Susanne Simmler (SPD) wird neue Vize-Landrätin und 1. Kreisbeigeordnete im Main-Kinzig-Kreis. Von 83 Kreistagsabgeordneten gaben 54 der Hanauerin ihre Stimme, 28 votierten mit Nein und einer enthielt sich. Die 37-Jährige tritt damit am 1. April 2014 die Nachfolge von Dr. André Kavai an, der zum Rhein-Main-Verkehrsbund wechselt.
Obwohl die Wahl von Simmler aufgrund der deutlichen Mehrheit von SPD, Grünen und Freien Wählern eigentlich nur eine Formsache sein sollte, dauerte sie deutlich länger als geplant. Im ersten Wahlgang stand nämlich nicht nur der Name der Favoritin auf dem Stimmzettel, sondern auch Dr. Peter Ruhm, ein CDU-Politiker aus dem Kreis Offenbach, der sich über die öffentliche Ausschreibung für dieses Amt beworben hatte.
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Reul monierte dies allerdings nach der geheimen Abstimmung, da bei der Wahl des Kreisbeigeordneten Matthias Zach (Grüne) seinerzeit nur dessen Name auf dem Stimmzettel gestanden habe. Nach einer Sitzungsunterbrechung und einer Zusammenkunft des Präsidiums wurde dann entschieden, die Wahl zu wiederholen. Auf dem Stimmzettel konnte diesmal entweder bei „Susanne Simmler“ oder bei den Optionen „Nein“ und „Enthaltung“ ein Kreuz gemacht werden. Welcher Wahlgang letztlich der Richtige war, wusste nachher niemand, an der Zustimmung für Simmler änderte dies aber nichts.
Zuvor hatte Reul erneut den Vorwurf des „Postengeschachers“ erhoben („Der Eindruck verstärkt sich“), der bereits bei der Berufung von Simmler zur Geschäftsführerin der Breitband GmbH Main-Kinzig angeführt wurde. Alexander Noll (FDP) respektierte, dass die Mehrheitsfraktionen ihre Kandidatin wählen, „aber unterstützen werden dies nicht“. Widerrede gab’s vom SPD-Fraktionsvorsitzenden Klaus Schejna: „Der Vorwurf des Postengeschachers ist an den Haaren herbeigezogen“, habe Simmler in der Vergangenheit schon einige Brücken gebaut und jetzt liege es an der Opposition, über diese zu gehen.