Die Ortsumgehung in Sinntal-Oberzell soll kommen, so schnell wie möglich. Matthias Zach, Baudezernent des Main-Kinzig-Kreises, erneuerte in dieser Woche sein politisches Versprechen.
Die Ortsumgehung in Sinntal-Oberzell soll kommen, so schnell wie möglich. Matthias Zach, Baudezernent des Main-Kinzig-Kreises, erneuerte in dieser Woche sein politisches Versprechen.
„Diese Umgehungsstraße, auf die die verkehrslärmgeplagten Sinntaler schon seit Jahrzehnten warten, muss endlich realisiert werden. Dieses Projekt hat höchste Priorität“, erklärte der Kreisbeigeordnete. Der finanzielle Spielraum für derlei Projekte werde immer enger, so dass andere Maßnahmen notgedrungen verschoben werden müssen. Dazu gehöre die Sanierung der Kreisstraße 246 zwischen Karben und Nidderau. „Für die Verkehrsteilnehmer wird sich dadurch erst einmal überhaupt nichts ändern, eine Verbindung zwischen den beiden Städten bleibt wie bisher bestehen. Wenn die Nordumgehung Karben fertiggestellt ist, die in der Kreisstraße mündet, gelangen die Autofahrer auch weiterhin über die K246 in Richtung Heldenbergen“, erläutert Zach. Bloß die Verbreiterung und Sanierung der Verbindungsstraße sowie der Bau eines Rad- und Gehwegs verzögere sich.
Vor wenigen Tagen erst hatte der Main-Kinzig-Kreis ein Schreiben des hessischen Verkehrsministers Tarek Al-Wazir erhalten, der den Förderrahmen von Straßenbauprojekten im Kreisgebiet eng steckte. Auch nach direkten Gesprächen zwischen Kreis und Land blieb es bei der Aussage: Für das kommende Jahr werde nur ein größeres Projekt gefördert, kurzfristig würden keine zusätzlichen Mittel freigemacht. „Eigentlich haben wir für die Ortsumgehung Oberzell schon mit Zuwendungen für das laufende Jahr gerechnet, auf die wir als Schutzschirmkreis bei Baumaßnahmen dieser Größenordnung nun mal angewiesen sind“, so Zach. Aber eine weitere Verzögerung komme für ihn in diesem Fall nicht infrage: „Wir kämpfen seit Jahren für die Umgehung und stehen nach unzähligen Briefwechseln und Gesprächen mit allen Beteiligten, vor allem mit der Oberen Naturschutzbehörde, endlich vor der Baurechtschaffung. Jetzt soll es mit dem Bau auch losgehen.“
Eine schnelle Umsetzung des Gemeinschaftsprojekts K246, bei dem sich der Wetterau- und der Main-Kinzig-Kreis die Kosten teilen, sei wünschenswert, aber aufgrund der Finanzsituation eben nicht auf die Schnelle realisierbar. Er erinnerte in dem Zusammenhang an die Reduzierung des Landesanteils bei der Förderung von Straßenbauprojekten im vergangenen Jahr. Das Land Hessen übernimmt seither nur noch einen kleineren Teil der zuwendungsfähigen Kosten. Alleine bei der Ortsumgehung Oberzell geht der Main-Kinzig-Kreis daher von Mehrkosten in Höhe von 200.000 Euro aus. Schon im Sommer vergangenen Jahres hatte Zach als Konsequenz angekündigt, dass geplante Baumaßnahmen aufgeschoben werden müssten, „um die höheren Kosten für uns auszubalancieren“.
Angesichts des Finanzierungsvorbehalts und der zugleich unklaren und immer wieder veränderten Aussagen aus Wiesbaden könne der Main-Kinzig-Kreis noch nicht sagen, für welchen Zeitraum die Sanierung der Kreisstraße 246 einzuplanen ist. „Wir sprechen das weitere Vorgehen wie bisher mit dem Wetteraukreis ab und setzen auf zügige Aussagen aus Wiesbaden in unserem Sinne“, so Zach. „Wir werden darüber hinaus abklopfen, inwiefern wir über Vorfinanzierungsmodelle möglicherweise eine frühere Umsetzung erreichen.“
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