Vor einigen Tagen hatte die Initiative ‚Sinntal unter Hochspannung - Nein zu SuedLink‘ fast 700 Unterschriften an die Landtagsabgeordnete der Fraktion DIE LINKE und Mitglied im Petitionsausschuss, Barbara Cárdenas, versendet.
Hintergrund der Unterschriftensammlung ist eine Planung der Firma TenneT, die Stromtrasse SuedLink durch das Sinntal zu bauen.
Die Landtagsabgeordnete unterstützt die Forderungen der Initiative und verweist darauf, dass ihre Fraktion in der letzten Sitzung des Hessischen Landtages eine Aktuellen Stunde zu SuedLink beantragt hatte: „Nach unserer Ansicht passt die Stromtrasse SuedLink nicht ins Konzept einer dezentralen Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen, wie etwa Wind- und Solarenergie sowie Biomasse. Das haben die Bürgerinitiativen und die Bürgerinnen und Bürger vor Ort begriffen, jedoch leider nicht die verantwortlichen Planer und Politiker.“
Cárdenas wirft den verantwortlichen Planer und Politiker vor, das Geschäft der großen Energiekonzerne zu machen und sich gleichzeitig der Auseinandersetzung mit den Menschen vor Ort zu verweigern. So sei das ständig wiederholende Mantra falsch, dass SuedLink das ‚Rückgrat der Energiewende‘ sei. Die Umweltauswirkungen für die betroffenen Regionen werden in der Planung nicht deutlich dargestellt und die Alternativ-Vorschläge für Trassen-Korridore nicht ausreichend berücksichtigt. Somit schaffe gerade SuedLink die Voraussetzung dafür, dass der Kohlestrom auch weiterhin landesweit als Grundlaststrom angeboten werden könne.
„Selbst die Bundesnetzagentur hat bemängelt, dass beim TenneT-Antrag nicht erkennbar sei, auf welcher Grundlage Korridore vorgeschlagen oder abgelehnt wurden. Die großen Energieerzeuger in einem Radius von 75 km um die insgesamt neun geplanten Einspeisepunkte der 500-kV-Trasse sind keine regenerativen Energieerzeuger, sondern Kraftwerke, die mit herkömmlicher Braun- und Steinkohletechnologie betrieben werden. Mit dem geplanten Ausbau der Starkstromnetze wird die Anbindung der Braunkohlekraftwerke an das europäische Energiesystem noch weiter gestärkt. Der hohe CO2-Ausstoß der Kohlekraftwerke führe jedoch dazu, dass sich die CO2-Bilanz trotz des Einsatzes der klimafreundlichen erneuerbaren Energieerzeugung verschlechtere. Eine klimafreundliche Energiewende sieht in den Augen der LINKEN anders aus“, betont Cárdenas.
Dagegen schlägt die Landtagsabgeordnete vor, die veranschlagten Kosten von 22 Milliarden Euro, die ausschließlich von den privaten Stromverbrauchern sowie den kleinen und mittleren Unternehmen bezahlt werden, besser einzusetzen. Mit den finanziellen Mittel könnten z.B. die Forschung in Speichertechnologie gefördert, die dezentrale Versorgung durch erneuerbare Energie ausgebaut und da, wo zusätzlich Strom gebraucht wird, ein modernes Gaskraftwerk errichtet werden.
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