Die Aktionswochen stehen diesmal unter dem Motto „Menschenrechte für alle“ und machen auf Diskriminierung im Zuge von Rechtsextremismus und Rassismus aufmerksam. Gleichzeitig sollen von Rassismus Betroffene Solidarität erfahren. Insgesamt 15 Gruppen engagieren sich in 28 Veranstaltungen im gesamten Kreisgebiet gegen Hass und Hetze und setzen ein gemeinsames Signal gegen Rassismus und Diskriminierung.

Das Programm beinhaltet Ausstellungen und Workshops, Musik, Tanz, Kunst und Lesungen, Filmvorführungen, gemeinsames Kochen und jede Menge Informationsangebote. „Die Bandbreite ist groß. Wichtig ist das gemeinsame Augenmerk und die Verständigung darüber, was Rassismus heißt, was es mit Betroffenen macht und wie wir dagegen vorgehen können“, erklärt Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler, Schirmherrin der Aktionswochen im Kreisgebiet. „Rassistisches Gedankengut kommt oft blumig gewandet daher. Doch es bleibt, was es ist: Wer Menschen nach ihrer Hautfarbe, Sprache, Religion oder ausländischen Herkunft beurteilt, wer sie aus diesen Gründen ausgrenzt und sich über sie erhebt, der handelt rassistisch.“ Die Gesellschaft könne und müsse sich deshalb immer wieder ihrer Werte und Stärken versichern und das Verbindende betonen, statt den Anstiftern zu Hass und den Feinden der Demokratie Raum zu geben. „Wir alle können kleinere und größere Zeichen setzen und da bieten die Internationalen Wochen gegen Rassismus eine gute Gelegenheit“, so Simmler.

Eine besondere Aktion findet zum Beginn der Internationalen Wochen in Langenselbold statt. Auf dem Hof der Schule an der Gründau nehmen Kinder an einem Flashmob zum Kinderrechte-Lied „Ich darf das!“ teil, der gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Kinderrechteschulen des Deutschen Kinderhilfswerkes geschrieben wurde. Das Bewegungsangebot wird ergänzt, indem die Inhalte der weltweit geltenden UN-Kinderrechtskonvention vermittelt werden – ein Gemeinschaftsprojekt, für das die Schule, die Schulbetreuung sowie der Turnverein Langenselbold kooperieren.

An den Menschenrechten orientieren sich auch viele der insgesamt 28 Veranstaltungen. Zivilgesellschaftliche Organisationen, Vereine und Kommunen präsentieren sich mit einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm, um gemeinsam öffentlich Position zu beziehen gegen rechtsmotivierte, rassistische Entwicklungen und Übergriffe. Dabei richten sich die Veranstaltungen an viele verschiedene Alters- und Interessengruppen. Impulsvorträge und Aufführungen sollen gemeinsame Gespräche genauso anregen wie Spielen, Kochen und Musizieren in der Gruppe.

Das Büro für interkulturelle Angelegenheiten des Main-Kinzig-Kreises, das die Veranstaltungen der Internationalen Wochen gegen Rassismus bündelt und mitkoordiniert, veranstaltet selbst vier Aktionen. Dazu gehört die Ausstellung „Gesicht zeigen gegen Antisemitismus und Rassismus“, die bereits ab jetzt im Bürgerportal des Main-Kinzig-Kreises zu sehen ist. Die Ausstellung von „PINOT – Jüdische Bildungsbausteine gUG“ zeigt Porträts ganz unterschiedlicher Menschen mit Kurzbeschreibungen zu jeder Person. Die Ausstellung ermutigt und regt dazu an, sich mit dem Gegenüber auseinanderzusetzen und die eigene Weltsicht zu hinterfragen. Ergänzt wird die Ausstellung mit einem Vortrag des Fotografen, Chronisten und Buchautors Rafael Herlich sowie einer Diskussionsrunde unter der Moderation von Niko Deeg, Botschafter der Jüdisch Chassidischen Kultusgemeinde Breslev Deutschland und Geschäftsführer von „PINOT – Jüdische Bildungsbausteine gUG“ am Donnerstag, 14. März, um 18.30 Uhr im Main-Kinzig-Forum.

Der Main-Kinzig-Kreis mit seinem Büro für interkulturelle Angelegenheiten kooperiert zudem seit vielen Jahren mit dem Kino Gelnhausen und zeigt an den Sonntagen, 17. und 24. März, jeweils um 11 Uhr die Jugendfilme „Toubab“ beziehungsweise „Die Abenteuer des Huck Finn“. Der Eintritt ist jeweils frei.

Auch Sprache und Kommunikation sind traditionelle Schwerpunkte der Internationalen Wochen gegen Rassismus. Was bedeutet Rassismus? Was kann man im Alltag entgegnen? Unter anderem im Jugendzentrum Gelnhausen, in den Beruflichen Schulen Gelnhausen und im Jugendzentrum Blauhaus in Windecken geht es um diese Fragen. Im Rahmen eines ganztägigen Workshops am Samstag, 16. März, können sich die Teilnehmenden bei der Frage „Was soll ich denn da sagen?“ mit Facetten des Alltagsrassismus und auch persönlichen Erlebnissen einbringen und in der Gruppe Lösungen und Antworten erarbeiten. Veranstalter sind die Bildungspartner Main-Kinzig in Kooperation mit dem DGB Südosthessen, der vhs Hanau und dem Beratungsnetzwerk Hessen – für Demokratie und gegen Rechtsextremismus unter dem Dach von Arbeit und Leben Main-Kinzig.

Einen historischen Blick auf Rassismus im Laufe der Geschichte wirft Prof. Dr. Jürgen Müller, Historiker an der Goethe-Universität Frankfurt.  am Mittwoch, 20. März, um 18.30 Uhr im Familienzentrum Nidderau, Gehrener Ring 5.

Der Eintritt ist zu nahezu allen Veranstaltungen frei, teilweise wird zumindest um eine Voranmeldung gebeten. Genauere Hinweise und sämtliche Aktionen finden sich in der Programmübersicht, die auf der Internetseite des Main-Kinzig-Kreises www.mkk.de zu finden ist. 


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