Ihr Name ist untrennbar mit der Ansiedlung des Bibers im Spessart vor rund 25 Jahren verbunden.
Im Rahmen des Projektes brachte man 18 Tiere von den Ufern der Elbe in das Tal der Sinn. Nach Schätzungen der Fachleute leben jetzt über 130 Exemplare an den Bachläufen im Main-Kinzig-Kreis. Doch wie Erster Kreisbeigeordneter Dr. Andre Kavai betonte, sei diese Erfolgsgeschichte längst nicht der einzige Verdienst der würdigen Umweltpreisträgerin Irmgard Schultheis.
Als überzeugte und leidenschaftliche Naturschützerin habe sie mit ihren Mitstreitern von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz sowie der Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung ausdauernd für das große Nagetier gekämpft. Nun dokumentieren die Biberdämme an zahlreichen Fließgewässern, dass sich die Population schon bis vor die Tore Hanaus ausgebreitet hat. Und auch die Garage von Irmgard Schultheis im Steinauer Stadtteil Marjoß sei ein beliebter Treffpunkt der Tiere.
„Es wird berichtet, dass die Biber hier bevorzugt die Apfelvorräte aufsuchen“, erzählte Kavai anlässlich der Preisverleihung in der historischen Markthalle der Brüder-Grimm-Stadt. Aus dieser besonderen Nähe und Verbundenheit zu den Tieren habe sich eine einzigartige Fachkenntnis entwickelt. Daher sei es immer ein Gewinn, mit Irmgard Schultheis auf eine naturkundliche Exkursion zu gehen. Dazu zählen auch die Ausflüge zu den Schachblumenwiesen im Sinntal.
Denn auch für das bedrohte Liliengewächs habe sie durch beharrliche Arbeit wieder eine sichere Lebensgrundlage geschaffen. Unter anderem wurde auf bayerischer Seite ein entsprechendes Naturschutzgebiet errichtet. Neben ihrem Engagement für seltene Tiere und Pflanzen war Irmgard Schultheis von 1977 bis 1985 Mitglied des Kreistages. Als erste Frau in Hessen übernahm sie außerdem 1980 den Vorsitz eines Naturschutzbeirates, den sie dann 13 Jahre inne hatte.
Die Feierstunde anlässlich der Preisverleihung sei für sie „ein wunderschöner Moment“. Sie wertete die Auszeichnung als Zeichen der „Anerkennung und Sympathie“ und zeigte sich gerührt von den vielen Lobreden. In ihrer Ansprache nutzte Irmgard Schultheis die Gelegenheit, um ihrem Ehemann Ernst zu danken und einen Wunsch zu formulieren: „Mögen die ehrenamtlichen Naturschützer auch künftig als unverzichtbare Partner anerkannt werden“.
Irmgard Schultheis hat sich die Anerkennung über viele Jahre erarbeitet. Denn sie war unter anderem die erste Frau im Vorstand der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz, kommissarische Vorsitzende der Naturlandstiftung im Main-Kinzig-Kreis, Mitglied im Gebiets- und Agrarausschuss und jahrelang Vorsitzende der Interessengemeinschaft Spessart. Auch betreut sie heute noch ehrenamtlich verschiedene Naturschutzgebiete.
In ihrer Zeit als Kreistagsabgeordnete setzte sie sich couragiert für die Belange des Umwelt- und Naturschutzes im Umweltausschuss des Kreistages ein. „Aufgrund dieser seit den 70er Jahren geleisteten Arbeit für den Erhalt und den Ausbau einer intakten Natur im Main-Kinzig-Kreis ist Irmgard Schultheis eine in allen Belangen würdige Preisträgerin“, betonte Kavai vor den rund 50 Gästen und langjährigen Wegbegleitern.
Diese Einschätzung unterstützte auch der Vorsitzende der der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz, Oliver Conz, sowie Steinaus Erste Stadträtin Karin Senzel in Vertretung des Bürgermeisters. Weitere Grußworte sprachen unter anderem der ehemalige Vorsitzende des Umweltausschusses und Landtagsabgeordnete Heinz Lotz sowie die Bürgermeisterin der bayerischen Marktgemeinde Obersinn, Lioba Zieres.
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