U3-Betreuungsquote: Kreis liegt derzeit bei 29 Prozent

Politik

Seit seinem Amtsantritt am 1. November hat Kreisbeigeordneter Matthias Zach als Jugenddezernent bereits fünf Bewilligungsbescheide zum Ausbau der Betreuung der Unter-Dreijährigen übergeben.

Harth & Schneider
Kreiswerke Main-Kinzig

Die Bescheide gingen nach Niederdorfelden, Biebergemünd, Maintal, Nidderau und Bruchköbel. Zum 1. Juli 2013 besteht laut Gesetzgeber ein Rechtsanspruch für Kinder unter drei Jahren auf einen Krippenplatz. Angestrebt wird dabei eine Betreuungsquote von 35 Prozent. Diesem Ziel sind die Kommunen im Main-Kinzig-Kreis im vergangenen Jahr deutlich nähergekommen.

Zum Stichtag 1. März 2011 lag die Quote der vorgehaltenen Plätze bei 21 Prozent. „Nimmt man die seitdem bewilligten, aber noch im Bau befindlichen Plätze hinzu, erreichen wir bereits eine Quote von 29,1 Prozent“, berichtet Kreisbeigeordneter Matthias Zach. Damit befänden sich die Kommunen im Main-Kinzig-Kreis auf einem guten Weg. Der tatsächliche Bedarf an Betreuungsplätzen sei von Kommune zu Kommune ohnehin unterschiedlich. „Es ist wichtig, Familien bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit einem breitgefächerten Angebot an Plätzen in Kindertagesstätten und bei Tagespflegeeltern zu unterstützen“, macht Zach deutlich.

Allerdings fordert der Kreisbeigeordnete gemeinsam mit zahlreichen Bürgermeistern, dass die Kommunen bei dem Ausbau nicht allein gelassen werden. „Bund und Länder fördern den Ausbau mit Zuschüssen zu den Baukosten. Einen Großteil der Baukosten sowie die Bewirtschaftung der Gebäude und die Bezahlung der notwendigen zusätzlichen Erzieherinnen und Erzieher muss die Kommune jedoch alleine schultern“, kritisiert Zach. Diese Schieflage müsse zu Gunsten der Kommunen geändert werden. Problematisch sei auch der sich immer deutlicher abzeichnende Fachkräftemangel. „Was nützt es, Gebäude auszubauen, diese aufgrund fehlender Erzieherinnen und Erzieher jedoch nicht mit Leben füllen zu können?“ Der Main-Kinzig-Kreis habe zwar folgerichtig den Ausbau des Ausbildungsangebotes für Erzieherinnen und Erzieher an der Eugen-Kaiser-Schule beschlossen, doch werde der Bedarf der Kommunen dadurch nicht gedeckt.

Und noch eine Herausforderung gelte es zu bewältigen. „Momentan gibt es immer noch einen Bruch. Im Kindergarten werden die Kinder bis zum Nachmittag betreut, mit dem Wechsel in die Schule entsteht für viele Eltern jedoch ein neues Problem, die Kinder unterzubringen“, sagt Zach. Der Ausbau der Schulen zu echten Ganztagsschulen sei hier die richtige Antwort, unterstreicht der Kreisbeigeordnete.


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