Kavai: Vom Politik-Azubi zum gelobten Vize-Landrat

Politik

Es sah fast so aus, als wünschte sich manch einer Dr. André Kavai (SPD) in Zukunft möglichst weit weg: Fahrradkette, Mini-Weiche vom Regionalexpress und sogar Reiseführer von Südafrika und Kuba standen zur Auswahl – die Geschenke für den 1. Kreisbeigeordneten bei dessen letztem Auftritt im Kreistag könnten tief blicken lassen. Diesmal dürften aber auch die guten Zukunftswünsche von der Oppositionsbank ernst gemeint gewesen sein.

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kavai abschiedkavai abschied2kavai abschied1„Der Main-Kinzig-Kreis bleibt weiter in meinem Herzen“, verabschiedete sich Kavai zwar ohne Tränen, aber durchaus emotional aus der Kreispolitik. Am 1. April tritt er sein neues Amt als Geschäftsführer beim Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) an.

In Abwesenheit des Kreistagspräsidenten Rainer Krätschmer, der zeitgleich in der Partnerstadt von Wächtersbach, Troizk in Russland, als Mann des Jahres ausgezeichnet wurde, erinnerte die Vizepräsidentin Martina Glaab an die ersten Auftritte von Kavai in der Kreispolitik. Von 2001 bis 2005 begann er als Kreistags-Abgeordneter, wurde dann mit nur 28 Jahren zum Kreisbeigeordneten gewählt und stieg 2011 schließlich zum Vize-Landrat auf. „Jung, dynamisch, kraftvoll“, wird Glaab den 36-Jährigen in Erinnerung behalten, verschwieg dabei aber auch nicht, wie überraschend sein Abschied kommt: „Ich persönlich hätte mir da noch einiges bis zur Pension vorstellen können.“

Was Glaab meinte, ist klar: Kavai war der Kronprinz von Pipa, seine Kandidatur bei der Landratswahl 2017 stand eigentlich schon fest. „Diese persönliche Entscheidung gilt es zu akzeptieren“, sagt sein Noch-Chef und rät ihm, seinen Urlaub so zu planen, dass er möglichst weit weg ist, wenn der RMV die nächste Fahrpreiserhöhung verkündet. Vom „bestbezahlten Politik-Azubi Deutschlands“, wie er aus Reihen der Opposition bei seinem Dienstantritt 2005 bezeichnet wurde, sei ein gestandener Politiker geworden. Pipa: „Jung und forsch auf der einen Seite bist du aber durchaus auch in der Lage gewesen, den älteren Politikern unter uns zuzuhören und auch den ein oder anderen Ratschlag anzunehmen. Diese Eigenschaften solltest du dir auch für deine Arbeit beim RMV bewahren.“ Der Respekt, den er sich im Main-Kinzig-Kreis erst erarbeiten musste, werde ihm dort allerdings von Beginn an begegnen.

Dass er die politische Bühne doch ab und zu vermissen wird, vermutete der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Schejna: „Du hast harte und ehrliche Arbeit im Main-Kinzig-Kreis abgeliefert, jung angefangen und bist heute ein gestandener Vize-Landrat.“ An so manche Auseinandersetzung in den Anfangstagen erinnerte sich Grünen-Chef Reiner Bousonville: „Es macht Spaß, sich an Personen zu reiben, aber es macht noch mehr Spaß, mit ihnen zusammenzuarbeiten.“ Auf ein weiteres nutzvolles Wirken von Kavai auch beim RMW für „seinen“ Kreis hofft Jürgen Heim von den Freien Wählern: „Ich weiß nicht, in welcher Funktion er für den Main-Kinzig-Kreis mehr erreichen kann.“

Lobende Worte gab es auch aus den Reihen der Opposition: „Wir haben gerne mit dir zusammengearbeitet und hätten dies auch gerne in Zukunft fortgesetzt, egal, in welcher Konstellation“, gab Michael Reul zu, dass die CDU fest mit einer Kandidatur von Kavai bei der nächsten Landratswahl gerechnet hat. „Der Kompromiss war dir wichtiger als die Konfrontation“, waren derart lobende Worte seitens der Christdemokraten während der neunjährigen Amtszeit von Kavai zumindest öffentlich nur selten zu hören. Und selbst Alexander Noll (FDP) ließ sich zu einer überraschenden Aussage hinreißen: „Die SPD hat mit ihrer Auswahl ein glückliches Händchen bewiesen. Das gebe ich ungern zu, aber es ist so.“

Als „positive Erfahrung in meinem Leben“ bezeichnete Kavai seine Arbeit als Berufspolitiker im Main-Kinzig-Kreis und stellte sich selbst die Frage, ob er es noch einmal machen würde. „Ja, selbstverständlich“, sei es schön gewesen, dem Kreis dienen zu dürfen. Ganz weg sei er aber nicht, durch den Öffentlichen Nahverkehr werde es auch in Zukunft genügend Schnittpunkte geben. Kavai: „In den neun Jahren war dies eine Aufgabe, die bei mir in Fleisch und Blut übergegangen ist. Eine Zeit, die ich nie vergessen werde.“


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