Katastrophe von Fukushima ist Mahnung und Appell zugleich

Politik

Die Kreismitgliederversammlung von Bündnis 90/Die Grünen hat am 3.3.2015 folgende Erklärung verfasst.

Kreiswerke Main-Kinzig
Kreiswerke Main-Kinzig

"Der vierte Jahrestag von Fukushima ist für uns Anlass nach Japan und in die Katastrophenregion zu schauen. Nach den Vorkommnissen in Harrisburg und Tschernobyl zeigte sich in Fukushima erneut deutlich, dass die Atomkraft nicht beherrschbar ist. Wir haben vor vier Jahren aufs Neue erleben müssen, dass ein GAU – die Kernschmelze als größter anzunehmender Unfall – keine Theorie, sondern eine reale Gefahr mit unschätzbaren Risiken für Menschen und die Umwelt ist. Am 11. März 2011 kostete eine verheerende Flutwelle in Japan über 15.000 Menschen das Leben. Es folgte die Atomkatastrophe von Fukushima, die mehr als hunderttausend Menschen zwang, ihre Heimat zu verlassen, und die zur großflächigen radioaktiven Verseuchung von Lebewesen, Böden, Wäldern und Gewässern geführt hat. Die Kreismitgliederversammlung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN gedenkt heute erneut der Opfer, den Angehörigen und denjenigen, die alles verloren haben.

Vier Jahre nach der Atomkatastrophe wird das Ausmaß des GAU vom 11. März 2011 in seiner Brutalität deutlich: Riesige verstrahlte Gebiete rund um die Atomruinen und noch immer heiße Reaktoren, die jederzeit außer Kontrolle geraten können. Millionen Kubik Liter radioaktiv verseuchtes Wasser im Pazifik und im Grundwasser. Die Bevölkerung der Präfektur Fukushima und die Aufräumarbeiter leiden an strahlenbedingten Erkrankungen, darunter Schilddrüsenkrebs und Leukämien gerade bei Kindern. Das wahre Ausmaß der Katastrophe wird immer noch vertuscht, es wird gelogen und betrogen. Die Bundesregierung meint es mit dem Atomausstieg nicht wirklich ernst, sondert exportiert das tödliche Atomrisiko, indem der Bau von Atomreaktoren in Brasilien, China, Indien, Finnland und Großbritannien mit Exportbürgschaften gefördert wird. Ebenso ist die Entscheidung der EU-Kommission zum Bau des britischen Atomkraftwerkes Hinkley Point C ein Kniefall vor der Atomlobby.

In Deutschland sind noch immer neun Atomkraftwerke in Betrieb, darunter in Schleswig-Holstein das AKW Brokdorf mit einer Laufzeit bis ins Jahr 2021. Täglich werden allein in Brokdorf 20 Kilo Atommüll produziert. Und das, obwohl niemand weiß, wo der Müll sicher gelagert werden könnte. Der vierte Jahrestag der Katastrophe von Fukushima ist für uns Mahnung und Appell zugleich. Diese Katastrophe darf sich nirgendwo mehr wiederholen. Energiewende statt Atomprogramme – das ist jetzt die Herausforderung. Die Zukunft ist 100 Prozent erneuerbar. Die Kreismitgliederversammlung fordert dazu auf, an der Gedenkveranstaltung am Mittwoch, 11. März um 18 Uhr am Marktplatz Hanau teilzunehmen."


Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de