Die Kreistagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordert, dass die Schulkinderbetreuung im Rahmen des Paktes für den Ganztag im Main-Kinzig-Kreis ab dem 1. Januar 2026 vollständig beitragsfrei wird.
Einen entsprechenden Antrag hat die Fraktion zur nächsten Kreistagssitzung eingereicht.
„Immer mehr Familien im Main-Kinzig-Kreis stehen vor der Frage, ob sie sich die Nachmittagsbetreuung ihrer Kinder überhaupt noch leisten können“, erklärt Mahwish Iftikhar, Fraktionsvorsitzende der Grünen. „Das darf nicht sein. Wenn Kinder von Bildung und Betreuung ausgeschlossen werden, nur weil ihre Eltern die Gebühren nicht aufbringen können, läuft etwas grundlegend falsch.“
Mit der Einführung von Elternbeiträgen in Höhe von 80 bis 160 Euro monatlich habe der Kreis im vergangenen Jahr eine Hürde geschaffen, die insbesondere Mehrkinderfamilien und Eltern mit geringem oder mittlerem Einkommen treffe. „Wir erleben, dass Kinder aus finanziellen Gründen von der Betreuung abgemeldet werden. Das widerspricht dem Ziel von Chancengerechtigkeit und Familienfreundlichkeit“, so Iftikhar weiter.
Die Grünen betonen außerdem: Schon der Weg zu möglichen Entlastungen ist für viele Eltern zu kompliziert. „Formulare, Nachweise, Anträge – das schreckt viele ab. Manche wissen gar nicht, dass sie Unterstützung beantragen könnten. Gerade wer wenig Zeit hat, wenig Deutsch spricht oder sich mit Behörden schwertut, bleibt auf der Strecke“, erklärt Iftikhar.
Ab dem 1. August 2026 gilt bundesweit ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen. Der Main-Kinzig-Kreis müsse sich deshalb frühzeitig auf ein gerechtes und einheitliches Modell vorbereiten. „Beitragsfreiheit schafft echte Bildungsgerechtigkeit. Sie sorgt dafür, dass alle Kinder unabhängig vom Einkommen oder den Möglichkeiten ihrer Eltern teilhaben können“, betont Mahwish Iftikhar.
Der Antrag sieht vor, die bisherige Richtlinie des Kreises zur Durchführung des Paktes für den Ganztag zu ändern und die entfallenden Elternbeiträge vollständig aus dem Kreishaushalt zu finanzieren. „Es ist eine Frage der politischen Prioritätensetzung. Wer Bildung ernst meint, darf Familien nicht mit zusätzlichen Gebühren belasten“, so Iftikhar abschließend.
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