neben Gabriele Stenger (CDU) und Amtsinhaber Thorsten Stolz (SPD) einen eigenen Kandidaten in die Landratswahl schicken würde: Matthias Okon aus Hasselroth.

Von Stephan Siemon

So hatten es die Linken schließlich erst Ende Oktober nach langer Debatte beschlossen. Noch am vergangenen Montag trat der Bewerber als Landratskandidat auf. Doch schon am Abend war klar: Dem Wahlleiter beim Landkreis liegen keinerlei Unterlagen von Okon vor. Und wer die entsprechenden Unterlagen nicht einreicht - dessen Name werden die Wähler am 29. Januar 2023 auch nicht auf dem Stimmzettel finden...

Auf Facebook wurde die heikle Causa nicht weiter erörtert, sondern von einem Admin nach kurzer Zeit gelöscht. Also: Wer hat´s verbockt? Eine Frage, der man am Mittwochabend im Wächtersbacher Wirtshaus Kikeriki nachspüren konnte - am Rande einer Veranstaltung über Flucht und Fluchtursachen, zu der Kreisvorsitzender Thomas Mauer, Landtagsmitglied Saadet Sönmetz und der Fast-Landratskandidat Matthias Okon eingeladen hatten.

"Wir räumen ein harmonisches Scheitern ein", sagte schließlich der Kandidat. Und: "Wir haben in diesem Fall organisatorisch versagt." Oder deutlicher Thomas Maurer: "Wir waren wohl zu blöd dazu." Zur Wahl gehört die Auswahl. Ein oft geschriebener Satz, der hier im Landkreis allerdings aufgrund dieser Panne kein Gehör finden wird.

Aber: Auch die Grünen, die FDP, die Freien Wähler und letztlich die AfD scheiterten an der Aufgabe, einen geeigneten Kandidaten oder eine Kandidatin zu finden. Also wird es beim Duell zwischen Stenger und Stolz bleiben, deren Parteien ja ohnehin gedeihlich eine große Koalition im Landkreis pflegen. Schade. Denn das Thema, das eigentlich im Vordergund stehen sollte, ging unter: Wie gehen wir mit Menschen auf der Flucht um? Weltweit. Aber auch hier, im Main-Kinzig-Kreis.

landratswahlinkebock az

Betrübte Gesichter: Dr. Thomas Maurer, Birgit Schlage, Matthias Okon.


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