Sie hatte im Main-Kinzig-Forum Vertreter von IHK, Kreishandwerkerschaften, Agentur für Arbeit, Kommunales Center für Arbeit – Jobcenter – und Soziales (KCA) sowie der Kreisverwaltung zusammengeholt, um über Möglichkeiten zu sprechen, wie Asylbewerber und ausländische Flüchtlinge leichter einen Weg in den Arbeitsmarkt finden können. „Wir wollen den Menschen eine Perspektive bieten. Und wir wollen auch den Unternehmen das Potenzial dieser Menschen aufzeigen. Die Menschen sollen so schnell wie möglich ihr Leben selbst bestreiten können. Um das zu erreichen, benötigen wir die Mithilfe von Experten aus ganz verschiedenen Bereichen“, erläutert Simmler. Als erste Einstiegsangebote in den Arbeitsmarkt sollen in den kommenden Wochen Praktikums- und Qualifizierungsplätze bereitgestellt werden.
Beim ersten Treffen tauschten sich die Teilnehmer darüber aus, welche Hindernisse abgebaut werden müssten, damit Asylsuchende leicht über den Arbeitsmarkt integriert werden können. Die Sprachbarrieren nannten alle als wichtigsten Punkt. Die Wirtschaftsvertreter betonten grundsätzlich ihren Bedarf an zusätzlichen Fachkräften. Sie formulierten die Notwendigkeit eines Fahrplans für Betriebe, damit sie bei Fragen zur Arbeitnehmersuche und bei Rechtsfragen wissen, an wen sie sich wenden können. Seitens des KCA und der Agentur für Arbeit nannten die Teilnehmer als zentrale Fragen, wie die Asylsuchenden und Flüchtlinge qualifiziert werden können und wer die Zuordnung in Betriebe oder in Qualifizierungsmaßnahmen vornimmt.
„Es hat sich bei diesem Auftakttreffen bestätigt, dass wir schnellere und bessere Integration über den Arbeitsmarkt nicht erreichen, wenn sich jeder alleine damit beschäftigt. Wir müssen bestmöglich zusammenarbeiten, gemeinsam Arbeitsangebote schaffen und Lösungswege finden“, fasste die Erste Kreisbeigeordnete Simmler zusammen.
Ein gelungenes Beispiel konnte sie bereits vortragen. Es ging um einen syrischen Flüchtling, der seit Januar einen Aufenthaltstitel besitzt. Damit hatte er auch die Möglichkeit erhalten, ein Praktikum zu absolvieren. Durch die Eigeninitiative des Mannes, des Zusammenspiels der Kreisverwaltung sowie des Engagements eines Schlüchterner Unternehmers konnte dem Mann ein Praktikum in einem Betrieb in Schlüchtern in Aussicht gestellt werden.
„Die Erfahrungen, die wir alleine aus diesem einen Beispiel gewinnen konnten, sind groß. Deshalb werden wir in den nächsten Treffen weitere solcher Modellfälle begleiten“, kündigt die Sozialdezernentin an. Ein erstes Ziel sei die Bereitstellung von Praktikums-Angeboten, für die in den Betrieben geworben werden soll. Außerdem sollen Qualifizierungsformate entstehen, in denen sowohl berufliche als auch sprachliche Fähigkeiten erlernt werden können. „Aus den weiteren praktischen Erfahrungen wird eine Art Leitfaden entstehen, so dass es im Laufe der Zeit immer leichter wird.“
Es wurde bereits das nächste Treffen anberaumt. Dazu werden die beteiligten Organisationen des Handwerks und der Industrie, die Agentur für Arbeit, das KCA sowie das zuständige Amt für Sicherheit, Ordnung, Migration und Integration des Main-Kinzig-Kreises eigene Vertreter benennen, die in den nächsten Wochen in die Arbeit einsteigen. „Wir wollen bis Ostern schon die ersten Angebote für Asylsuchende und Flüchtlinge schaffen“, erklärt die Erste Kreisbeigeordnete. Das Kompetenz-Team werde sich im Hintergrund mit den bürokratischen und rechtlichen Fragen beschäftigen und Lösungen dafür finden. „Auch wenn wir es bei den Menschen mit verschiedenen Herkunftsländern und unterschiedlichen Lebenshintergründen zu tun haben, eint uns doch unser Ziel: Wir wollen die Menschen qualifizieren und in Arbeit bringen. Das wird unsere gemeinsame Aufgabe sein“, so Simmler abschließend.
Foto: „Wir wollen die Menschen qualifizieren und in Arbeit bringen“: Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler (6.v.r.) und die Teilnehmer des Auftakttreffens im Main-Kinzig-Forum.
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