Vision Pumpspeicherkraftwerk

Politik

Bei einem Besuch des Wasserverbandes Kinzig von GRÜNEN aus dem Main-Kinzig-Kreis gemeinsam mit Mitgliedern der GRÜNEN Landtagsfraktion standen die Nutzung von Strom aus Erneuerbaren Energien und dessen Speicherung, Überlegungen zum Bau eines Pumpspeicherkraftwerks bei Ahl sowie das Thema Hochwasserschutz im Mittelpunkt des Interesses.

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Das Treffen begann mit einer Besichtigung der Kinzigtalsperre am Kinzig-Stausee bei Bad Soden-Saalmünster und wurde anschießend in der Geschäftsstelle des Wasserverbands in Wächtersbach/Neudorf fortgeführt. Neben Mathias Wagner, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN Landtagsfraktion, und dem Landtagsabgeordneten Marcus Bocklet nahmen von den Kreis-GRÜNEN Matthias Zach (Kreisbeigeordneter), Reiner Bousonville (Fraktionsvorsitzender), Bernd Werner (Kreisvorstand) sowie mehrere Kreistagsabgeordnete der GRÜNEN teil.

Reiner Bousonville, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Main-Kinzig-Kreis, zieht nach dem Treffen folgendes Fazit: „Für den schnellstmöglichen Umstieg auf erneuerbare Energien werden vor allem mehr Speicherkapazitäten benötigt. Die Energieproduktion aus Wind- und Solarenergie wird dadurch gekennzeichnet, dass es an sehr windigen oder sonnigen Tagen zu Stromspitzen kommt. Diese lassen sich mit Speicherkraftwerken sinnvoll nutzen. Wer es mit der Umsetzung der Energiewende ernst meint, muss eine Lösung für die Speicherung des Stroms aus erneuerbaren Energien finden. Im Main-Kinzig-Kreis sind grundsätzlich alle Voraussetzungen gegeben, eine solche Lösung zu verwirklichen. Mit dem Bau eines Pumpspeicherkraftwerks am Stausee Ahl könnte Strom mit einem hohen Wirkungsgrad gespeichert werden. Der Bau eines Pumpspeicherkraftwerks würde sich somit positiv auf die Entwicklung der erneuerbaren Energien, aber auch auf den Hochwasserschutz auswirken“, erläutert Bousonville.

Die GRÜNEN im Main-Kinzig-Kreis sind nach dem Besuch mehr denn je überzeugt, dass es sich lohne, alle Möglichkeiten einer Realisierung eines Pumpspeicherkraftwerks sorgfältig zu prüfen. „Ein modernes Pumpspeicherkraftwerk hat durchaus Potenzial, zu einem Eckpfeiler der Energiewende in der Region zu werden. Der Bau eines Pumpspeicherkraftwerks erfordert zweifellos eine hohe Investition. Nach ersten Berechnungen muss mit einer Summe von 180 Millionen gerechnet werden. Eine Finanzierung stellt damit eine große Herausforderung dar. Sie muss auf solide und mehrere tragende Säulen gestellt werden - aus den Bereichen Energie, Hochwasser- und Artenschutz“, so Bousonville.

Der GRÜNE erläutert die weitreichende Bedeutung eines solchen Projektes für die Umsetzung der Energiewende in der Region: „Die Stabilisierung des Stromnetzes durch ein Pumpspeicherkraftwerk beim Stausee Kinzig wirkt sich vornehmlich regional aus. Davon hätten regionale Energieversorger, die auf erneuerbare Energien setzen, einen Vorteil. Der Bau eines Pumpspeicherkraftwerks darf aber nicht allein nach wirtschaftlichen Aspekten bewertet werden, sondern muss gleichermaßen auch als Maßnahme für den Hochwasser- und Artenschutz verstanden werden. Schließlich trägt das Pumpspeicherkraftwerk auch zum Hochwasserschutz bei, so dass ein Teil der Investitionssumme dem Hochwasserschutz angerechnet werden kann. Der Bau eines Pumpspeicherkraftwerks ist bislang eine Vision. Wer die Energiewende will, braucht eine positive Grundhaltung, dass anstehende Probleme gelöst werden können. Wir wollen die Chancen zur Umsetzung eines solchen Zukunftsprojekts nutzen. Ein Pumpspeicherkraftwerk wäre eine Investition für drei bis vier Generationen. Auf Basis der vorliegenden Machbarkeitsstudie und in Zusammenarbeit mit den Energieversorgern müssen alle Möglichkeiten einer Realisierung geprüft werden“, sagt Bousonville.

Foto (von links): Mathias Wagner, Marcus Bocklet, Reiner Bousonville, Peter Stahl, Matthias Zach, Manfred Jünemann, Bernd Werner und WVK-Geschäftsführer Scheffler.


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