Kein Naturschutz zweiter Klasse beim Bau von Windkraftanlagen

Politik

"Noch im letzten Jahr hat die Kreisspitze der MKK-Grünen ihre neue Strategie zur Durchsetzung des Windkraftausbaus gegen den Willen vieler Bürger im Main-Kinzig Kreis vorgestellt", schreibt der Dachverband „Gegenwind MKK/Naturpark Spessart“ in einer Pressemitteilung.

Höfler Fenster
Kreiswerke Main-Kinzig

Und weiter: "Dabei wurde auch deutlich, dass der Kreisspitze der Grünen anscheinend die breite Unterstützung der Bevölkerung für die windkraftkritischen Bürgerinitiativen ein Dorn im Auge ist. Die damals angekündigte Informationsschrift der Bündnis 90 / Die Grünen 'Argumente zur Windkraft' liegt dem Dachverband jetzt vor. Nachdenklich macht schon die Einleitung, die einen Naturschutz erster und zweiter Klasse einführt, frei nach dem Motto: Naturschutz der Grünen ist top, der Naturschutz der Mitglieder des Dachverbandes  ist hopp."

Hier stellt sich Rolf Zimmermann, Mitglied des Dachverbands „Gegenwind MKK / Naturpark Spessart“, die Frage, ob den Grünen nicht bekannt ist, dass vor dem Bau von Windkraftanlagen alle naturschutzrechtlichen Belange sorgfältig geprüft und abgewogen werden müssen. Gerade die Grünen als vermeintliche Naturschutzpartei sollten eigentlich über alle zusätzlichen Meldungen zu geschützten Tierarten froh sein, auch wenn sie vielleicht nicht in das eigene Konzept passen. „Es darf doch nicht wahr sein, dass Hinweise, die nicht die gewünschte Couleur haben, zu Informationen zweiter Klasse abgewertet werden“, so der Dachverband „Gegenwind MKK / Naturpark Spessart“.  Das widerspräche jeglicher guten Praxis im Naturschutz.

Ansonsten biete die neue Broschüre außer Wiederholungen vieler altbekannter und nichtssagender Schlagworte, wie „Mit Windkraft erhalten wir mehr Wertschöpfung im Kreis“ nur wenig Neues. Das Beispiel „Vier Fichten“ habe deutlich gezeigt, was hinter dem Schlagwort regionale Wertschöpfung steckt. Auch durch immer wiederkehrende Wiederholung ändere sich nichts an der Tatsache, dass die Pachteinnahmen für diese Anlagen nach Österreich fließen, dass die Türme der Windkraftanlagen aus China und die Kanzeln aus Dänemark stammen. "In einem weiteren Schwerpunkt der Schrift wird wieder einmal die Windkraft für die Energiewende als alternativlos dargestellt. Haben die Grünen nicht mitbekommen, dass trotz der allein in 2013 mehr als 20 Milliarden Euro an Subventionen für die erneuerbaren Energien im selben Jahr ein Anstieg des Kohlendioxid-Ausstoßes in Deutschland verzeichnet wurde? Solange der Strom aus Windkraft nicht speicherbar ist, werden die konventionellen Kraftwerke gebraucht. Selbst mit erheblicher Ausweitung der Finanzmittel für Forschung & Entwicklung in diesen Bereich werden mögliche wirtschaftlich sinnvolle Speichertechnologien nicht innerhalb der Nutzungsdauer der heute bereits installierten fast 25.000 WKA marktreif zur Verfügung stehen. Die Energiewende wird in der öffentlichen Diskussion ausschließlich auf die  Erzeugung von Strom reduziert. Der private Primärenergieverbrauch für die Beheizung von Wohnraum übertrifft beispielsweise bei weitem den Primärenergieverbrauch für die Erzeugung von Strom. Warum leugnen Bündnis 90 / Die Grünen die nachgewiesenen gesundheitlichen Auswirkungen der Windkraftanlagen  durch Lärm, Schattenwurf, nächtliche Beleuchtung und Infraschall für die Bürger? Eine sinnvolle und gesundheitsbewusste Umsetzung der Energiewende bedeutet deshalb für die BI, durch weniger Subventionen für ökologisch und ökonomisch sinnlose Windkraftanlagen unter anderem den finanziellen Spielraum für eine bessere Förderung von Energiesparmaßnahmen an Immobilien oder den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs zu erhöhen", erklärt der Dachverband abschließend.


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