ÜWAG-Anteile: Grüne sehen Vorteile für Zukunftsinvestitionen

Politik

So einfach wie die CDU dürfe man es sich bei der Entscheidung über den Verkauf der Kreisanteile am Unternehmen Überlandwerke Fulda AG (ÜWAG) nicht machen, findet die Grüne Fraktion im Main-Kinzig-Kreis.

VORSPRUNG - Print ist offline!

Alle Fraktionen im Kreistag hätten die Pflicht, eine sorgfältige Güterabwägung vorzunehmen, um die bestmögliche Entscheidung für die Zukunft des Main-Kinzig-Kreises zu treffen. Auf der einen Seite, so Reiner Bousonville, Fraktionsvorsitzender der Grünen Fraktion, stehe der Einfluss, den der Main-Kinzig-Kreis über seinen Besitz an Unternehmensanteilen auf den kommunalen Energieversorger ausüben könne. Auf der anderen Seite der Waagschale lägen wichtige Investitionen für die Entwicklung des Kreises, für deren Umsetzung der Verkauf der ÜWAG-Anteile eine einmalige Chance biete.

Alle Kreistagsabgeordneten, die ihr Mandat mit Verantwortungsgefühl ausüben, schuldeten es den Menschen im Main-Kinzig-Kreis, ihre Entscheidung nach bestem Wissen und Gewissen auszuüben und sich nicht der Parteiraison zu beugen. Die Grünen sehen nach sorgfältiger Erörterung aller Fakten deutliche Vorteile in einem Verkauf der Anteile. Den heutigen Einfluss im Zweckverband des Energieversorgers und den künftigen Einfluss unter den Voraussetzungen eines liberalisierten Energiemarktes sehen die Grünen dabei als verschwindend gering an. Ob der Main-Kinzig-Kreis mit seiner einzelnen Stimme bei 4,14 Prozent der Anteile Einfluss auf die Entscheidungen im Sinne der Kommunen im Bergwinkel nehmen könne, sei zu bezweifeln. Die Grünen werden in ihrer kommenden Fraktionssitzung aber nochmals alle Möglichkeiten abwägen.

Der Kompromissvorschlag der CDU, nur einen Teil der Anteile zu veräußern, trifft indes nicht auf Begeisterung bei den Grünen. Einen Unternehmensanteil in mikroskopischer Größenordnung zu halten, sichere weder den notwendigen Einfluss auf Unternehmensentscheidungen, noch ermögliche eine Teilsumme der Verkaufserlöses die im Main-Kinzig-Kreis anstehenden Investitionen. „Der Vorschlag der CDU ist nicht die salomonische Lösung, die alle Vorteile miteinander vereint. Das Gegenteil ist der Fall. Ein Teilverkauf, wenn er vom Käufer überhaupt akzeptiert würde, würde die Nachteile beider Optionen potenzieren. Der Kreistag muss nun den Mut haben, eine klare Entscheidung zu treffen. Eine Lösung, die nur Vorteile hat, gibt es jedenfalls nicht“, erklärt Bousonville.


Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de