Am Dienstagabend wurde in Fulda der aktuellen Planungsstand zum so genannten SüdLink vorgestellt.
Dabei konnten die Vertreter aus dem Main-Kinzig-Kreis erstmals offizielle Informationen zu einer möglichen Stromtrasse durch den Bergwinkel erfahren. „Wir haben uns kritisch zu dieser Variante geäußert und gemeinsam mit anderen hessischen Kommunen eine Option durch die östliche Rhön ins Spiel gebracht“, sagt Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler. Außerdem werde von der Tennet als Planungsfirma ein separater Informationstermin für den Bereich Schlüchtern und Sinntal gefordert.
Die Umweltdezernentin erwartet, dass die Vorbereitungen zu dieser gigantischen Stromleitung auch die Diskussion rund um die Energiewende anheizen werden. Mit Blick auf die wachsende Zahl der dezentralen Quellen aus Wind, Sonne und Biogas werde die Sinnhaftigkeit zunehmend in Frage gestellt. Wie die Erste Kreisbeigeordnete hervorhebt, sei der Meinungsbildungsprozess dazu mit Sicherheit noch nicht abgeschlossen.
Insgesamt seien die Hintergründe und Fakten zu der möglichen Trassenführung durch den Main-Kinzig-Kreis wenig transparent, kritisiert die Umweltdezernentin. Denn bisher war der Bereich Schlüchtern und Sinntal kaum von der neuen Starkstromleitung betroffen. Die neue Strecke sei nun das Resultat von etwa 50 Hinweisen aus der Bevölkerung und werde ergebnisoffen als Alternative zum ursprünglichen Korridor verfolgt, erläuterten die Vertreter der Tennet. „Es kann aber nicht sein, dass wir im Main-Kinzig-Kreis jetzt die Leidtragenden der grundsätzlichen Verweigerungshaltung des Landes Bayern und der Erweiterung des Biosphärenreservates Rhön sein sollen“, machte Simmler deutlich.
Bisher lagen weder dem Kreisausschuss noch den Fachbehörden konkrete Fakten oder detaillierte Pläne vor. Diese genauen Angaben werden nun am 10. Oktober im Internet veröffentlicht, hieß es. „Allein dieses Vorgehen zeigt, dass Tennet an einem Dialog mit der kommunalen Ebene nicht interessiert ist. Auch bisher haben wir unsere Informationen auch auf Anfrage nicht erhalten“, kritisiert Simmler. Nach den vorliegenden Informationen soll der SüdLink entlang einer bestehenden Stromtrasse durch den Bergwinkel führen und dabei nach Möglichkeit die vorhandene Infrastruktur nutzen.
„Wir haben gemeinsam mit der Gemeinde Sinntal die schriftliche Eingabe vorgebracht, eine östliche Umgehung der Rhön ernsthaft zu prüfen“, berichtet Susanne Simmler. Diese Wegführung sei für das Gesamtprojekt eine interessante Variante und dürfe nicht außen vor bleiben. Für den Bergwinkel seien weitere Infrastrukturmaßnahmen kaum zumutbar und dürften daher auch kaum Zustimmung in der Bürgerschaft finden. „Wir dürfen nicht zulassen, dass die kommunale Ebene einfach übergangen wird“, macht Simmler deutlich.
Im weiteren Verfahren stehen ab Februar die Antragskonferenzen auf dem Programm. Dazu werde der Main-Kinzig-Kreis auf der Grundlage der konkreten Daten seine Stellungnahme formulieren. „Wir werden die Phase bis zur Entscheidung Anfang 2016 effektiv nutzen und unsere politischen und fachlichen Einwände wirksam vorbringen“, kündigt Simmler an. Für den weiteren Prozess sei wesentlich mehr Transparenz und Klarheit gefordert, erneuert die Umweltdezernentin ihre Kritik der vergangenen Wochen. Ein erster Schritt müsse ein öffentlicher Informationsaustausch im Bergwinkel sein. „Die Karten müssen auf den Tisch gelegt werden, damit sich die Bürgerinnen und Bürger detailliert mit der geplanten Trasse auseinandersetzen können. Auch wir werden dies in aller Gründlichkeit und Entschiedenheit tun“, unterstrich die Erste Kreisbeigeordnete.
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