Zach: Modell Finja sollte Schule machen

Politik

Einen Schulranzen muss Nadine Happ für Finja natürlich nicht packen, obwohl die zwei Jahre alte Hündin ihre „Hundemama“ regelmäßig in die Kopernikusschule nach Freigericht begleitet.

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Das Schulhund-Projekt geht dort bereits ins zweite Jahr. Kreis-Schuldezernent Matthias Zach ließ sich am Europatag von Lehrerin Nadine Happ die ersten Erfahrungen des Projekts berichten. „Mit Finja bekommt jeder Unterricht eine besondere Raumatmosphäre“, findet Happ. Ihr wuscheliger Australian-Shepherd-Mix kommt dreimal die Woche mit an die Kopernikusschule und ist jeweils in zwei bis drei Schulstunden mit im jeweiligen Klassenraum. So schnuppert Finja in gut fünf verschiedene Klassen pro Woche. Die meiste Zeit verbringt sie aber in ihrer „Stammklasse“, der R7c. „Der Unterricht findet ganz normal statt, Finja ist einfach nur mit dabei und darf gekrault werden, wenn sie durch die Klasse streift. Sie lenkt die Kinder aber nicht ab“, so Happ, die Deutsch und Katholische Religion unterrichtet. Teilweise würde die Hündin aber auch ins Unterrichtsgeschehen eingebunden. So sei sie schon Statistin in einem Theaterstück gewesen.

„Für das Besondere an der tiergestützten Pädagogik halte ich, wie über das Tier ein Zugang zur Gefühlswelt der jungen Menschen geschaffen wird“, sagt Kreisbeigeordneter Matthias Zach. „Ich denke, dass das Modell Finja im Main-Kinzig-Kreis im doppelten Sinne Schule machen könnte.“ So seien verstärkte Einsätze von Tieren in Pflegeheimen und anderen sozialpädagogischen Einrichtungen denkbar. Aber gerade mit Blick auf das Thema Inklusion könnte er sich vorstellen, dass noch weitere Schulhunde wertvolle Dienste verrichten könnten: „Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass der Kontakt zu Tieren bei Menschen etwas freisetzt. Gerade die Schülerinnen und Schüler, die aus verschiedenen Gründen Probleme haben, sich zu öffnen und über ihr Innenleben zu sprechen, haben es dadurch leichter, zu sich selbst zu finden.“

Schulhund-Projekte gibt es an Schulen in ganz Deutschland. Auch in Hessen ist es schon an einigen Orten ausprobiert worden, etwa in Frankfurt, Offenbach und Fulda. Freigericht macht aus Sicht des Main-Kinzig-Kreises nun erste Erfahrungen. „Das Projekt hat seinen Reiz, der sich weiter herumsprechen wird. Ich bin jedenfalls auf die weiteren Ergebnisse gespannt und werde sie positiv begleiten. Die Initiative zur Umsetzung muss letztlich von der Lehrerschaft ausgehen, so wie das an der Kopernikusschule der Fall gewesen ist“, so Zach.

Foto: Schuldezernent trifft auf Schulhund: Matthias Zach lässt sich erklären, wie Hündin Finja in den Unterricht an der Kopernikusschule integriert wird. Lehrerin und „Hundemama“ Nadine Happ gibt ihm dazu Einblicke.


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