„Anspruchsvoll und eine große Kunst“

Politik

Das Haus des Handwerks steht solide. Bundestagsabgeordneter Dr. Sascha Raabe erfuhr in einem Informationsgespräch bei der Kreishandwerkerschaft Hanau mit Geschäftsführer Axel Hilfenhaus und dem stellvertretenden Kreishandwerksmeister Manfred Köhler (Ronneburg) viel Positives und wenig Negatives.

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„Das duale Ausbildungssystem sichert die Qualität des Handwerks und ist ein entscheidender Baustein für die wirtschaftlich gute Lage in unserem Land, sagte der SPD-Politiker, der großen Respekt vor den Fertigkeiten des Handwerks zeigt. Allein, was beispielsweise die Konstruktion eines Dachstuhls an Knowhow und Geschick erfordere, sei „anspruchsvoll und eine große Kunst“. Raabe war sich mit seinen Gesprächspartnern einig, dass der Meisterbrief unbedingt erhalten und weiterhin gegen alle denkbaren Angriffe aus der EU-Kommission verteidigt werden müsse.

Für das Handwerk, das neben den „klassischen Berufen“ im Bau- und Kfz-Gewerbe beispielsweise auch Goldschmiede und Fleischer unter seinem Dach vereint, sei die Auftragslage in und um Hanau sehr gut. „Die Leute investieren sozusagen in Steine“, berichtete Geschäftsführer Hilfenhaus. Zuvor habe die öffentliche Hand mit den Konjunkturpaketen für einen Schub gesorgt. Auch die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerksleistungen durch die Gesetzgebung sei förderlich. Der Mindestlohn von 8,50 Euro ist kein Problem. Im „ehrbaren Handwerk“, so „Vize“ Köhler, werde eher mehr bezahlt. Die Nachwuchsförderung genießt einen hohen Stellenwert. Im Bereich der Kreishandwerkerschaft Hanau werden 750 Ausbildungsplätze pro Jahr angeboten, im gesamten Main-Kinzig-Kreis sind es rund 1.500.

Trotz der guten Lage sieht die Kreishandwerkerschaft zwei Probleme: die zu geringe gesellschaftliche Akzeptanz der Berufe und die Freizügigkeit innerhalb der EU. „Das Handwerk bildet im Jahr 500.000 junge Menschen aus, aber wir haben keine Lobby. Wir sind das fünfte Rad am Wagen“, klagte Elektro-Meister Köhler. Raabe stimmte dem zu: „Sehr viele junge Menschen wollen unbedingt studieren, obwohl der Handwerksmeister eine gute berufliche Alternative ist.“ Zudem fehlen in Deutschland im Zuge des demografischen Wandels nicht nur Ingenieure, sondern auch gut ausgebildete Facharbeiter in Handwerk und Industrie.

Als Bedrohung für das Fundament des Hauses des Handwerks wird ein Effekt der Freizügigkeit in der EU betrachtet. Neuankömmlinge aus Polen, Rumänien, Bulgarien und anderen EU-Ländern machen sich in Deutschland selbstständig, was mittlerweile 90 bis 95 Prozent aller Gewerbeneuanmeldungen ausmache. „Es gibt keine Handhabe gegen diese Ein-Mann-Betriebe, wenn sie ihre Dienstleistungen für zwei Euro Stundenlohn anbieten. Das ist für uns eine große Problematik“, berichtete Geschäftsführer Hilfenhaus. Bundestagsabgeordneter Raabe forderte deshalb im Kampf gegen Scheinselbständigkeit, Subunternehmertum und Lohndumping mehr Kontrollen.

Foto: Werben für mehr gesellschaftliche Akzeptanz des Handwerks: der stellvertretende Kreishandwerksmeister Manfred Köhler, Geschäftsführer Axel Hilfenhaus und Bundestagsabgeordneter Dr. Sascha Raabe (von links).


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