Die anstehenden Reformen im Bereich Gesundheit und Rente, die Wirtschaftslage allgemein sowie die derzeit von vielen Herausforderungen und Anspannung geprägte Situation, insbesondere im Mittelstand, standen im Fokus eines Gesprächs zwischen dem CDU-Bundestagsabgeordneten Pascal Reddig, der Präsidentin der IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern, Natasha Rohde, sowie IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Gunther Quidde.
Im Zuge des Austauschs, an dem auch IHK-Abteilungsleiterinnen und -Abteilungsleiter teilnahmen, berichtete Reddig, der stellvertretender Vorsitzender der von der Bundesregierung eingesetzten Rentenkommission ist, von der Arbeit des Gremiums. Ohne auf Details einzugehen - Ergebnisse sollen Ende Juni präsentiert werden, bis dahin haben die Mitglieder nach außen Stillschweigen vereinbart - skizzierte der Bundestagsabgeordnete, an welchen Stellschrauben gedreht werden muss, um das Rentensystem langfristig auf gesunde Füße zu stellen. "Unser Ziel ist es, die Beiträge zu stabilisieren und gleichzeitig das Gesamtversorgungsniveau steigen zu lassen", so Reddig. Eine größere Rolle als bislang komme dabei künftig der kapitalgedeckten Altersvorsorge zu. Die Einführung eines privaten Altersvorsorgedepots ab 2027 sei dabei ein erster wichtiger Schritt. Künftig brauche es einen Dreiklang aus gesetzlicher Rente sowie privater und betrieblicher Altersvorsorge. Einen Schritt weiter sei man bereits beim Thema Gesundheit. Hier liegen konkrete Vorschläge für eine Reform auf dem Tisch und durchlaufen nun das parlamentarische Verfahren.
Natasha Rohde und Gunther Quidde schilderten die aktuelle Stimmungslage innerhalb der Unternehmerschaft. Besonders der Mittelstand stehe unter Druck; insbesondere die hohen Energiekosten bereiten Sorge. Die bisherigen Gegenmaßnahmen der Bundesregierung - der Tankrabatt und die Möglichkeit der Zahlung einer steuerfreien Entlastungsprämie an die Arbeitnehmer - seien unzureichend bzw. für viele Betriebe angesichts der angespannten Lage nicht umsetzbar. Statt kurzfristiger Einzelmaßnahmen wünsche man sich eine spürbare Entlastung bei Steuer- und Energiekosten, weniger Bürokratie sowie verlässliche und langfristige wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen. "Es braucht endlich eine klare mittelstandorientierte Agenda, die Investitionen erleichtert, Planungssicherheit schafft und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig stärkt", betont Präsidentin Rohde.
Pascal Reddig bedankte sich für das offene und konstruktive Gespräch sowie die Einblicke aus erster Hand, die er in die politische Diskussion nach Berlin weitertragen will. "Wir sind uns einig, dass die Zeiten, in denen notwendige Reformen immer wieder nach hinten verschoben wurden, endgültig vorbei sein müssen", betonte der Abgeordnete. Alle müssten ihren Beitrag dazu leisten, die sozialen Sicherungssysteme von Grund auf zu reformieren. Immer neue Schulden zu Lasten kommender Generationen und der hart arbeitenden Mitte seien jedenfalls die falsche Antwort auf die aktuellen Herausforderungen, so Reddig.

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