Zach lehnt „Runden Tisch“ zur Tagespflege ab

Politik

Der Kreisbeigeordnete Matthias Zach ist gegen die Bildung eines „Runden Tisches“ zum Thema „Tagespflege im Main-Kinzig-Kreis“.

Kreiswerke Main-Kinzig
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matthias zachZugleich lehnt er die Überarbeitung der vor einem Jahr beschlossenen Kindertagespflege-Satzung ab. Die Kreiskoalition aus SPD, Grünen und Freien Wählern folgte der Ansicht Zachs und stimmte im Kreistag gegen einen entsprechenden CDU-Antrag.

Die Christdemokraten wollten Vertreter der Tagespflegepersonen, des Jugendamtes, des Kreisausschusses und der Kreistagsfraktionen an diesen „Runden Tisch“ einladen. Denn bei der Beratung der Kindertagespflegesatzung sind laut Uwe Häuser (CDU) die Tagespflegepersonen zur kurz gekommen und diese sollten jetzt eine neue Chance bekommen, ihre Vorschläge einzubringen. Dabei könnte es beispielsweise um eine höherwertige Verpflegung, die Betreuungsverträge zwischen den Eltern und den Tagespflegepersonen, den Datenschutz und Unterstützung bei der Suche nach Vertretungen im Krankheitsfall gehen.

„Mit ihrem Antrag beweisen sie lediglich, dass ihre Kenntnisse über die Kindertagespflege entweder ausgesprochen lückenhaft sind oder das sie alten Wein in neuen Schläuchen verkaufen wollen mit dem einzigen Ziel, alte Kontroversen neu zu beleben. Phantasievoll geht jedenfalls anders“, konterte Zach den Vorschlag der CDU und verwies auf den Anstieg der betreuten Kinder von 401 auf 430 und der Tagespflegepersonen von 154 auf 163. Dabei ging der Kreisbeigeordnete auch auf die Verdienstmöglichkeiten ein: Eine Tagespflegeperson, die vier U3-Kinder ganztags betreue, komme auf ein Bruttoeinkommen von 2.333 Euro, eine Erzieherin im U3-Bereich erhalte 2.529 Euro bei einem so genannten „Fachkraft-Kind-Schlüssel“ von eins zu sechs. „Wir haben bei der Bezahlung der Tagespflege eine Grenze erreicht, jenseits derer unsere Fachkräfte beispielsweise aus der Elternzeit nicht mehr zurückzukehren drohen, weil dann Tagespflege finanziell attraktiver wäre als die Rückkehr in den Beruf. Ganz abgesehen davon würde ein erhöhtes Entgelt die finanziellen Möglichkeiten des Kreises sprengen, will man die Kosten nicht  den Eltern aufbürden. Damit würden wir aber die Zielsetzung unterlaufen, Familie und Beruf vereinbar zu machen“, so Zach weiter.

„Für mich stellt sich die Frage, weshalb nach nur einem Jahr und positiver Entwicklung schon jetzt eine erneute Überarbeitung  der Satzung angedacht werden sollte“, habe die Diskussion in verschiedenen Gremien und Ausschüssen sowie die Einarbeitung von Vorschlägen und Änderungswünschen vor einem Jahr zu einem eindeutigen Ergebnis im Kreistag geführt. Zach abschließend: „Selbstverständlich stehen wir Anregungen und Kritik der Eltern und Tagespflegepersonen jederzeit offen gegenüber, aber die Einrichtung eines ‚Runden Tisches‘ macht nach meiner Überzeugung keinen Sinn.“


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