Kavai zur Kinzigtal-Bahn: Wesentliche Fragen weiter offen

Politik

Auch wenn dieser Tage in den Zeitungen wieder einiges über den Ausbau der Bahnstrecke Hanau-Würzburg / Fulda gestanden hat, „so werden doch selbst ausgewiesene Experten nicht schlau aus den Aussagen von Staatssekretär Rainer Bomba und den heimischen Bundestagsabgeordneten der CDU“, stellt der Erste Kreisbeigeordnete und Verkehrsdezernent Dr. André Kavai mit Blick auf die jüngste Berichterstattung fest.

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„Da ist mal konkret von der Aufnahme der Mottgers-Spange in den Investitionsrahmenplan die Rede, dann wieder nur, dass der grundsätzliche Ausbau in den in die Kategorie D aufgenommen wurde“, berichtet Dr. Kavai.

Folgerichtig seien weiterhin alle wesentlichen Fragen offen. „Favorisiert der Bund jetzt doch einseitig die „sogenannte“ Mottgers-Spange? Was ist mit den Planungskosten und einem möglichen Raumordnungsverfahren? Wie ist Bombas Aussage zu verstehen, dass mit einer Realisierung innerhalb der nächsten zehn Jahre nicht zu rechnen ist? Mit seinen Aussagen hat der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium eher zur Verwirrung beigetragen, als für Klarheit zu sorgen“, macht Dr. Kavai deutlich. Die Aufnahme der Strecke in den Investitionsrahmenplan werde zwar hoch gelobt, doch die Antwort auf die Frage, wie es jetzt weitergehe, bleibe weiterhin offen. Statt Ergebnisse zu erzielen, feiere man in Berlin weiter Wasserstandsmeldungen. Unverständlich ist für den Verkehrsdezernenten auch, warum durch den Staatssekretär bereits eine Trassenvariante ins Spiel gebracht worden sei. Dies widerspreche einer offenen und sachgerechten Prüfung für die beste Lösung, so Kavai weiter.

Der Verkehrsdezernent weist zudem auf einen Antrag der Fraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und den Freien Wählern hin, der in der Kreistagssitzung vom 30. März auf der Tagesordnung steht. Darin erklären die Fraktionen Gesprächs- und Aufklärungsbedarf zur Situation der Ausbaustrecke Hanau – Fulda/Würzburg. In einer Sondersitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Umwelt und Landwirtschaft soll dieses Thema ausführlich in allen Facetten behandelt werden. Dr. Kavai als zuständiger Verkehrsdezernent will für diese geplante Sondersitzung auch die Verkehrsexperten des Landes, der Deutschen Bahn und des Rhein-Main-Verkehrsverbundes einladen, damit sich ein umfassendes Bild ergibt. „Wir brauchen Klarheit zu den Fragen der Planungen, der Finanzierung und des Zeithorizontes“, unterstreicht Dr. Kavai. Sicher ist Kavai, dass die finanziellen Mittel im Bundesverkehrsministerium für Investitionen für den Ausbau, bislang mit rund 3 Milliarden Euro veranschlagt, aufgestockt werden müssen. „Ansonsten erreichen wir in den nächsten 20 Jahren rein gar nichts“, hebt der Verkehrsdezernent hervor.

Der Main-Kinzig-Kreis bemüht sich seit Jahren gemeinsam mit mehreren Kommunen um den Ausbau, denn der Streckenabschnitt Hanau – Fulda/Würzburg stellt einen zentralen Engpass im Netz der Deutschen Bahn AG dar. „Unsere Region erwartet von einem viergleisigen Ausbau der Fernverkehrsstrecke sowohl eine verbesserte Anbindung in das Rhein-Main-Gebiet als auch mehr Zuverlässigkeit im Nahverkehr“, betont Kavai. Schon im Frühjahr 2009 hatte der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn AG, Dr. Klaus Vornhusen, die Verbindung im Kinzigtal als „stark frequentiert und in der Betriebsqualität oft nicht zufrieden stellend“, bezeichnet. Seinerzeit waren Analysen vorgestellt worden, von 2010 bis 2015 einen Anstieg der Verkehre um 22 Prozent attestiert hatten.


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