Auf dem heutigen 36. Deutschen Krankenhaustag wurden die aktuellen Ergebnisse des Krankenhaus Barometers des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) vorgestellt.
Das erschreckende Ergebnis: Jede zweite deutsche Klinik musste im Jahr 2012 ein Negativergebnis melden. Eine dramatische Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr, in welchem nur 31 Prozent der Krankenhäuser eine rote Zahl schrieben. „Hier können wir schon lange nicht mehr von Einzelschicksalen sprechen, und die Gründe dafür sind auch ganz sicher nicht nur in den Häusern selbst zu suchen“, betont Dr. André Kavai, Erster Kreisbeigeordneter und Aufsichtsratsvorsitzender der Main-Kinzig-Kliniken.
Da in Anbetracht solch eindeutiger Zahlen, ein Fehler im Finanzierungssystem der Krankenhäuser auf der Hand liege, so Dr. Kavai, müssten CDU und SPD in ihren Koalitionsgesprächen dem nun Rechnung tragen. „Die politischen Rahmenbedingungen müssen schnellstmöglich überarbeitet werden“, fordert der Erste Kreisbeigeordnete.
Als im Jahr 2010 zur „Sanierung“ der Krankenkassen per Gesetz ein Preisdeckel verabschiedet wurde, haben die Krankenhäuser diese Entscheidung akzeptiert und mitgetragen. Dr. Kavai: „Doch die Krankenkassen sind inzwischen mehr als gesundet. Während den Krankenhäusern die Finanzmittel in der Versorgung fehlen, sitzen die Kassen auf zweistelligen Milliardenbeträgen.“ Deshalb müsse die Bundesregierung dafür Sorge tragen, dass nun die Krankenhäuser wieder gesunden könnten, nachdem es den Kassen gelungen sei.
Dabei hat der Aufsichtsratsvorsitzende drei Bereiche im Blick, die bei einer Überarbeitung des Finanzierungssystems im Fokus stehen: Zunächst müssen unabwendbare Kostensteigerungen für Krankenhäuser refinanzierbar werden. Denn aufgrund des bestehenden Preisdeckels war dies bisher nicht ausreichend möglich. „Wenn Kliniken wegen steigender Personal- und Energiekosten sowie höherer Haftpflichtversicherungsbeiträge in einem Jahr etwa drei bis vier Prozent mehr ausgeben müssen, aber ihre Preise in den vergangenen Jahren zum Teil um nicht einmal ein Prozent anpassen durften, kann das auf Dauer nicht funktionieren“, erklärt Dr. Kavai. Daher müsse der Preisdeckel entsprechend angepasst werden.
Außerdem benötigten die Krankenhäuser mehr Mittel für Investitionen. Dr. Kavai: „Um dauerhaft eine moderne Medizin anbieten zu können, ist eine Erhöhung der Investitionsmittel für Krankenhäuser um 50 Prozent notwendig. In Zahlen bedeutet dies für Hessen ein zusätzlicher Betrag in Höhe von 120 Millionen Euro.“
Doch einer der wichtigsten Punkte ist die langfristige Sicherstellung der medizinischen und pflegerischen Versorgung im ländlichen Raum. Nur mithilfe von gesetzlichen Zuschlägen könne, laut des Ersten Kreisbeigeordneten, gewährleistet werden, dass auch Bürger in ländlichen Regionen genauso optimal versorgt werden wie in Großstädten. Dabei weist Dr. Kavai darauf hin, dass „die Sicherstellung der ländlichen Versorgung ein wichtiger Aspekt ist, der in Zeiten des demografischen Wandels immer mehr an Bedeutung gewinnt. Daher lautet unser dringender Appell an die Berliner Politik: Wir brauchen ein langfristig faires Finanzierungssystem für unsere Krankenhäuser.“
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