Flüchtlinge: Neue Gemeinschaftseinrichtungen in Erlensee und Maintal

Politik
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Landrat Thorsten Stolz (SPD), Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler (SPD) und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann (CDU) haben den Städten und Gemeinden ihren Dank ausgesprochen „für die unermüdliche Akquise und sensible Mitsteuerung“ bei der Unterbringung von Geflüchteten und Asylsuchenden. So seien einige Kommunen auch dem Aufruf des Main-Kinzig-Kreises gefolgt und hätten Grundstücke gemeldet, auf denen kurzfristig Wohnraum durch den Kreis geschaffen werden könne.

Die Städte Maintal und Erlensee helfen beispielsweise dabei, die Kreiskapazitäten bei Gemeinschaftseinrichtungen noch einmal kräftig zu erhöhen. Die jeweilige Umsetzung für neue Wohnstätten im Gewerbegebiet Ost in Dörnigheim sowie auf dem Fliegerhorst auf Erlenseer Gemarkung soll im Frühjahr abgeschlossen sein.

„Unsere Gemeinde-, Stadt- und Kreisverwaltungen leisten einen großartigen Job, pausenlos und seit Monaten. Sie nehmen Menschen aus Krisenregionen auf, bringen sie in Wohnungen unter, schaffen neue Unterkünfte, sorgen für Orientierung. Das passiert seit Wochen fast komplett geräuschlos, trotz der hohen Zahl an Menschen, die bei uns Schutz und Hilfe suchen. Diese Leistung ist enorm und aller Ehren wert“, erklärt Thorsten Stolz. „Wir haben in einer riesigen Kraftanstrengung in diesem Jahr rund 8.000 Geflüchtete und Asylsuchende untergebracht. Daran wird die ganze Dimension deutlich, was hier auf kommunaler Ebene geleistet wurde und weiter geleistet wird.“

Dort, wo der Main-Kinzig-Kreis selbst Einrichtungen für Geflüchtete unterhält oder plant – in immerhin 14 der 29 Kommunen – findet auf der Arbeitsebene ein reger und vertrauensvoller Austausch zwischen Kreisverwaltung und Rathaus statt. Hinzu kommen fast wöchentliche Treffen der Kreisspitze mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern. „Wir wissen, was die Unterbringungskrise für die Städte und Gemeinden insgesamt bedeutet. Die Aufgabe wird sicher auch erst mal nicht leichter, weil sich der Aufbau neuer Einrichtungen im Moment immer schwerer terminlich planen lässt“, so Stolz mit dem Hinweis auf Material-Lieferengpässe in einigen Gewerken, von denen Neubauten wie Behelfsbauten im Kreisgebiet betroffen sind. „Und trotzdem kommen Woche für Woche bis zu 160 Menschen zu uns und bitten um Asyl und eine Unterkunft.“

Die Kreisspitze bekräftigt, dass sie so früh wie möglich ihre Notunterkünfte in den vier Hallen wieder zurückbauen will. Genau aus diesem Grund würden nun an anderen Stellen Notunterkünfte und Gemeinschaftseinrichtungen gebaut, wie Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler erläutert. Die Suche nach weiteren Liegenschaften und entsprechende Vorprüfungen laufen seit Spätsommer. „Der schnellstmögliche Rückbau der Hallen-Notunterkünfte ist unser festes Bestreben, und zwar seit Monaten. Das haben wir den Schulen und Vereinen in Birstein, Langenselbold, Wächtersbach und Hanau-Mittelbuchen immer deutlich gemacht“, so Simmler, die einen ausdrücklichen Dank an alle richtet, die dieses Vorgehen rund um die Sport- und Mehrzweckhallen, trotz der Entbehrungen über einen so langen Zeitraum, mittragen. Da sich viele Fluchtbewegungen seit Sommer noch einmal deutlich dynamisiert haben, müsse man im Moment überall im Kreis die Kapazitäten mitnutzen, die es schon gibt. „Eins ist aber klar: Mit Blick auf die Ortschaften, mit Blick auf Schulklassen und die Vereinsgruppen, vor allem mit Blick auf die Menschen, die dort untergebracht werden, bleiben Hallen eine Option, auf die wir zuletzt zurückgreifen und auch als erstes wieder verzichten wollen“, erklärt die Erste Kreisbeigeordnete.

