Die Kreistagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sieht die Äußerungen des CDU-Kreisvorsitzenden und CDU-Generalsekretärs Dr. Peter Tauber zur Frage des Adoptionsrechts für eingetragene gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften in einem kürzlich erschienenen Interview in der "Welt" als Zeichen einer verkrusteten Familienpolitik der CDU, die sich den gesellschaftlichen Realitäten noch immer verweigere.
Ob Taubers Äußerung "Wer gegen das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare ist, ist nicht homophob" nun bereits ein Zeichen seiner eigenen Homophobie sei, wie von den Jusos im Main-Kinzig-Kreis dargestellt, finden die Grünen dabei zweitrangig. Entscheidend ist aus Sicht des Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Reiner Bousonville, vielmehr, das inhaltliche Ziel in den Mittelpunkt zu stellen. Es müsse darum gehen, die auch in Deutschland noch vorhandene Diskriminierung von Schwulen und Lesben zu überwinden. Dazu gehöre die rechtliche Anerkennung und Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften.
„Wir Grünen fordern seit vielen Jahren, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen und das gemeinschaftliche Adoptionsrecht zu ermöglichen. Viele Kinder leben bereits mit zwei Müttern oder Vätern. Diese Regenbogenfamilien haben ein Recht auf Anerkennung. Alle Familien müssen dem Staat gleich viel wert sein“, so Bousonville. Der Grüne fordert von der neuen Bundesregierung, nicht nur in Sonntagsreden für Gleichberechtigung einzutreten, sondern auch konkret zu handeln.
Bousonville sieht Taubers Äußerungen zum Adoptionsrecht von gleichgeschlechtlichen Paaren auch in einem größeren Zusammenhang. „Tauber beginnt als neuer Generalsekretär doch nicht zufällig Diskussionen um Sterbehilfe, Abtreibung und Adoption. Damit stellt er sich an die Seite der CSU. Dahinter steht die Strategie der Kanzlerin, auch den rechten Rand des politischen Spektrums vor der Europawahl zu bedienen. Dafür wird ein Weltbild gezeichnet, welches eine in die Zukunft gerichtete, offene und gleichberechtigte Gesellschaft in ihren unterschiedlichen Facetten einfach negiert“, so der Grüne.
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