Die hessischen Kreis- und Stadtelternbeiräte sind empört über die geplanten Kürzungen im Schulbereich. "Die hessische Landesregierung plant, 200 Stellen für Lehrkräfte zu streichen. Diese Einsparungen sind ein klarer Bruch der Wahlversprechen und gefährden die Bildung und damit die Zukunft unserer Kinder", heißt es in einer Erklärung, die auch vom Stadtelternbeirat Hanau, dem Kreiselternbeirat Main-Kinzig und der Schülervertretung Main-Kinzig unterzeichnet wurde.
Die neue Landesregierung sei kaum 200 Tage im Amt und bereits jetzt würden die Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag ignoriert werden: "Im Koalitionsvertrag wurde vollmundig versprochen: 'Wir wollen mehr Lehrerstellen an allen Schulen schaffen (…).' Die Kürzungsvorgaben von Finanzminister Alexander Lorz (CDU) stehen im krassen Widerspruch zu dessen Versprechen. Noch als Kultusminister hatte Lorz öffentlichkeitswirksam Kampagnen für mehr Lehrkräfte initiiert und 2022 erklärt: 'Für uns als Landesregierung hat deshalb die Einstellung neuer Lehrerinnen und Lehrer höchste Priorität'. Dieses Versprechen scheint nun keine Gültigkeit mehr zu haben, ebenso wenig die Vereinbarungen des Koalitionsvertrages. Stattdessen werden unter dem neuen Kultusminister Armin Schwarz (CDU) Stellen für Lehrkräfte sogar gestrichen."
Der Koalitionsvertrag trage den Titel „Aus Überzeugung für gute Bildung“ und habe nicht nur den Erhalt des Status Quo versprochen, sondern auch zahlreiche Verbesserungen im Schulbereich: "Stattdessen erleben wir jetzt zum Beginn der Sommerferien, dass die Landesregierung die Rahmenbedingungen für alle Beteiligten verschlechtert. Gerade in dieser Zeit, in der Lehrkräfte, Schüler*innen und Eltern die freie Zeit herbeisehnen und schwerer für Proteste zu mobilisieren sind, wird diese Entscheidung durchgedrückt. Besorgniserregend sind auch die Diskussionen um die Streichung des Ausflugstickets für Schulen, das erst 2023 auf Initiative hessischer Eltern vom Kultusministerium und Wirtschaftsministerium eingeführt wurde. Alexander Lorz hatte damals die Bedeutung dieses Tickets für einkommensschwache Familien hervorgehoben und betont: 'Alle sollen unbeschwert am gemeinsamen Ausflug teilnehmen.' Im Koalitionsvertrag wurde die Verstetigung bestehender Flatrate-Tickets versprochen. Verkehrsminister Kaweh Mansoori (SPD) muss sich klar auch zur Verstetigung des Ausflugstickets bekennen."
Abschließend heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme: "Wir hessischen Kreis- und Stadtelternbeiräte fordern eindringlich, dass Finanzminister Lorz und Kultusminister Schwarz in die hessische Bildung investieren und damit die Zukunft unserer Kinder garantieren. Hessen darf an Bildung nicht sparen! Wir fordern ein Sofortprogramm gegen Lehrkräftemangel. Die Landesregierung muss zu ihrem Wahlversprechen 'Die wichtigste Bank Hessens: Die Schulbank' stehen und die geplanten Kürzungen sofort stoppen."
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