Verbindliche Beteiligung für Nordmainische S-Bahn

Politik

Mit einer klaren Position zur Nordmainischen S-Bahn wenden sich die Stadt Hanau und der Main-Kinzig-Kreis an Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer.

Autohaus Nix

„Zur Stärkung unserer Region fordern wir unverzüglich die verbindliche Kostenbeteiligung des Bundes an diesem wichtigen Strukturprojekt“, erklären Landrat Erich Pipa, Erster Kreisbeigeordneter Dr. André Kavai, Oberbürgermeister Claus Kaminsky sowie der für Mobilität zuständige neuer Stadtrat Andreas Kowol.

Insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Vorwürfe an den Bundesminister, er würde entsprechende Finanzmittel nicht abrufen, sei der andauernde Stillstand für die geplante „S7“ nicht zu akzeptieren. Schließlich haben die Kommunen die entsprechenden Beschlüsse bereits vor über 25 Jahren gefasst und warten seitdem auf verlässliche Signale aus Berlin.

Stattdessen gibt es Aufregung um einen internen Bericht des Verkehrsministeriums wonach mehrere hundert Millionen Euro aus Infrastrukturprogrammen nicht eingesetzt werden. „Es gibt einen nachweislichen Bedarf für den Ausbau der Nordmainischen S-Bahn, so dass wir hier noch einmal unsere Ansprüche anmelden wollen“, betonen die politischen Spitzen der Stadt Hanau und des Main-Kinzig-Kreises. Konkret gehe es um eine Deckungslücke von 60 bis 70 Millionen Euro in den Jahren 2015 bis 2019 aus Mitteln des Bundesverkehrswegeplans.

Die beteiligten Kommunen, das Land und die Bahn AG haben ihre Hausaufgaben bereits erledigt. Die Notwendigkeit und Akzeptanz des rund 20 Kilometer langen Projektes werde durch zahlreiche Unterschriften und Verlautbarungen von Interessenverbänden und Privatpersonen belegt. Zudem sei die Nachhaltigkeit des rund 425 Millionen Euro teuren Projektes ausführlich beschrieben.

In den kommenden Tagen werde ein erneuter Versuch gestartet, um im direkten Gespräch mit Bundesverkehrsminister Ramsauer eine konkrete Lösung zu finden. Die Terminanfrage wird gemeinsam von politischen Mandatsträgern und verschiedenen Interessensverbänden getragen.

„Die Stammstrecke ist durch den Fern- und Güterverkehr sowie durch die Regionalzüge heute schon überlastet“, verweist das Quartett auf zahlreiche Studien, die einen weiteren Anstieg des Verkehrsaufkommens ankündigen. Die Prognosen sehen 40.000 Reisende pro Tag und zwölf Millionen Reisende im Jahr vor. Der Ausbau liege außerdem im Interesse der Stadt Frankfurt, weil die Europäische Zentralbank eine entsprechende Anbindung bekomme. Die Vernetzung des Ballungsraumes insgesamt sei wiederum ein Garant zur Weiterentwicklung eines modernen und attraktiven Angebotes im Öffentlichen Nahverkehr in der gesamten Region.

Wie Pipa, Kavai, Kaminsky und Kowol berichten, sei der Unmut in der Bevölkerung angesichts der schleppenden Infrastrukturentwicklung bereits deutlich zu spüren: „Wir erhalten täglich Anfragen, wann es in Sachen S-Bahn oder auch Riederwaldtunnel endlich spürbar nach vorne geht“. Dabei sei von Bürgern aktuell auch das Unverständnis über Verkehrsminister Ramsauer geäußert worden, der entweder gar kein Geld ausgebe oder offensichtlich seine bayerische Heimat bevorzuge.


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