Kreis schafft zusätzliche Kapazitäten, um den Druck in den Kommunen zu mindern

Der Main-Kinzig-Kreis hat vom Land Hessen noch keine Prognosezahlen für das erste Quartal 2023 vorliegen. Somit ist noch nicht klar, wie viele Menschen dem Kreis ab Januar wöchentlich zugeteilt werden. Der Kreis stellt sich aber mit seinen Planungen so darauf ein, dass den Menschen weiterhin kurz- und mittelfristig Schlaf- und Wohnstätten geboten werden können. Bis ins Frühjahr steigen die kreiseigenen Kapazitäten für eine Not-Betreuung auf 800 Plätze und für eine dauerhaftere Unterbringung auf 1.200, um so den zeitlichen Druck etwas abfedern zu können, bis die Städte und Gemeinden ihrerseits neue Wohnkapazitäten geschaffen haben.

Für eine dauerhaftere Unterbringung sind etwa die Gemeinschaftseinrichtungen in Erlensee und Maintal gedacht. In Erlensee entsteht auf einem geeigneten Fliegerhorst-Flurstück eine doppelgeschossige Containeranlage für bis zu 80 Personen. Der Kreis und die Stadt stoßen die konkrete Umsetzung nun an. In Maintal wird eine frühere Bestandsimmobilie im Gewerbegebiet Ost angemietet und umgebaut. Der Grundstückseigentümer übernimmt im noch laufenden Jahr einige Vorarbeiten, bevor in dem Gebäude durch den Kreis Wohnbereiche für rund 80 Personen aufgebaut werden. Sowohl in Erlensee als auch in Maintal ist mit einer Fertigstellung und Belegung im ersten Quartal des neuen Jahres zu rechnen. Die Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort übernimmt dauerhaft der Main-Kinzig-Kreis.

Zu Beginn des Jahres 2022 hatte der Main-Kinzig-Kreis mit der Schlüchterner Einrichtung Hof Reith eine Immobilie zur Unterbringung von Geflüchteten. Sie bietet Platz für rund 220 Personen. Durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und Fluchtbewegungen aus anderen Krisenregionen hat der Main-Kinzig-Kreis in großem Umfang Notunterkünfte und Gemeinschaftseinrichtungen geschaffen. Zu den aktuell vier Notunterkünften und zehn Gemeinschaftseinrichtungen – plus Hof Reith – kommen nun im Laufe der nächsten Wochen fünf weitere hinzu, in Erlensee und Maintal ebenso wie in Bad Soden-Salmünster, Freigericht und an der Kreisrealschule Gelnhausen. Letztere Notunterkunft wird schon im Laufe des Monats Dezember belegt.

Kreisbeigeordneter und Schuldezernent Winfried Ottmann freut sich, dass nach der Suche „mit breitem Fokus“ nun gut umsetzbare Alternativen für die derzeitigen Notunterkünfte in den Hallen auf dem Tisch liegen. „Gerade für die Schule ist das ohne jeden Zweifel eine anstrengende Zeit“, so Ottmann. Der Kreis habe zwar überall dort, wo er mit anderen Hallen in der Umgebung oder mit Logistik helfen konnte, nach Kräften für Unterstützung gesorgt. Dennoch bleibe ein Zusatzaufwand beim Schulpersonal hängen, ebenso bei den Vorständen und den Abteilungsleitungen. „Die Kreisspitze steht aber zu ihrem Wort: Wenn wir von den Kapazitäten in der Lage sind, einzelne Notunterkünfte wieder zurückzubauen, dann zuerst die in den Hallen. Und das werden wir im Frühjahr forcieren“, erklärt Winfried Ottmann.

Nach wie vor erreichen den Main-Kinzig-Kreis wöchentlich bis zu 160 Menschen aus der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen. Für die ersten Tage kommen sie jeweils in Notunterkünften unter, bevor sie dauerhafte Wohnplätze in den Städten und Gemeinden zugeteilt bekommen. Seit Jahresbeginn haben auf diese Weise mehr als 8.000 Menschen im Kreisgebiet vorübergehend oder dauerhaft ein Obdach und Unterstützung erhalten, davon die meisten aus der Ukraine.


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